Sinaia - Gebirgskurort und Skigebiet

Sinaia ist eine Kleinstadt in der historischen Region Walachei, die im Tal des Flusses Prahova liegt und deren bedeutendste Sehenswürdigkeit das prunkvolle Schoss Peles ist.

Rumänien Sinaia
Rumänien - Sinaia

Sinai ist ein Gebirgskurort am Fuß des Berges Furnica in den Südkarpaten. Rund 10.500 Einwohner leben in der Stadt, die sich auf einer Höhe von rund 800 Metern über dem Meeresspiegel befindet. Ihren Ursprung hat die rumänische Stadt im Kloster Sinaia, das von orthodoxen Mönchen im Jahr 1695 gegründet wurde. Die Klosteranlage wurde nach dem Berg Sinai benannt, der im heutigen Ägypten liegt. Noch heute leben dauerhaft rund 20 rumänisch-orthodoxe Mönche im Kloster. Bis zum 18. Jahrhundert lag das Kloster versteckt zwischen tiefen Tannen- und Buchenwäldern. Erst nachdem der rumänische König Carol I. in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Sommerresidenz Schloss Peles auf einem Berg in der Nähe errichten ließ, entstanden in Sinaia Siedlungsstrukturen.

Oberhalb von Sinaia erstreckt sich ein viel besuchtes Skigebiet im Bucegi-Gebirge. In den Wintermonaten laufen die Seilbahnen und Lifte im Dauerbetrieb und befördern die Skifahrer bis auf eine Höhe von rund 2.000 Metern. Bis auf eine Höhe von 1.400 Meter führt darüber hinaus eine asphaltierte Straße in die Gebirgsregion. Der Parkplatz wird in den Sommermonaten von vielen Besuchern als Ausgangspunkt für Wanderungen und Klettertouren genutzt. Im Skigebiet Sinaia erwartet Sie eine gute Infrastruktur mit präparierten Pisten und zahlreichen Bergrestaurants und Hütten. Die Skiausrüstung können Sie in den Sportgeschäften in Sinaia mieten. Auf einer Höhe von 1.299 Metern befindet sich der sogenannte Franz-Josef-Felsen. Er wurde nach dem österreichischen Kaiser benannt, der diesem Ort im Jahr 1897 einen Besuch abstattete. Die Gebirgsregion über dem Prahova-Tal ist in den Sommermonaten ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger und Kletterspezialisten. Populäre Kletterrouten befinden sich im Bereich Padina und in der Bergregion Sfanta Ana.

Rund 1,5 Kilometer von Sinaia entfernt erhebt sich das prunkvolle Schloss Peles an einem grünen Berghang. Das Schloss wurde zwischen 1873 und 1883 als Sommerresidenz für den rumänischen König Carol I. erbaut. Mit der Planung wurde der Wiener Architekt Carl Wilhelm Christian Ritter von Doderer beauftragt. Am 7. Oktober 1883 erfolgt die feierliche Einweihung des Schlosses. Erweiterungsmaßnahmen wurden bis zum Jahr 1914 durchgeführt. Bis zum Tod des rumänischen Königs im selben Jahr diente das Bauwerk der Herrscherfamilie als Sommerwohnsitz. Im Jahr 1947 wurde das Schloss von der kommunistischen Regierung beschlagnahmt.

Schloss Peles vereinigt zahlreiche Stilelemente des traditionellen Baustils der österreichischen K.u.K. Monarchie und das Gebäude trägt die deutliche Handschrift des Wiener Architekten. Carol I. stammte aus dem deutschen Adelsgeschlecht der Hohenzollern und im Schloss hängen die Porträts der Ahnen des Adelgeschlechtes, die von dem damals 22-jährigen Maler Gustav Klimt angefertigt wurden. Schoss Peles ist von sieben Terrassen umgeben und ein Teil der 160 Zimmer ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kann besichtigt werden. Im Schlossmuseum werden eine Waffensammlung und Möbel aus dem 15. – 19. Jahrhundert gezeigt. Die kunstvoll bemalten Fenster wurden zum überwiegenden Teil in Österreich produziert und stammen zum Teil aus alten Kirchen im deutschsprachigen Raum. Zu den kostbaren Ausstattungsgegenständen gehören Kristallspiegel aus Murano-Glas, Wandtapeten aus Cordoba-Leder und aufwendig gestaltete Kronleuchter.

Zahlreiche Dekorationsobjekte können im Schlossmuseum besichtigt werden. Unter anderem werden Tischgedecke aus Meißener Porzellan und Skulpturen aus Elfenbein und Edelholz präsentiert. Die Schlosssäle wurden in verschiedenen internationalen Stilen dekoriert. Im Schloss Peles befindet sich ein Theatersaal, der bis zu 60 Personen Platz bot. Er ist mit Wandgemälden von Gustav Klimt verziert. Zu den Glanzstücken des Schlosses gehört das Appartement für den österreichischen Kaiser Franz Josef. Der Raum wurde vom Innenarchitekten August Bembé entworfen und im prunkvollen Barockstil ausgestaltet. Für die Wandbekleidung wählte der Architekt Cordoba-Leder aus dem 16. Jahrhundert. Das Appartement wurde anlässlich eines Besuches des österreichischen Monarchen zum 40-jährigen Jubiläum von Carol I. eingerichtet. Wegweisend für die damalige Zeit war die Ausstattung des Schlosses mit einer Zentralheizung, mit der alle Räume von einem zentralen Punkt aus beheizt werden konnten. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde mit Holz geheizt und später auf Gas umgestellt. Darüber hinaus besaßen die Küche und die sanitären Räumlichkeiten einen Anschluss für fließend warmes Wasser.

Rund 300 Meter oberhalb von Schloss Peles befindet sich mit dem Schloss Pelisor ein weiterer Prunkbau. Das denkmalgeschützte Gebäude ließ Carol I. zwischen 1899 und 1902 im Jugendstil errichten. Die Fassade besteht aus Fachwerk und erinnert in der Architektur ebenfalls an den Baustil zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. Maßgeblichen Anteil an der Innenausstattung der Räume hatte die Gemahlin des rumänischen Königs Carol I. Heute befindet sich in dem historischen Bauwerk ein Museum mit einer Sammlung alter Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Pelisor von den kommunistischen Machthabern beschlagnahmt und später hielt sich der rumänische Diktator Nicolae Ceaușescu häufig in dem Schloss auf.

Beide Schlösser können das ganze Jahr über besichtigt werden. In den Sommermonaten bleiben die Ausstellungsräume von Montag bis Mittwoch geschlossen und im Winter ist in den Museen montags und dienstags Ruhetag.

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