Alghero - Kleinod mittelalterlicher Baukunst

Alghero ist eine Stadt im Nordwesten Sardiniens in der Provinz Sassari. Mächtige Mauern umschließen den mittelalterlichen Stadtkern mit seinen gewundenen Gassen, uralten Steintreppen und stattlichen Kirchtürmen.

Alghero
Alghero - Kleinod mittelalterlicher Baukunst

Die bewegte Geschichte Sardiniens mit wechselnden Herrschern im Lauf der Jahrtausende hat auch in der Hafenstadt Alghero ihre Spuren hinterlassen. Die Stadt an der Nordwestküste der Mittelmeerinsel bietet ein weites Betätigungsfeld für Sprachforscher, denn neben Italienisch sprechen 40 Prozent der Bevölkerung sardisch mit einem starken katalanischen Dialekt. Die Ursachen für dieses Phänomen finden sich in der Geschichte Algheros. Im Jahr 1354 eroberten Katalanen von der Iberischen Halbinsel die Stadt mit der zugehörigen Festung und vertrieben einen Großteil der einheimischen Bevölkerung. In der Folge besiedelten Zuwanderer aus dem Raum Barcelona die Region. Erste Amtssprache wurde katalanisch und später spanisch. Erst im 19. Jahrhundert wurde italienisch als öffentliche Sprache eingeführt. Die Einwohner von Alghero nennen ihre Stadt "Klein-Barcelona" und viele Einheimische besitzen katalanische Wurzeln.

Die herrliche Lage der rund 41.000 Einwohner zählenden Stadt macht den Ort zu einem beliebten Aufenthaltsort für Urlauber aus ganz Europa. Die Küstenabschnitte teilen sich in lange weiße Sandstrände und kleine Badebuchten, die oft nur über steinige Pfade zu Fuß erreicht werden können. Das Wasser ist kristallklar. Nördlich von Alghero liegt der feinsandige Strand von Sant Joan. Mit einer Länge von sechs Kilometern und seinen hellen Sanddünen bildet er das beliebteste Ausflugsziel in den Sommermonaten. Auf dem sandigen Boden gedeihen nur widerstandsfähige Pflanzenarten wie Pinien, Kiefern und Wacholderbüsche. Weiter nördlich befindet sich mit dem Stagno Calich ein Salzsee, der die Heimat zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist. Ein Paradies für Taucher und Schnorchler ist die Capo Caccia- Isola Piana rund 23 Kilometer nordwestlich von Alghero. Neben der bunt schillernden Unterwasserwelt locken unzählige Grotten, die sich zum Teil unter der Wasseroberfläche befinden, Abenteurer und Hobbytaucher an. Ein einzigartiges Naturerlebnis erwartet Sie in der Tropfsteinhöhle Grotta di Nettuno. Die engen Stollen, tiefen Brunnen und schimmernden Wasserflächen in der Höhle sind ein Highlight in der Umgebung von Alghero.

Die Stadt am Mittelmeer hat eine Vielzahl sehenswerter Bauwerke zu bieten. Die gesamte Altstadt ist ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst. Sie wird umgeben von wehrhaften Bastionsmauern. In den engen Gassen und verwinkelten Plätzen herrscht in den Sommermonaten reger Betrieb. Souvenirgeschäfte, Restaurants und kleine Lokale drängen sich aneinander. In vielen Läden wird Korallenschmuck angeboten. Die kunstvolle Verarbeitung der Korallen hat in Alghero eine lange Tradition. Zahlreiche Kirchen, Plätze und Türme zeugen von der wechselhaften Vergangenheit der Stadt. Der Torre di Porta Terra stammt aus dem 16. Jahrhundert und markierte bis in das 19. Jahrhundert den Haupteingang von Alghero. Am Piazza del Duomo leuchtet die helle Fassade der Kathedrale Santa Maria im Sonnenlicht. Das sakrale Bauwerk wurde im 16. Jahrhundert errichtet und der achteckige Glockenturm ist das markante Merkmal der Kirche. Einen Ausflug in die Unterwasserwelt der Mittelmeerküsten und Flüsse Sardiniens unternehmen Sie im Aquarium Alghero. In zahlreichen Schauaquarien können Sie die verschiedenen Meeres- und Süßwasserbewohner bewundern.

Im Umland von Alghero schließen Sie Bekanntschaft mit der prähistorischen Vergangenheit der Region. Rund acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich die nuraghische Nekropole Anghelu Ruiu. Dieses vorgeschichtliche Grabmal stammt aus der Zeit zwischen 3300 – 2500 v. Chr. 38 Gräber aus dieser Zeit wurden in dem Areal entdeckt. Die wertvollen Grabbeigaben können Sie in den archäologischen Museen von Sassari und Cagliari bewundern. Ein weiterer großer Nuraghenkomplex in der Nähe von Alghero ist die Nuraghe Palmavera. Bei Ausgrabungen wurden ganze Gebäude freigelegt. Ein beliebter Aufenthaltsort in der Stadt ist der Hafen. Genießen Sie vom Piazza di Bastione della Maddalena die Aussicht auf die schaukelnden Boote und die Meeresbucht von Alghero. In einem der zahlreichen Restaurants haben Sie die Gelegenheit, sich die Gerichte der ausgezeichneten Küche Sardiniens schmecken zu lassen.

TOP