Coimbra – Stadt mit der ältesten Universität

Coimbra ist eine portugiesische Universitätsstadt mit rund 143.000 Einwohnern, die im Nordwesten des Landes am Fluss Mondego liegt.

Coimbra
Coimbra - die Universitätsstadt

Das Stadtgebiet von Coimbra erstreckt sich zu beiden Seiten des Rio Mondego, der mit einer Länge von 234 Kilometern der längste Fluss Portugals ist. Das historische Zentrum steigt terrassenförmig auf einer Erhebung am Flussufer an und erreicht an der Universität den höchsten Punkt. Coimbra blickt auf eine lange Geschichte zurück. Prähistorische Funde lassen vermuten, dass bereits die Kelten auf der Erhebung am Ufer siedelten. In der römischen Antike war die Stadt ein wichtiger Stützpunkt an der alten Verbindungsstraße von Lissabon nach Braga. Römische Ausgrabungsstätten zeugen von der einstigen Bedeutung der Ansiedlung. Im frühen 8. Jahrhundert eroberten die Mauren Coimbra. In der Folgezeit wechselten sich christliche und maurische Herrscher ab, bis die arabischen Truppen im Jahr 1117 endgültig abzogen. Bereits im Jahr 1290 gründete der portugiesische König Dom Dinis die Universität von Coimbra, die noch heute zu den größten Hochschulen Portugals gehört und eine der ältesten Universitäten Europas ist.

Rund 30.000 Studenten sind an der Universität von Coimbra eingeschrieben. Sie verleihen der Stadt ein jugendliches Erscheinungsbild und sind für eine lebendige Kulturszene verantwortlich. Die Universität gehört mit ihrem charakteristischen Uhrenturm aus der Zeit des Barocks und der Bibliothek seit 2013 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bibliothek beherbergt einen reichen Schatz an Büchern aus mehreren Jahrhunderten. Der Bestand beläuft sich derzeit auf mehr als 300.000 Einzelexemplare. Auf dem Berg befindet sich neben der Hochschule die Kathedrale Sé Nova aus dem 16. Jahrhundert und das Kunstmuseum Machado de Castro. Zu einem Wahrzeichen von Coimbra ist die endlos scheinende Treppe Quebra Costas geworden, die vom höchsten Punkt des Stadtgebietes hinab in das historische Altstadtzentrum führt. In den lebhaften Straßen und Gassen drängen sich Bars, Klubs, Restaurants und Geschäfte aneinander. Zu den bedeutendsten Bauwerken gehören die alte romanische Kathedrale Sé Velha aus dem Jahr 1064, die Kirche Santa Cruz und die Stadthalle.

Die Spuren der Vergangenheit entdecken die Besucher an vielen Orten im Stadtgebiet von Coimbra. Die archäologische Ausgrabungsstätte Conimbriga gehört zu den größten ihrer Art in Portugal. Dabei handelt es sich um die Überreste der einstigen römischen Siedlung. Die Forscher haben Reste der Stadtmauern, kunstvolle Mosaike und Teile der alten Wasserleitungen freigelegt. Darüber hinaus konnten römische Thermalbäder und zahlreiche Wohngebäude nachgewiesen werden. Im Conimbriga-Museum werden zahlreiche Fundstücke und römische Artefakte der Ausgrabungsstätte präsentiert. Der Arcos do Jardim ist ein weiteres Bauwerk, dessen Entstehung auf römische Ingenieurskunst zurückgeht. Dabei handelt es sich um ein Aquädukt, das im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde. Zu den überzeugendsten Beispielen gotischer Baukunst in Portugal zählen die Ruinen des Klosters Santa Clara-a-Velha. Königin Elisabeth von Portugal gründete im 14. Jahrhundert das Kloster und widmete ihr Leben nach dem Tod ihres Gatten König Dom Dinis der Religion. Nach ihrem Tod wurde Elisabeth wegen ihrer Hingabe und Selbstlosigkeit seliggesprochen und gehört bis heute zu den meistverehrten Persönlichkeiten Portugals.

Neben den historischen Bauwerken hat Coimbra auch einige landschaftliche Reize und Attraktionen zu bieten. Im botanischen Garten erheben sich zahlreiche jahrhundertealte Baumriesen und tropische Gewächshäuser aus dem 18. Jahrhundert. Der Mata Nacional do Choupal ist ein Wald, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde, um den Flusslauf des Rio Mondego einzudämmen. Heute ist er mit seinem reichen Bestand an Pappeln ein Naherholungszentrum am Flussufer. Eine romantische Gartenanlage ist der Park der Quinta das Lágrimas. Zahlreiche alte Bäume und historische Brunnen säumen die schön angelegten Wege. Darüber hinaus befinden sich ein Palast aus dem 19. Jahrhundert und neugotische Ruinen auf dem Gelände des Parks. Bekanntestes Bauwerk ist der sogenannte "Brunnen der Tränen", der von einem blutroten Pflanzenbewuchs umgeben ist und im 14. Jahrhundert im Mittelpunkt einer tragischen Liebesbeziehung stand.

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