Algarve - urwüchsiger Charakter

Die Algarve zieht sich auf einer Länge von rund 150 Kilometern an der portugiesischen Südküste entlang und gehört zu den beliebtesten Ferienregionen im Land.

Portugal Algarve
Algarve - urwüchsiger Charakter

Die Algarve ist eine zerklüftete Küstenlandschaft mit spektakulären Steilklippen, malerischen Badebuchten und langen Sandstränden. Ihren urwüchsigen Charakter hat sich Algarve weitestgehend erhalten. Winzige Fischerdörfer klammern sich an felsige Klippen und vielerorts erwartet Sie eine üppige Vegetation in Küstennähe. An 3.000 Stunden scheint die Sonne durchschnittlich im Jahr von einem wolkenlosen Himmel. Damit gehört die Algarve zu den sonnigsten Regionen Europas. Im ganzjährig milden Klima gedeihen Oliven- und Eukalyptusbäume und im Hinterland ziehen sich Korkeichenwälder an den Hügeln entlang. Die Straßen in den Ferienorten und Städten werden von Granatäpfeln und südamerikanischen Palisanderbäumen gesäumt. Die Strände an der Algarve besitzen eine exzellente Wasserqualität und wurden mehrheitlich mit der Blauen Flagge der EU ausgezeichnet. Aus dem azurblauen Meer ragen helle Felsklippen steil über der Wasseroberfläche auf und rahmen idyllische Sandbuchten ein.

Von der spanischen Grenze im Osten bis zur windumtosten Südwestspitze Portugals zieht sich die zauberhafte Küstenlandschaft am Atlantischen Ozean entlang. Die Gemeinde Sagres befindet sich auf dem südwestlichsten Zipfel Europas und gehört zu den geschichtsträchtigsten Regionen des Landes. Der Ort war seit dem Beginn der Neuzeit Ausgangspunkt zahlreicher Seereisen, deren Ausgang im späten 15. Jahrhundert häufig ungewiss war. In der historischen Seefahrerschule in Sagres soll der Überlieferung zufolge der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama seine Ausbildung genossen haben. Einen dramatischen Anblick bietet die steil ins Meer abfallende Klippe Cabo de São Vicente, auf der sich ein hoher Leuchtturm erhebt. Bis an den äußersten Südwestzipfel Portugals reicht der Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina. Das Naturschutzgebiet wurde im Jahr 1988 eingerichtet, um die Ursprünglichkeit dieser Küstenregion zu bewahren. Keine Hotelburgen und ausufernde Appartementkomplexe stören die landschaftliche Idylle im Westen der Algarve. Zwischen den Klippen erwarten Sie zahlreiche menschenleere Strände, an die sich selbst in der Hauptsaison kaum ein Tourist verirrt.

Im östlichen Bereich der Algarve befinden sich die Küstenstädte Faro und Tavira. Sie wurden von den Phöniziern als Handelsniederlassungen gegründet und später von den Römern übernommen. Die Altstadt von Faro empfängt Sie mit verwinkelten Gassen und einem eindrucksvollen Gebäudeensemble aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte. Zu den bekanntesten Bauwerken in der Stadt gehört die sogenannte Knochenkapelle. Die Kirche ist in ihrer Gesamtheit mit zahlreichen menschlichen Schädeln und Knochen verziert. Sehenswert ist die einstige Klosteranlage Nossa Senhora da Assunção, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Hinter den alten Mauern ist heute das archäologische Museum untergebracht. Der komplett erhaltene Kreuzgang ist ein sehenswertes Beispiel für die Baukunst der Renaissance. Im quirligen Hafenviertel befindet sich das Schifffahrtsmuseum und zahlreich Cafés und Restaurants drängen sich hier aneinander.

Das kleine Küstenstädtchen Tavira liegt östlich von Faro und im Stadtzentrum stammen zahlreiche Gebäude und Ruinen noch aus der Zeit der maurischen Vorherrschaft auf der Iberischen Halbinsel. Vom frühen 8. bis zum 13. Jahrhundert standen weite Teile des heutigen Portugals und Spaniens unter der Kontrolle arabischer Eroberer. In Tavira wurden zahlreiche gotische Kirchen auf den Grundmauern einstiger Moscheen errichtet. Unterhalb des Burghügels erstreckt sich das maurische Viertel, in dem die alten Strukturen noch heute gut zu erkennen sind. Einst erhob sich auf dem Berg im Stadtgebiet eine wehrhafte maurische Burg, die während des verheerenden Erdbebens von Lissabon im Jahr 1755 weitestgehend zerstört wurde. In der Gegenwart sind von der einst imposanten Anlage nur noch Ruinen übrig. Im Hinterland der Küstenregion liegen zahlreiche perfekt gepflegte Golfplätze und einige antike Ruinen, die Geschichten aus der bewegten Vergangenheit der Algarve erzählen. Phönizische Steinbauten und römische Villen, Aquädukte und Brücken zeugen von der großen wirtschaftlichen Bedeutung, die die portugiesische Südküste bereits in der Antike besaß.

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