Burg Bran - Trutzburg der Romanfigur Dracula

Die mittelalterliche Burg Bran, die auch unter der deutschen Bezeichnung Bran-Toerzburg bekannt ist, wurde im 14. Jahrhundert errichtet und wird häufig als Schloss des Grafen Dracula interpretiert.

Rumänien Burg Bran
Rumänien - Burg Bran

Die Trutzburg thront auf einem Felsen in der historischen Region Siebenbürgen und liegt rund 30 Kilometer von der Stadt Brasov entfernt. Die mittelalterliche Burg gleicht den Beschreibungen des Autors Bram Stoker in seinem Roman Dracula und wird alljährlich von Tausenden Touristen besucht. Ein Aufenthalt des rumänischen Fürsten Vlad III. Drăculea, der als Vorlage für den Roman diente, ist auf der Burg Bran allerdings nicht belegt. Die erste urkundliche Erwähnung der Bran-Toerzburg datiert auf das Jahr 1377. Die Einwohner von Kronstadt, dem heutigen Brasov, erhielten im Jahr 1377 vom ungarischen König Ludwig dem Großen die Erlaubnis, am Berg Königstein eine Zollburg zu erbauen und setzten dieses Vorhaben anschließend in die Tat um. Der Architekt ist bis heute unbekannt. Neben den Kronstädter Einwohnern beteiligte sich der ungarische König am Bau.

Bis zum Jahr 1427 blieb die Toerzburg unter ungarischer Verwaltung, bis sie im Jahr 1498 an die Einwohner von Kronstadt übertragen wurde. Eine Explosion zerstörte im Jahr 1593 den Pulverturm. Mehrfach wurde die Burg zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert durch die Türken erfolglos belagert. Selbst einem 5.000 Mann starkes Heer der Osmanen gelang es im Jahr 1789 nicht, das wehrhafte Bauwerk einzunehmen. Erst im Jahr 1916 eroberten rumänische Truppen nach ihrem Einfall in Siebenbürgen die Bran-Toerzburg. Nach dem Anschluss Siebenbürgens schenkte die Stadt Kronstadt das Schloss der Königin Maria, die es fortan als Sommerresidenz nutzte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Burg von den kommunistischen Machhabern beschlagnahmt und im Jahr 2006 wurde das Bauwerk an die Nachkommen der Habsburger Dynastie zurückgegeben. Nachdem der rumänische Staat ein Kaufangebot von Dominic von Habsburg aus Kostengründen ablehnen musste, eröffnete der adlige Nachkomme im Schloss im Jahr 2009 ein Museum.

Die Anlage der Burg Bran besitzt einen unregelmäßigen Grundriss in Form eines Vierecks. Die maximale Ausdehnung beträgt 40 Meter in Ost-West-Richtung und 17 Meter in Nord-Süd-Richtung. Dominierendes Bauwerk ist ein viereckiger Turm an der Nordseite. Als Burgzugang dient ein hervorspringendes Tor- und Wachhaus mit einem Treppenaufgang. Ein halbrunder Bau mit einem kegelförmigen Dach bildet den Abschluss an der Südseite. Sehenswert sind die umlaufenden Wehrgänge im Innenhof, die in Fachwerkarchitektur errichtet wurden. Das Hauptgebäude der Burg erstreckt sich bis zur östlichen Kante der Anlage und wird von einer dicken
Mauer aus Natursteinen begrenzt. Die Struktur der Anlage wird vom natürlichen Felsenfundament vorgegeben. Die Gebäudeanordnung hinterlässt einen gedrängten Eindruck und der Innenhof wird komplett von Gebäudeteilen umschlossen.

Burg Bran erhebt sich weithin sichtbar auf einem steilen Felsen und verdankt die Popularität in erster Linie den Beschreibungen von Bram Stoker in seinem Roman Dracula. Eine Anwesenheit des walachischen Fürsten in der Trutzburg wurde allerdings nie nachgewiesen. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts förderten die rumänischen Behörden den Dracula-Tourismus, wenngleich keine Belege für einen Zusammenhang der Handlungen in dem Buch mit dem alten Gemäuer existieren. Der Mythos um den blutsaugenden Vampir hat bis heute nichts an Popularität eingebüßt und noch heute strömen Tausende Besucher in die Burg, um die mutmaßliche Wirkungsstätte des Grafen Dracula zu besichtigen. Im Burgmuseum, das im Jahr 2009 von den Mitgliedern der Familie Habsburg eröffnet wurde, werden Artefakte und Möbelstücke aus dem Familienbesitz ausgestellt. Unter den Exponaten befindet sich ein Silberdolch von König Ferdinand, die Krone und das Zepter. Ein luxuriöses Appartement im Schlossturm wird darüber hinaus an eine gut betuchte Klientel zur Übernachtung vermietet. Burg Bran ist ganzjährig geöffnet und kann an sämtlichen Wochentagen besichtigt werden. Die Anreise mit dem Auto erfolgt von der Stadt Brasov über die Nationalstraße DN73.

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