Porto - wirtschaftliches Zentrum und Magnet

Porto ist nach Lissabon die zweitgrößte Stadt Portugals, deren historisches Altstadtzentrum mit den engen gewundenen Gassen seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Porto
Porto wirtschaftliches Zentrum und Magnet

Porto liegt im Norden Portugals an der Mündung des Flusses Douro in den Atlantischen Ozean. Die etwa 238.000 Einwohner zählende Großstadt blickt auf eine lange Vergangenheit als Handelsmetropole zurück und ist noch heute ein wirtschaftliches Zentrum des Landes. Porto entstand als griechische Handelsniederlassung und wurde unter westgotischer Herrschaft im Jahr 540 n. Chr. Bischofssitz. Im 8. Jahrhundert fiel die Stadt an die Mauren, die erst im Zuge der sogenannten Reconquista im späten 11. Jahrhundert von der Iberischen Halbinsel durch christliche Truppen vertrieben wurden. Bekanntester Exportartikel der Stadt am Atlantik ist der Portwein. Antike Quellen belegen, dass bereits die Römer den Wein zu schätzen wussten. Im 18. Jahrhundert lockte das Getränk zahlreiche Engländer nach Porto, die sich in der Stadt dauerhaft niederließen. Die Portweinhäuser am südlichen Ufer des Flusses Douro zeugen noch heute von dieser Zeit und gehören zu den populärsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Durch rege Handelstätigkeit gelangte Porto zu Reichtum und Wohlstand. Noch in der Gegenwart ist die Handelsmetropole wirtschaftliches Zentrum und ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Portugal. Das brachte ihr die Bezeichnung "Hauptstadt des Nordens" ein. Die historische Altstadt Ribeira, die im Jahr 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, besteht aus einem Labyrinth an engen Gassen, die sich zwischen den alten Häusern hindurchschlängeln. Die Altstadt erstreckt sich auf einem Hügel am Flussufer und wurde in einer terrassenförmigen Struktur angelegt. Den Reiz der Altstadt Ribeira machen weniger imposante Einzelbauwerke aus, als vielmehr das Gebäudeensemble als Ganzheit. Zahlreiche Häuser bestehen aus Granit und viele barocke Kirchkuppeln prägen das Antlitz von Portos historischem Stadtzentrum. Das älteste Hotel der Stadt ist das Grande Hotel do Porto. Es wurde bereits im Jahr 1880 eröffnet und ist heute noch in Betrieb.

Ein Bummel durch das Stadtzentrum führt an zahlreichen sehenswerten Bauwerken vorbei, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sé Catedral ist die eindrucksvolle Kathedrale Portos. Sie wurde im 13. Jahrhundert eingeweiht und im Lauf der Jahrhunderte mehrfach um- und ausgebaut. Von außen erweckt die mächtige Kathedrale den Eindruck einer Wehrkirche. Im Inneren überrascht sie mit prunkvollen Altären, kunstvollen Schnitzarbeiten und einer Marmorkapelle. Mit ihrer gotischen Fensterrose und den zahlreichen Skulpturen und Gemälden ist die Kathedrale ein Gesamtkunstwerk. Das höchste Bauwerk der Altstadt Portos ist der Glockenturm Torre dos Clérigos, der zwischen 1754 und 1763 erbaut wurde. Der 76 Meter hohe Turm ist das Wahrzeichen der Metropole und diente einst den Seefahrern als Orientierungshilfe. Besucher können die 225 Stufen im Inneren des Turmes erklimmen und einen fantastischen Blick über die Stadt genießen. Unmittelbar neben diesem Bauwerk erhebt sich die Kirche Igreja dos Clérigos, die als bemerkenswertes Beispiel für die Kombination von barockem Baustil mit Elementen des Rokoko gilt.

Zahlreiche historische Gebäude und Plätze in der Altstadt Ribeiro gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Portos. Die alte Börse gleicht einem prunkvollen Palast und wurde im Jahr 1844 eröffnet. Sehenswert sind die neoklassizistische Fassade und die arabische Halle im Innenbereich. Nur wenige Schritte von der Börse entfernt liegt das Stadtarchiv. In dem Gebäude soll im 14. Jahrhundert Heinrich der Seefahrer das Licht der Welt erblickt haben. Zu den bedeutenden Wahrzeichen der Geschichte Portugals gehört das ehemalige Gefängnis von Relação. In dem Bauwerk mit dem dreieckigen Grundriss waren seit der Errichtung im Jahr 1765 zahlreich namhafte portugiesische Persönlichkeiten inhaftiert. Neben den historischen Gebäuden besitzt Porto grüne Oasen mitten im Stadtzentrum, die ebenfalls auf eine lange Vergangenheit zurückblicken. Der Garten São Lázaro mit einem großen Bestand an Linden, Akazien und Magnolien wurde bereits im Jahr 1834 angelegt und ist der älteste Stadtgarten der Stadt. Der Landschaftspark Jardim do Passeio Alegre erstreckt sich am Flussufer des Douro und war im späten 19. Jahrhundert ein Treffpunkt der Oberschicht und Intellektuellen.

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