Azoren - die Wetterküche für Westeuropa

Die Azoren sind eine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, die 1.370 Kilometer vom europäischen Festland entfernt liegt und politisch zu Portugal gehört.

Azoren
Azoren - Wetterküche für Westeuropa

Auf halbem Weg zwischen Europa und Nordamerika liegt die Inselgruppe der Azoren. Sie besteht aus neun größeren Inseln und einigen felsigen Eilanden. Acht der größeren Inseln sind vulkanischen Ursprungs und nur die Insel Santa Maria ist sedimentär. Das Klima auf der Inselgruppe ist subtropisch und stark durch ozeanische Einflüsse geprägt. Die Winter sind mild und die Sommer weniger heiß als in vergleichbaren Klimazonen auf dem Festland. Die Region gilt als Wetterküche für Westeuropa. Mit dem sogenannten Azorenhoch wird ein stabiles Hochdruckgebiet bezeichnet, das im Falle einer Ausweitung nach Westeuropa für beständig sonniges Wetter sorgt. Bedingt durch die abgeschiedene Lage mitten im Atlantischen Ozean und das milde Klima, hat sich auf der Inselgruppe eine ungeheuer große biologische Vielfalt entwickelt, die zahlreiche endemische Arten hervorgebracht hat. Die üppige Vegetation und die faszinierenden Vulkanlandschaften machen die Azoren zunehmend zu einem beliebten Reiseziel europäischer Urlauber.

Die Hauptinsel der Azoren ist São Miguel. Sie ist vulkanischen Ursprungs und hat einige faszinierende Naturschönheiten zu bieten. Etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Ponta Delgada entfernt befinden sich mit den Caldeira des Sete Cidades zwei Seen in erloschenen Vulkankratern, die zu den landschaftlich reizvollsten Attraktionen der Insel gehören. Ein Gewässer schimmert grünlich, während der andere See eine tiefblaue Farbe besitzt. In der Höhe genießen sie eine spektakuläre Aussicht über die Insel und den Atlantischen Ozean. Um die Caldeira führt ein Panoramawanderweg, der mit normalem Fitnesszustand mühelos bewältigt werden kann. Ein zauberhafter Kratersee mit glasklarem Wasser, der einer Lagune ähnelt, ist die Lagoa do Fogo. Es gibt Bademöglichkeiten und Wanderwege in der Nähe und von die Dörfer Vila Franca und Ribeira Grande laden zu einem Bummel zwischen den weiß getünchten Häusern ein.

Das größte natürliche Thermalbecken der Welt erwartet Sie an den heißen Quellen von Furnas. Das Wasser besitzt eine konstante Temperatur von 30 Grad und die Quellen liegen eingebettet in eine idyllische Landschaft mit altem Baumbestand, plätschernden Wasserläufen und geheimnisvollen Grotten. Als Geheimtipp gelten die kleinen Warmwasserbecken Poça da Dona Beija am Fluss. Ein Bad in den warmen Quellen ist gegen eine geringe Gebühr möglich. Umkleidekabinen und Duschen stehen den Besuchern vor Ort zur Verfügung. Ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich sind die heißen Quellen von Caldeira Velha, die von einem kleinen Wasserfall gespeist werden. Eine regionale Spezialität ist der Cozido, der allein mit Erdwärme erhitzt wird. Die Einheimischen lassen das Gemisch aus Fleisch und Gemüse in eine Erdkammer hinab, wo es rund sechs Stunden zum Garen benötigt. Anschließend wird das landestypische Gericht in den Restaurants von Furnas den Gästen serviert.

Zu den fantastischen Naturschönheiten der Azoren gehört die Insel Ilheu, die nur wenige Minuten Bootsfahrt von der Stadt Vila Franca do Campo entfernt liegt. Im Zentrum eines versunkenen Vulkankraters hat sich eine idyllische Lagune gebildet, die zum Tauchen und Schnorcheln einlädt. Seit 1974 ist die Insel als Naturreservat deklariert und die tägliche Besucherzahl ist auf 400 Personen begrenzt. In der Nähe von Ponta Delgada haben Sie darüber hinaus die Gelegenheit, an einer geführten Tour durch die spektakulären Lavahöhlen Gruta do Carvao teilzunehmen. Ein abgeschiedener Ort mit einer üppigen Vegetation und ungeheurem Reichtum an unterschiedlichen Blütenpflanzen ist Nordeste. Dort befindet sich mit der Ponte de Sete Arcos eine siebenbogige Brücke, die zu den schönsten Flussüberquerungen der Azoren zählt. Direkt an der Hauptstraße liegt ein artenreicher botanischer Garten mit einem See und im Ort befindet sich ein kleines Kunstmuseum. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, auf den Azoren die einzigen Teeplantagen Europas zu besuchen. Sie befinden sich in der Nähe von Gorreana und wurden im 19. Jahrhundert von Chinesen angelegt.

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