Rumänien und seine Geschichte - ein kurzer Überblick

Die Geschichte Rumäniens lässt sich bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, als sich die thrakischen Völker der Daker und Geten auf einem Gebiet nördlich der Donau niederließen und erste Siedlungen gründeten.

Rumänien Geschichte
Rumänien Geschichte

Nach der Vereinigung mehrerer Stämme erreichte das Reich der Daker unter König Burebista zwischen den Jahren 60 und 44 v. Chr. seine größte Ausdehnung. Unter König Decebal überfielen die Daker im Jahr 85 n. Chr. die römische Provinz Moesia, die in der Antike überwiegend von Thrakern bewohnt war. Der römische Kaiser Trajan führte zwischen den Jahren 101 und 106 n. Chr. zwei Feldzüge gegen die Daker und unterwarf das Volk schließlich. Die neue römische Provinz Dacia wurde in das römische Imperium eingegliedert. Damals schloss die Provinz die heutigen Regionen Siebenbürgen, Oltenien und Banat ein. Die Römer beuteten die Goldvorkommen in den Gebirgen Dacias aus und gaben die Provinz im Jahr 275 n. Chr. wieder auf, als der militärische Druck der Nachbarvölker zu stark wurde.

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert stand das Gebiet des heutigen Rumäniens im Mittelpunkt der einsetzenden Völkerwanderung. Nacheinander passierten die Goten, die Hunnen, die Slawen und die Bulgaren die ehemalige Provinz Dacia. Geschichtsforscher gehen davon aus, dass die heutigen Rumänen aus der dako-romanischen Bevölkerung entstanden, die auch während der Völkerwanderung in den Regionen nördlich der Donau siedelte.

Ab dem 6. Jahrhundert erfolgte die Christianisierung der Bevölkerung und weite Teile des heutigen Staatsgebietes Rumäniens gehörten zum Reich Bulgariens. Zu dieser Zeit erfolgte die Einführung der kyrillischen Schriftzeichen. Sie wurden bis zum Jahr 1862 in Rumänien für schriftliche Aufzeichnungen verwendet. Unter Führung des rumänischen Fürsten Basarab I. entstand im 14. Jahrhundert das Fürstentum Walachei, das nach dem Sieg über die Ungarn im Jahr 1330 Unabhängigkeit erlangte. In der Folge musste sich die Walachei dem Expansionsdrang des Osmanischen Reiches widersetzen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gelang dieses Unterfangen. Anschließend wurde der Druck von außen zu stark und die Fürstentümer Walachei und Moldau wurden zur Abgabe eines Tributs gezwungen.

Mit der faktischen Auflösung des Königreiches Ungarn im 16. Jahrhundert erlangte das Fürstentum Siebenbürgen seine Unabhängigkeit, während die Fürstentümer Moldau und Walachei zu Vasallenstaaten des Osmanischen Reiches wurden. Das Erstarken der Habsburger Monarchie führte im 17. und 18. Jahrhundert dazu, dass der osmanische Einfluss in Europa zurückgedrängt wurde. Die rumänischen Fürstentümer fielen unter die Kontrolle der Habsburger. Nach der faktischen Auflösung des Königreiches Polen durch Russland und Preußen zur Mitte des 18. Jahrhunderts gerieten die Fürstentümer Rumäniens zunehmend unter russischen Einfluss.

Im Jahr 1848 fand im Gebiet des heutigen Rumäniens eine Revolution statt, die eine Änderung der politischen und sozialen Strukturen zum Ziel hatte. Im Ergebnis der Rumänischen Revolution wurden die Fürstentümer vereinigt und im Jahr 1861 kam es zur Schaffung einer Realunion. Erster König von Rumänien wurde Carol I., der aus der Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen stammte. Das neue Königreich wurde im Jahr 1881 ausgerufen, nachdem die Unabhängigkeit Rumäniens auf dem Berliner Kongress bestätigt wurde.

Nach dem rumänischen Bauernaufstand im Jahr 1907 kam es im Jahr 1913 zu Kampfhandlungen im Zuge des Zweiten Balkankrieges mit Bulgarien. Im Ersten Weltkrieg schloss sich Rumänien dem Militärbündnis der Entente an, das zwischen Frankreich und Russland existierte. Nach einer erfolgreichen Offensive der Mittelmächte wurde die Walachei von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen erobert und König Ferdinand I. musste in die Region Moldau fliehen. Die neuen Grenzen Rumäniens wurden nach Beendigung des Krieges im Vertrag von Versailles festgelegt, womit sich die Staatsfläche Rumäniens nahezu verdoppelt hatte. Während des Zweiten Weltkrieges errichtete Ion Antonescu eine faschistische Militärdiktatur in Rumänien und beteiligte sich am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion. Im Jahr 1944 wurde der Diktator gestürzt und das Land wechselte die Seiten der kriegsführenden Parteien.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übte das kommunistische Regime der Sowjetunion seinen Einfluss in Rumänien aus. Die Wirtschaft und der Staat wurden nach kommunistischen Wertvorstellungen umgeformt und im Jahr 1965 wurde die Sozialistische Republik Rumänien ausgerufen. Unter dem Führer Nicolae Ceaușescu erfolgte in den 70er Jahren faktisch ein Zusammenbruch der rumänischen Volkswirtschaft. Die kommunistische Partei rund um Nicolae Ceaușescu unterdrückte mithilfe der Geheimpolizei Securitate die Bevölkerung. Im Zuge der politischen Umwälzungen in den Ostblockstaaten ab 1989 kam es in Rumänien zur Revolution, die die Geheimpolizei mit Waffengewalt zu unterdrücken versuchte. Nach dem erfolgreichen Umsturz wurde Nicolae Ceaușescu am 25. Dezember 1989 nach einem kurzen Schauprozess hingerichtet. Im Jahr 2007 trat Rumänien der Europäischen Union bei.

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