Lissabon – die Hauptstadt Portugals

Lissabon ist die pulsierende Hauptstadt Portugals und blickt auf eine glanzvolle Vergangenheit als Handels- und Hafenstadt zurück.

Lissabon
Lissabon - die Hauptstadt Portugals

Die größte Metropole Portugals liegt an einer Bucht an der Mündung des Flusses Tejo in den Atlantischen Ozean. Der Tejo ist der größte Fluss der Iberischen Halbinsel. Die Stadt wurde als phönizische Siedlung gegründet und erhielt bereits in der römischen Antike unter Julius Caesar das Stadtrecht. Im 8. Jahrhundert eroberten die Mauren Lissabon und erst im Jahr 1147 fiel die Stadt wieder in die Hände christlicher Truppen und gehörte fortan zum Hoheitsgebiet Portugals. König Alfonso III. Machte Lissabon im Jahr 1256 zur Hauptstadt des portugiesischen Königreiches. Mit der Entdeckung der Neuen Welt und dem Aufstieg Portugals zu einer der bedeutendsten Kolonialmächte erlebte die Stadt an der Atlantikküste einen beispiellosen Aufstieg. Um 1500 war Lissabon eine der wohlhabendsten Städte des europäischen Kontinents. Ein gewaltiges Erdbeben sorgte im Jahr 1755 schließlich für den wirtschaftlichen Niedergang der Metropole.

Lissabon ist heute von Gegensätzlichkeiten gekennzeichnet. Einerseits blickt die Stadt auf ein reiches kulturelles Erbe zurück, andererseits führten strukturelle Probleme und die marode Bausubstanz an vielen Stellen im Stadtgebiet zu einer Abwanderung der Bevölkerung. In der Gegenwart leben etwa eine halbe Million Menschen in der Hafenstadt am Atlantik. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Flusses Tejo, der kurz vor seiner Mündung in den Atlantischen Ozean an dieser Stelle eine riesige natürliche Bucht entstehen ließ. Die Stadtviertel steigen terrassenförmig an und liegen an der höchsten Stelle 226 Meter über dem Meeresspiegel. Überragt wird Lissabon vom Castelo de São Jorge, das sich auf dem 120 Meter hohen Burgberg erhebt. Die wehrhafte Anlage kann auf der zinnenbewehrten Burgmauer umrundet werden und bietet eine fantastische Aussicht über das Stadtgebiet und den Fluss Tejo. Trotzig und imposant erhebt sich die mittelalterliche Kathedrale Sé in der Altstadt. Das Gotteshaus ließ König Afonso Henriques im Jahr 1147 unmittelbar nach der Rückeroberung Lissabons von den Mauren errichten.

Das älteste Stadtviertel der portugiesischen Hauptstadt ist die Alfama. Es ist zugleich das einzige Viertel, das während des Erdbebens im Jahr 1755 von Zerstörungen weitestgehend verschont geblieben ist. Die Strukturen der Straßenführung und der Gebäude stammen noch aus maurischer Zeit. Ein bedeutendes Gotteshaus in der Stadt ist die Kirche São Vicente de Fora. Sie erhebt sich an der Stelle, an der die flandrischen und kölnischen Kreuzritter im Jahr 1147 während der Belagerung Lissabons ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Die eindrucksvolle Doppelturmfassade erinnert an den klassischen portugiesischen Baustil und die Raumgestalt ist auf römisch-jesuitische Traditionen zurückzuführen. Der einstmals größte Platz im Zentrum Lissabons war der Stadtplatz Rossio. Ihn zieren zwei französische Brunnen aus dem Jahr 1890. Im 14. Jahrhundert trafen sich hier die Einwohner der Stadt, um Neuigkeiten auszutauschen und an den Marktständen die Einkäufe zu erledigen.

Zu den populärsten Sehenswürdigkeiten Lissabons gehört die Klosteranlage Mosteiro dos Jerónimos. Der Bau des Klosters wurde von König Manuel I. in Auftrag gegeben und die Anlage gehört zu den glanzvollsten Zeugnissen der Entdeckerzeit. Sehenswert sind der doppelstöckige Kreuzgang, die Außenfassade der Klosterkirche Santa Maria mit den prächtigen Portalen und die spätgotische Halle im Innenbereich. Die weitläufige Parkanlage im Außenbereich wurde anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1940 angelegt. Damals entstanden auch einigen Bauten am Flussufer des Tejos wie das Entdeckerdenkmal. Das Kloster wurde gemeinsam mit dem Torre de Belém von der UNESCO im Jahr 1983 zum Weltkulturerbe erklärt. Der alte Wachturm Torre de Belém gehört zu den Wahrzeichen Lissabons. Er liegt direkt an der Tejomündung und wurde zwischen 1515 und 1521 erbaut. Wie das Kloster Mosteiro dos Jerónimos weist die Architektur klare Züge des sogenannten "manuelinischen Stils" auf. Nach der Zerstörung durch napoleonische Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Turm im Jahr 1846 rekonstruiert und wieder aufgebaut.

TOP