Feiertage, Events und Festivals in Rumänien

Die Mehrheit der rumänischen Bevölkerung ist orthodoxen Glaubens. Die religiösen Feiertage besitzen eine große Bedeutung und werden intensiv gefeiert.

In Rumänien gibt es zehn gesetzliche Feiertage, die im Arbeitsgesetzbuch des Landes festgeschrieben sind. Bei den Feiertagen handelt es sich um arbeitsfreie Tage. Banken, Geschäfte und behördliche Einrichtungen bleiben an diesen Tagen geschlossen. Öffentliche Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen bleiben hingegen geöffnet.

Folgende gesetzliche Feiertage gibt es in Rumänien:
1. Januar – 1. Neujahrstag
2. Januar – 2. Neujahrstag
März/April – Ostern (Ostersonntag und Ostermontag)
1. Mai – Tag der Arbeit
Mai/Juni – Pfingsten (Pfingstsonntag und Pfingstmontag)
15. August – Mariä Himmelfahrt
30. November – Tag des Heiligen Andreas
1. Dezember – Tag der Einheit (Nationalfeiertag)
25. Dezember – 1. Weihnachtsfeiertag
26. Dezember – 2. Weihnachtsfeiertag

Die größte Bedeutung für die Rumänen hat das rumänisch-orthodoxe Osterfest. Das Fest liegt nicht auf dem gleichen Datum, wie das katholische Osterfest, sondern wird in der Regel eine Woche später gefeiert. Zu diesem Anlass werden im ganzen Land traditionelle Bräuche zelebriert. Nach der nächtlichen Oster-Messe, die um 24 Uhr in den orthodoxen Kirchen gelesen wird, treffen sich die Familien zum gemeinsamen Verzehr der vorher zubereiteten Speisen. Osterbrote werden aufgeschnitten und Lammgerichte aufgetischt. Als Nachtisch werden würziger Kuchen und süßer Hefezopf gereicht.

Am folgenden Morgen legen die gläubigen Rumänen historische Trachten an und zum Frühstück findet in der Familie das sogenannte Eierklopfen statt. Dabei klopft jeder mit einem bunt bemalten Osterei gegen das Ei seines Sitznachbarn. Anschließend stehen Kirchengänge und ein Besuch auf dem Friedhof auf dem Programm, um den Verstorbenen zu gedenken. Bereits Tage vor dem eigentlichen Osterfest laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Häuser werden auf Hochglanz geputzt und Ostereier werden von den Frauen und Kindern bemalt.

Zu den alten Bräuchen am 31. Dezember bzw. 1. Januar gehört, dass Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus ziehen und Neujahrsverse aufsagen. Als Gegenleistung erwarten sie eine kleine Spende in Form von Süßigkeiten oder kleinen Geldbeträgen. Der Nationalfeiertag am 1. Dezember jedes Jahres erinnert an die große Vereinigung der Rumänen zu einem Staat im Jahr 1918. Damals stimmte die Bevölkerung Siebenbürgens der Vereinigung mit Rumänien zu und es entstand ein neuer rumänischer Staat.

Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es in Rumänien eine Reihe von Festtagen, die sich über das ganze Jahr verteilen und in einigen Fällen auf eine bestimmte Region beschränkt sind. Dabei handelt es sich nicht um arbeitsfreie Tage, wenngleich die Bedeutung für die Bevölkerung hoch ist. Am dritten Sonntag im April wird bei der Stadt Sibiu das Hirtenfest gefeiert. Das Alt-Bukarest-Festival wird alljährlich im Juli in der rumänischen Hauptstadt zelebriert. Zu diesem Anlass wird an das Leben in Bukarest im 19. Jahrhundert gedacht. Es finden kostümierte Umzüge und Kutschfahrten statt und Straßenmusiker spielen in der Altstadt zum Tanz auf. In der historischen Region Maramure findet im August auf dem Pass Prislop das Trachtenfest statt. Zu diesem Anlass treffen sich traditionelle Trachtengruppen aus dem ganzen Land, um gemeinsam die Hora zu tanzen. Dabei handelt es sich um einen rumänischen Folkloretanz, der an einen Reigen erinnert.

Im Mai oder Juni findet in der Stadt Cluj-Napoca (Klausenburg) das Jazzfestival Napocensis statt, bei dem internationale Künstler auftreten. Die rumänische Literaturszene präsentiert in diesem Zeitraum auf der Bookarest in der Hauptstadt im Rahmen der einwöchigen Buchmesse die Neuerscheinungen des Jahres. In Sighisoara triftt sich im August anlässlich des Festivals der mittelalterlichen Kunst ein junges feierfreudiges Publikum. Im Rahmen der Feierlichkeiten sorgen Straßenmusiker und Gaukler für stimmungsvolle Unterhaltung und es findet eine simulierte Hexenverbrennung statt. Der Küstenort Mamaia am Schwarzen Meer ist im August Schauplatz eines Schlagerwettbewerbes, in dessen Verlauf der populärste rumänische Schlagersong gesucht wird.

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