Liparische Inseln - Kleinod aus sieben Eilanden

Die Liparischen Inseln liegen vor der sizilianischen Küste im Tyrrhenischen Meer. Die Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs und wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Liparische Inseln
Liparische Inseln - Kleinod aus sieben Eilanden

Die Liparischen Inseln, die auch unter der Bezeichnung Äolische Inseln bekannt sind, liegen vor der sizilianischen Nordküste im Mittelmeer. Die sieben bewohnten Eilande erstrecken sich auf einer Fläche von 115 km². Die Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes begründete die UNESCO mit der Einmaligkeit der vulkanischen Landschaften auf der Inselgruppe. Mit einer Fläche von 37,5 km² ist Lipari die größte Insel. Panarea ist mit einer Fläche von 3,4 km² das kleinste Eiland.

Die Inselgruppe gehört zu einer Vulkankette, die sich in Süditalien vom Vesuv bis zum Ätna erstreckt. Die Inseln tauchten als Folge andauernder vulkanischer Aktivität aus dem Meer auf. In der Region schiebt sich als Folge eines geologischen Prozesses die afrikanische Kontinentalplatte unter die eurasische Platte. Entlang der Verwerfung entstehen regelmäßig Erdbeben und Vulkanausbrüche. Auf der Insel Stromboli erhebt sich der gleichnamige aktive Vulkan, der einen nahezu perfekt geformten Kegel besitzt. Auf der Insel Vulcano ragt ein weiterer Vulkan in die Höhe, dessen Zustand als inaktiv bezeichnet wird. Allerdings wird dem Vulkan Grande Fossa ein potenzielles Ausbruchsrisiko nachgesagt.

Die Besiedlung der Liparischen Inseln begann im 5. Jahrhundert v. Chr. von Sizilien aus. Funde mykenischer Keramik zeugen von den weitreichenden Handelsbeziehungen der Bevölkerung in der Antike. Den ersten griechischen Siedlern folgten im 3. Jahrhundert v. Chr. die Römer. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert dienten die Inseln als Piratenunterschlupf. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung der Inselgruppe. Wohlhabende Norditaliener ließen Ferienhäuser und Sommerresidenzen errichten und die Inseln Salina und Filicudi gelten als Treffpunkt des internationalen Jetsets.

Die Verbindung mit dem italienischen Festland und der Mittelmeerinsel Sizilien wird über regelmäßige Fährverbindungen sichergestellt. Eine Autofähre verkehrt in den Sommermonaten zwischen Palermo und der Inselgruppe. Tragflächenboote gewährleisten zweimal täglich die Überfahrt nach Neapel und Sizilien. Der Tourismus ist neben dem Fischfang die wichtigste Einnahmequelle der Bevölkerung. Der einst ertragreiche Bimssteinabbau wurde nach der Ernennung der Liparischen Inseln zum UNESCO-Weltnaturerbe eingestellt.

Die Liparischen Insel haben sich ihre natürliche Ursprünglichkeit weitestgehend erhalten. Einige Eilande wie Alicudi liegen so abgeschieden, dass den Warentransport noch immer Lastesel übernehmen. Ausgedehnte Naturreservate wurden zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt auf sechs von sieben Inseln eingerichtet. Auf der Insel Filicudi existiert eine Wild-Life-Station, auf der sich Biologen und Tierschützer um erkrankte Delfine und Meeresschildkröten kümmern. Im Sommer werden auf dem Areal Umweltkurse für Kinder angeboten.

Die geschäftigste Insel ist mit rund 11.000 Einwohnern Lipari. Während der Sommermonate steigt die Einwohnerzahl durch die zahlreichen Touristen leicht auf das Zehnfache. Ruhiger und beschaulicher geht es auf Stromboli und Alicudi zu. Blendend weiß getünchte Häuser schmiegen sich an schwarze Lavaberge und das Mittelmeer leuchtet türkisblau in der Sonne. Ein kulinarisches Highlight auf den Liparischen Inseln sind einheimische Kapern, die zum Würzen zahlreicher Gerichte genutzt werden. Sandstrände gibt es auf der gesamten Inselgruppe kaum. Dafür empfangen die Liparischen Inseln die Besucher mit spektakulären Felsklippen und reizvollen Wanderwegen.

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