St. Andrews Castle - Burgruine und Golfareal

St. Andrews Castle ist eine Burgruine an der schottischen Nordseeküste. Sie liegt auf einem Felsvorsprung und war bis zur Reformation Wohnsitz der Erzbischöfe von St. Andrews.

St. Andrews Castle
St. Andrews Castle - Burgruine und Golfareal

Die schottische Stadt St. Andrews war im 10. Jahrhundert ein bedeutendes kirchliches Zentrum des Landes und Sitz der Erzbischöfe. Der Bau von St. Andrews Castle geht zurück auf das 12. Jahrhundert. Zunächst wurde mit der St. Andrews Cathedral ein Kirchenbau unter Bischhof Arnold errichtet. Wenig später ließ Bischof Roger die Burganlage St. Andrews Castle in unmittelbarer Nähe als Bischofssitz bauen. Während der Unabhängigkeitskriege im 14. Jahrhundert stand die Burg mehrfach im Brennpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen und wurde in Teilen zerstört. Mit der nahezu vollständigen Zerstörung durch die Schotten im Jahr 1336 sollten die Engländer an einer Nutzung des Bischofssitzes für ihre Zwecke gehindert werden. Zum Ende des 14. Jahrhunderts begann der Wiederaufbau durch Bischhof Walter Trail. Der heutige Grundriss der Burgruinen stammt noch aus dieser Zeit.

St. Andrews Castle entwickelte sich von diesem Zeitpunkt an wieder zu einem geistlichen Zentrum Schottlands. Mehrere schottische Könige erfuhren in den Mauern eine Erziehung durch die Bischöfe. König Jakob III. von Schottland wurde hinter den Mauern der Burg geboren. Im 15. Jahrhundert diente St. Andrews Castle darüber hinaus als Gefängnis. Das sogenannte Bottle Dungeon befand sich unter dem nordwestlichen Turm und war ein feuchter, unbelüfteter Raum, der in den Fels getrieben wurde. Im 16. Jahrhundert nahmen im Zuge der Reformation die religiösen Spannungen in Schottland zu. Unter Erzbischof James Beaton wurde die Befestigung der Burganlage ausgebaut. Der Neffe des Geistlichen David Beaton war ein erbitterter Gegner des protestantischen Englands zur Regierungszeit von König Henry VIII. Er ließ einen protestantischen Priester gefangen nehmen, in den Mauern der Burg einsperren und später verbrennen. Die protestantische Gegenbewegung sühnte das Verbrechen, indem sie die Burganlage in ihre Gewalt brachte und Beaton anschließend tötete.

Nach der Übernahme von St. Andrews Castle durch protestantische Kräfte wurde an diesem Ort die erste Protestantische Kongregation Schottlands etabliert. Später wurde die Anlage von den Truppen des schottischen Königs belagert. Zu diesem Zweck wurden sowohl von den Angreifern als auch von den Besatzern Stollen in den Fels getrieben, die erst im Jahr 1879 wiederentdeckt und freigelegt wurden. Heute können die unterirdischen Gänge besichtigt werden. Nachdem die französische Flotte in den Konflikt eingriff, unterlagen die Protestanten schließlich und viele wurden nach Frankreich gebracht. Die andauernden Auseinandersetzungen hatten große Zerstörungen an der Bausubstanz von St. Andrews Castle zur Folge. Ein letztes Mal wurde die Burg im 16. Jahrhundert unter Erzbischof John Hamilton im Stil eines Wohnsitzes wieder aufgebaut. Mit seinem Tod wurde die Anlage dem Verfall preisgegeben. Steine der Burg wurden zum Bau des Piers in St. Andrews genutzt und einzelne Teile wurden von den Wellen der Nordsee verschluckt. Die Verwaltung des historischen Erbes liegt heute in der Hand des Historic Scotland.

Die Burganlage von St. Andrews Castle kann ganzjährig besichtigt werden. Für den Besucherverkehr zugänglich sind die unterirdischen Gänge mit der Bezeichnung Mine und Countermine sowie das ehemalige Gefängnis unter dem Nordwestturm. Direkt an der Burganlage können Sie die Ruinen der St. Andrews Cathedral besichtigen. Die Ausmaße des gewaltigen Kirchenbaus lassen sich heute nur noch erahnen. Gut erhalten ist der St. Rule's Tower mit einer Aussichtsplattform. In der Nähe der Burgruinen befindet sich mit der Golfanlage St. Andrews Links die Wiege des Golfsports. Im Jahr 1754 wurde an dieser Stelle einer der ersten Golfklubs weltweit gegründet. Mit dem sogenannten Old Course befindet sich in der Anlage der vermutlich berühmteste Golfplatz der Erde. Der Golftourismus stellt für die Stadt St. Andrews die wichtigste Einnahmequelle dar. Die St. Andrews Links sind darüber hinaus einer der größten Arbeitgeber der Region. In der Hauptsaison sind mehr als 250 Angestellte und rund 150 freiberufliche Mitarbeiter auf der Anlage beschäftigt.

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