Glen Coe

Glen Coe ist ein wildromantisches Tal, das als Pforte zu den schottischen Highlands gilt. Der gleichnamige Ort liegt am Ausgang des Tales an der Mündung des Flusses Coe in die Meeresbucht Loch Leven.

Glen Coe
Glen Coe - Tor zu den Highlands

Im Glen Coe erwartet Sie eine urwüchsige Naturlandschaft, die für viele Besucher zu den schönsten in Schottland gehört. Das Tal ist ein Paradies für Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber. Ein Netz von Wanderwegen durchzieht das gesamte Areal in den schottischen Highlands. Die Entstehung von Glen Coe ist auf vulkanische Aktivität zurückzuführen. Einst ragten charakteristische Vulkankegel in dieser Region in die Höhe, die im Lauf der Zeit durch mehrere Eiszeiten abgeschliffen und durch äußere Witterungseinflüsse weitestgehend abgetragen wurden. Zurück blieb ein wildromantisches Tal, das von hohen Bergrücken eingerahmt wird. Im Talgrund bahnt sich der Fluss Coe seinen Weg durch steinige Geröllhalden. Gespeist wird er durch unzählige Gebirgsbäche, die zum Teil unter donnerndem Getöse als Wasserfall von den Berghängen talwärts stürzen.

Großer Beliebtheit bei Aktivurlaubern erfreut sich das sogenannte Lost Valley. Dieser Abschnitt des Glen Coe ist von Wanderrouten unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgraden durchzogen. Auffällig ist die markante Felsformation der Three Sisters. Wie Drillinge erheben sich die Berge mit nahezu identischer Form über dem Tal. Ausgangspunkt für Wanderungen in dieser Region ist der Parkplatz, der dem Bergmassiv gegenüberliegt. Unweit der eindrucksvollen Felsformation befindet sich die Stadt Fort William, die von vielen Reisenden als Ausgangspunkt für Entdeckungen im Tal Glen Coe geschätzt wird. Der Ort wird vom mächtigen Ben-Nevis-Massiv überragt, in dem sich der höchste Berg Schottlands befindet. Das kleine Dorf Glen Coe ist der ideale Ausgangspunkt für mehrtägige Wanderungen rund um den 1.344 Meter hohen Berg. Der weitaus größte Teil von Glen Coe wird vom National Trust for Scotland verwaltet. Die gemeinnützige Organisation kümmert sich um den Erhalt dieser einzigartigen Naturlandschaft in den schottischen Highlands.

Bei einer Fahrt oder auf Wanderungen durch das Tal lässt sich kaum erahnen, dass Glen Coe im späten 17. Jahrhundert der Schauplatz grausamer Ereignisse war, die als das Massaker von Glen Coe in die Geschichte Schottlands eingingen. Der historische Hintergrund liegt in den vorangegangenen Jahrhunderten, als die armen schottischen Highland-Clans begannen, den reicheren Lowland-Clans das Vieh zu rauben. Unter dem Einfluss dieser Ereignisse entstand eine Rivalität zwischen dem Glen Coe Highland-Clan MacDonalds und dem Lowland-Clan Campell. König Wilhelm III. versuchte sich im Jahr 1691 nach der Niederschlagung des Jakobitenaufstandes diese Rivalität zunutze zu machen und beide Clans zur Loyalität zu zwingen. Der König bot ihnen eine Amnestie an, wenn die Clans bis zum 1. Januar 1692 einen Treueid ablegen. Die Nachricht von der Amnestie erreichte den MacDonald-Clan so spät, dass das rechtzeitige Ablegen des Treueschwurs nicht mehr möglich war. Im Februar 1692 führte der Campell-Clan auf Befehl des Königs an den Mitgliedern des Glen Coe MacDonald-Clans ein grausames Massaker aus, bei dem rund 40 Talbewohner getötet wurden.

Zahlreiche attraktive Ausflugsziele in der Nähe von Glen Coe ziehen in der warmen Jahreszeit die Reisenden an. Viele internationale Filmproduktionen wählten die Region als Kulisse für erfolgreiche Kinofilme. Unter anderem wurden die Filme Braveheart, Highlander und Harry Potter und der Gefangene von Askaban hier gedreht. Mit dem Glenfinnan Viadukt überqueren Sie eine Brücke, die in zahlreichen Filmen rund um den Zauberschüler eine Rolle gespielt hat. Das Glenfinnan Monument ist ein Mahnmal, das an die Toten der Jakobiten-Aufstände früherer Jahrhunderte gedenkt. Im Besucherzentrum am Eingang des Tales erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die landschaftlichen Besonderheiten und die historische Bedeutung von Glen Coe. Darüber hinaus sind hier Wanderkarten und Informationsmaterialien erhältlich. Die Anreise erfolgt idealerweise von Norden über die Fernverkehrsstraße A82. Sie verbindet die schottische Metropole Glasgow und die Hauptstadt der Highlands, Inverness, miteinander. Bereits auf der Anreise durchqueren Sie die Bilderbuchlandschaften der schottischen Highlands.

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