Moldovita - eines der sieben Moldauklöster

Moldovita ist eine rumänisch-orthodoxe Klosteranlage aus dem 16. Jahrhundert, die gemeinsam mit sieben weiteren Moldauklöstern im Norden Rumäniens im Jahr 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Rumänien Moldovita
Rumänien - Moldovita

Das Kloster Moldovita gehört gemeinsam mit mehr als 40 weiteren Klosteranlagen im Norden Rumäniens zu den sogenannten Moldauklöstern, die im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau errichtet wurden. Das ehemalige Fürstentum erstreckte sich im Nordosten des Landes und schloss Teile des heutigen Moldawien und der südlichen Ukraine ein. Die Gründung der Klöster, die teilweise von wehrhaften Mauern umgeben sind, geht auf den Fürsten Stefan den Großen zurück, der gelobte, für jede siegreiche Schlacht ein Gotteshaus oder eine Klosteranlage zu errichten. Zu den auffälligsten Merkmalen der Kirchen gehören aufwendige Wandmalereien an der Außenfassade, die byzantinische Einflüsse der Ikonenmalerei erkennen lassen. Die Architektur ist überwiegend gotisch geprägt. Aufgrund der enormen kunst- und kulturhistorischen Bedeutung wurden mehrere Moldauklöster im Jahr 1993 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Darunter befindet sich auch das Kloster Moldovita in der rumänischen Gemeinde Vatra Moldovitei.

Der Bau des Klosters Moldovita geht auf den Nachfolger Stefan des Großen, den Fürsten Petru Rares zurück. Die Anlage wurde im Jahr 1532 errichtet und die Kirche ist von einer quadratischen Mauer mit mehreren Wehrtürmen umgeben. Das Kloster Moldovita liegt in einer gebirgigen Gegend inmitten von tiefen Tannenwäldern und Bergwiesen. Die Kirche wurde im traditionellen Dreikonchentypus erbaut. Damit wird ein Grundriss bezeichnet, der aus drei halbrunden Apsiden besteht und in seiner Form einem dreiblättrigen Kleeblatt ähnelt. Die Kirche der Klosteranlage Moldovita besitzt fünf Räume im Inneren und die Außenmauern sind mit kunstvollen Wandmalereien in leuchtenden Farben bedeckt, die sich in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand befinden. Von außen wirkt der Komplex wie eine wehrhafte Festung. Die Fresken auf der Außenfassade entstanden im Jahr 1537 und tragen deutliche Merkmale der byzantinischen Ikonenmalerei.

Die Kirche des Klosters Moldovita ist an sämtlichen Außenmauern und in den Innenräumen mit kunstvollen Wandmalereien verziert. Als Hintergrundfarbe wurde ein golden glänzendes Orange-Gelb verwendet, das mit roten, blauen und grünen Farbtönen harmonisch ergänzt wurde. An der südlichen Fassade befindet sich eine Darstellung, in der die Belagerung Konstantinopels und die Eroberung durch persische Truppen im Jahr 626 gezeigt werden. Die Szenen werden an verschiedenen weiteren Orten der mittelalterlichen moldauischen Ikonenmalerei dargestellt. Fresken an den anderen Außenwänden zeigen biblische Szenen und sind ein eindrucksvolles Beispiel für die rumänisch-orthodoxe Kunst. Unter anderem sind eine Prozession von Heiligen und der Stammbaum Jesse zu sehen. Letzterer zeigt die Vorfahren Christi in einer schematischen Darstellung. Die hohen Spitzbogenfenster der Kirche im Kloster Moldovita tragen deutlich Merkmale des gotischen Baustils. Die Mauern in der offenen Vorhalle sind mit Szenen aus dem Jüngsten Gericht bemalt und zeigen den Fluss des Feuers und eine Darstellung des Meeres.

Im Kloster Moldovita ist ein Museum untergebracht, in dem die Besucher zahlreiche kunstvoll verzierte Möbelstücke aus dem 16. Jahrhundert besichtigen können. Unter den Ausstellungsstücken befindet sich der Fürstenthron von Petru Rares aus dem 16. Jahrhundert. Er besitzt eine zwei Meter hohe Rückenlehne und ist mit kunstvollen Ornamenten verziert. Darüber hinaus werden in den Ausstellungsräumen religiöse Reliquien, Heiligenbilder, historische Schriften und Einrichtungsgegenstände aus dem 17. Jahrhundert gezeigt. Daneben können schmuckvolle Gegenstände aus Keramik, Schnitzereien und historische Kleidungsstücke mit landestypischen Stickereien besichtigt werden. Das Museum ist in einem zweistöckigen Gebäude im nordwestlichen Bereich des Klosterkomplexes untergebracht. Die Mauer mit den Wehrtürmen, die die Kirche im Kloster Moldovita umgibt, ließ Bischof Efrem Radauti im Jahr 1607 erbauen. Die Anlage wird durch einen Eingang im Torturm betreten. Während der Turm an der südöstlichen Ecke und der Torturm einen quadratischen Grundriss besitzen, handelt es sich beim Nordostturm um einen Rundbau. Das Kloster Moldovita wird noch heute als Nonnenkloster genutzt.

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