Messina - Hafenstadt mit strategisch günstiger Lage

Messina ist eine Hafenmetropole an der Ostküste Siziliens. Die Stadt liegt an der engsten Stelle einer Meerenge, die als Straße von Messina bezeichnet wird, und die Sizilien vom italienischen Festland trennt.

Straße von Messina
Straße von Messina

Mit rund 241.000 Einwohnern ist Messina die drittgrößte Stadt auf Sizilien nach Palermo und Catania. Sie liegt unmittelbar an der Straße von Messina. Die Meerenge trennt die Mittelmeerinsel vom italienischen Festland und misst an der schmalsten Stelle nur drei Kilometer. Die Hafenstadt Catania liegt rund 90 Kilometer südlich von Messina und 70 Kilometer südwestlich von der Hafenstadt erhebt sich das Vulkanmassiv des Ätna. Messina liegt direkt auf einer geologischen Verwerfungszone, an der die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinanderstoßen. Aus diesem Grund kommt es in der Region häufig zu Erdbeben, die im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach schwere Zerstörungen in der Stadt anrichteten.

Messina gehört zu den niederschlagsreichsten Städten Siziliens, da die Hafenstadt nicht von hohen Gebirgszügen vor den Wolken geschützt wird. Mit durchschnittlich 12 Regentagen sind der Dezember und der Januar die regenreichsten Monate. Zwischen Juni und September herrscht hingegen Trockenheit und die Tageshöchsttemperaturen überschreiten regelmäßig die 30-Grad-Marke.

Bedingt durch die strategisch günstige Lage wurde Messina bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. durch Angehörige altgriechischer Völker besiedelt. Nach dem Ersten Punischen Krieg wurde Sizilien von den Römern erobert und wurde Teil der Provinz Sizilien. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert wurde der Leuchtturm von Messina errichtet, der auf einigen römischen Münzen verewigt wurde. Den Römern folgten im 9. Jahrhundert die Araber, bevor Messina im 11. Jahrhundert von den Normannen erobert wurde. Im Jahr 1783 verwüstete ein verheerendes Erdbeben weite Teile des Stadtgebietes. Der nachfolgende Tsunami raste über die Palazzi und Kirchen hinweg und zerstörte einen Großteil der historischen Bausubstanz. Zu einem weiteren schweren Erdbeben kam es im Jahr 1908, als 90 Prozent aller Gebäude zerstört wurden.

Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde der Dom von Messina, dessen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammen. Der frei stehende Campanile neben dem Gotteshaus beherbergt die größte mechanische Uhr der Welt. Die meisten Palazzi im Stadtzentrum wurden im frühen 20. Jahrhundert erbaut. Zu den ältesten Adelspalästen zählt der Palazzo Monte di Pietà, der im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Noch früher wurde der Orionbrunnen auf dem Domplatz erbaut. Der prachtvoll verzierte Brunnen aus dem Jahr 1547 wird von der steinernen Figur des Orion gekrönt.

Geschichtsinteressierte Besucher sollten sich nicht einen Besuch im Museo Regionale entgehen lassen. In den Ausstellungsräumen werden Fundstücke und Artefakte aus der griechischen und römischen Antike sowie aus der Zeit der arabischen Vorherrschaft in Messina gezeigt. Darüber hinaus ist in dem Museumskomplex eine Ausstellung mit Werken von Antonello da Messina und Caravaggio untergebracht.

Die Straße von Messina war in der Antike aufgrund ihrer unberechenbaren Strömungen und Wirbel bei Seefahrern berüchtigt. Der Sage nach hausten zu beiden Seiten der Meerenge zwei Seeungeheuer mit den Namen Skylla und Charybdis. In der Odysseus-Saga wird dieser Mythos aufgegriffen. Der Legende nach soll Charybdis sechs Gefährten des Seefahrers verschlungen haben, als er mit seinem Schiff die Meerenge passierte. Der Ort Scilla an der Straße von Messina ist nach einem der beiden Ungeheuer benannt.

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