Schottlands Geschiche - ein kurzer Überblick

Etwa vor 12000 Jahren begann die erste Zuwanderung in Schottland über eine Brücke, die bis circa 4000 vor Christus das europäische Festland mit den Britischen Inseln verband. Diese Brücke verschwand allerdings aufgrund des Meeresanstiegs, der durch das Abschmelzen der Gletscher verursacht wurde. Die ersten Einwohner Schottlands waren Fischer, Sammler und Jäger und ab 4500 vor Christus auch Bauern. Dank archäologischen Ausgrabungen konnten die ersten Hinweise auf menschliche Kultstätten und Wohnplätze auf 6000 vor Christus datiert werden.

Schottland Geschichte
Schottland Geschichte

Der südliche Teil Britanniens wurde im Jahr 43 nach Christus von Kaiser Claudius erobert. Genau 37 Jahre später, 80 nach Christus, marschierten die Römer in Schottland ein. Als Nordgrenze von Römisch-Britannien wurde von 122 bis 128 nach Christus der Hadrianswall zwischen Solway und Tyne gebaut. Im Jahr 400 nach Christus verließen die Römer Schottland wieder.

503 kamen die Skoten, (Kelten aus Irland) nach Schottland, die im Jahr 843 von Kenneth MacAlpin mit den Pikten vereint wurden. Insgesamt dauerte diese keltische Monarchie bis 1057, als Malcom III MacBeth tötete und den englischen Einfluss in Schottland verstärkte. Sein Nachfolger war der englische König Eduard I.

In der Schlacht von Stirling Bridge 1297 gewann William Wallace gegen die englischen Armeen. Im Jahr 1314 wurden dann die Engländer, geleitet von Eduard II, von den Schotten, angeführt von Robert the Bruce, in der Schlacht von Bannockburn geschlagen. Die Erklärung von Arbroath wurde im Jahr 1320 aufgesetzt, um den Papst dazu zu bringen, die Unabhängigkeit Schottlands von England zu genehmigen. Diese Erklärung wurde vom Papst Johannes XXII akzeptiert.

Von 1542 an saß Maria Stuart auf dem schottischen Thron, bis sie 1587 auf Befehl der englischen Königin Elizabeth I enthauptet wurde. Im Jahr 1603 wurde Jakob VI, Sohn von Maria Stuart, zum König von England Jakob I ernannt. Zum ersten Mal kam es dazu, dass die englische und die schottische Krone vereint waren, beide Länder blieben allerdings separate Königreiche mit einem eigenen Monarchen.

1692 ließ die englische Regierung im sogenannten Massaker von Clencoe zahlreiche Mitglieder des Clans der MacDonald in einer Strafaktion ermorden – ein Ereignis, das im schottischen Nationalbewusstsein bis heute haften blieb.

Die formale Vereinigung von Schottland und England zum Königreich Großbritannien geschah im Jahr 1707 durch den Act of Union. Dabei wurde das Parlament von Schottland aufgelöst und Parlamentarier aus Schottland wurden nach Westminster geschickt. Im Jahr 1746 scheiterte der letzte schottische Aufstand endgültig unter Prinz Charles Edward Steward in der Schlacht von Culloden und Schottland wurde ein Teil Englands ohne das Recht auf Eigenbestimmung.

Erst 1997 erhielt Schottland unter der Regierung Tony Blair erstmals wieder ein eigenes Parlament. Mit einer überwältigenden Mehrheit wurde die Labour Party gewählt, die eine begrenzte Kompetenz in schottischen Fragen innerhalb des Vereinigten Königreichs erhielt. Im Jahr 1999 wurde ein neues Parlament in Schottland gewählt, welches für innerschottische Angelegenheiten zuständig ist.
Ab 2014 gelten neue Unabhängigkeitsbestrebungen für Schottland, diese werden allerdings im Moment nicht von der Mehrheit der Bevölkerung getragen.

Auf einer Rundreise durch Schottland können Sie die Erlebnisse aus den vergangenen Jahrhunderten noch gut nacherleben. Hinter fast jeder Ecke und jedem Stein können Sie in Schottland etwas Geschichtliches finden und die zahlreichen Schlösser sowie andere Sehenswürdigkeiten machen die Geschichte zu einem greifbaren Erlebnis.

Der schottische Nationalstolz ist bis heute stark ausgeprägt und ein wahrer Schotte wird immer darauf hinweisen, dass er ein Schotte und kein Engländer ist. Er wird alles tun, um so wenig Englisch wie möglich zu sein und gerade zu festlichen Anlässen kommt das Schottische besonders stark hervor – gestandene Männer in Kilts sind dann auch heute noch ein gängiges Bild. Nehmen Sie diesen Nationalstolz allerdings mit Humor auf und betrachten Sie nicht alles zu ernst, was der Schotte über den Engländer sagt. Äußern Sie sich gegenüber dem Schotten nur niemals darüber, dass Ihnen England besser gefällt.

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