Ätna - der aktivste Vulkan Europas

Der Ätna ist der aktivste Vulkan Europas. Er liegt rund 30 Kilometer von der Hafenstadt Catania entfernt und wurde im Jahr 2013 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.

Ätna
Ätna - der aktivste Vulkan Europas

Der Ätna ist mit einer Höhe von 3.323 Metern der höchste Vulkan des europäischen Kontinents. Er besitzt vier Gipfelkrater, die im Verlauf der letzten 100 Jahre als Folge von Eruptionen entstanden sind. Die Höhe des Vulkans ändert sich stetig in Abhängigkeit von den immer wiederkehrenden Ausbrüchen. Im Verlauf mehrerer Jahrtausende haben sich weit über 400 Nebenkrater am Ätna gebildet. Die Entstehung des Vulkans liegt rund 600.000 Jahre zurück. Er entstand durch den Ausbruch unterseeischer Vulkane, die Eruptionsmaterial nach oben beförderten und den Vulkan über die Meeresoberfläche anhoben.

Das Ätna-Massiv besitzt einen Umfang von rund 250 Kilometern und bedeckt eine Fläche von mehr als 1.250 km². Der Vulkan liegt auf einer interkontinentalen Störungszone, die als Messina-Verwerfung bezeichnet wird. An dieser Stelle stoßen die Eurasische Platte und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander, wobei sich die afrikanische Platte unter die Eurasische schiebt. In der Folge entstehen in dieser Region immer wieder Erdbeben. Während der Eruptionen reißen an den Flanken des Berges tiefe Spalten auf, aus denen heiße Lava strömt. Bedingt durch den hohen Gehalt an Kieselsäure ist die Lava des Ätna recht dünnflüssig. Gase können bei dieser Konsistenz entweichen und führen nicht zum Aufbau eines Überdrucks, der sich explosionsartig entlädt. Damit unterscheidet sich der Ätna deutlich vom Vesuv bei Neapel, der eine andere geologische Struktur besitzt.

Die fruchtbaren Lavaböden am Fuß des Ätna ließen in den zurückliegenden Jahrtausenden eine dichte Besiedlung entstehen. In Abhängigkeit von der Höhe und den damit verbundenen unterschiedlichen Vegetationszonen gedeihen Zitrusfrüchte, Oliven, Pistazien und Feigen an den Berghängen des Ätna. Im Jahr 1987 wurde der Regionalpark Parco dell’Etna eingerichtet, der ein 58.000 Hektar großes Areal unter Naturschutz stellte. Der Ätna ist permanent aktiv und die Geschichte verheerender Ausbrüche lässt sich bis in vorchristliche Zeit zurückverfolgen. Im Jahr 1669 ereignete sich der bisher schwerste Ausbruch der Neuzeit. Damals wurden große Teile der Hafenstadt Catania unter Lavaströmen begraben. Der bislang schwerste Ausbruch im 21. Jahrhundert ereignete sich in der Nacht vom 16. zum 17. November 2013. Dabei schleuderte der Vulkan Lavafontänen bis zu 600 Meter hoch in den Himmel.

Die touristische Nutzung des Feuer speienden Berges wurde zur Mitte des 20. Jahrhunderts forciert. Über die Strada dell’ Etna gelangen Besucher bis auf eine Höhe von 1.995 Meter. Seit August 2004 ist eine neue Seilbahn in Betrieb, die Touristen bis auf eine Höhe von 2.500 Metern befördert. Von der Bergstation ist eine Weiterfahrt mit Bussen bis auf eine Höhe von rund 3.000 Metern möglich. Die Umrundung des Ätna-Massivs ist mit einer Eisenbahn möglich. Die Ferrovia Circumetnea beginnt in Catania und fährt auf einer Länge von 110 Kilometern fast einmal komplett um das Vulkan-Massiv. Der Faszination des Ätna war bereits der deutsche Dichter und Lyriker Johann Wolfgang von Goethe erlegen, der im Rahmen seiner Italien-Reise am Ende des 18. Jahrhunderts der Mittelmeerinsel Sizilien einen Besuch abstattete.

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