Palermo - Hauptstadt mit Geschichte

Palermo ist mit rund 678.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Siziliens. Die Metropole liegt an der Nordküste der Mittelmeerinsel an einer Bucht des Tyrrhenischen Meeres.

Palermo
Palermo - Hauptstadt mit wechselvoller Geschichte

Als Hauptstadt der autonomen Region Sizilien ist Palermo das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum der italienischen Mittelmeerinsel. Das Stadtgebiet erstreckt sich in einer Bucht an der Nordküste und wird von den Höhenzügen des Monte Pellegrino im Norden und des Monte Catalfano im Osten eingerahmt. Umgeben wird Palermo von fruchtbaren Landstrichen mit der Bezeichnung Conca d'Oro. Der Name bedeutet so viel wie "Goldenes Becken" und geht vermutlich auf die Zeit der arabischen Vorherrschaft auf Sizilien zurück, als zahlreiche Orangenhaine das Stadtgebiet umgaben.

Palermo blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Phönizier einen Handelsstützpunkt in der Bucht. Im 4. Jahrhundert trafen die Griechen auf der Mittelmeerinsel ein und versuchten mehrfach Palermo und den wichtigen Hafen unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Versuche scheiterten jedoch und Palermo blieb bis zur Eroberung durch die Römer im Jahr 254 v. Chr. unter der Kontrolle Karthagos. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert geriet Sizilien zunächst unter die Herrschaft der Vandalen, bis im 9. Jahrhundert die Araber die Insel eroberten. Palermo erlebte in dieser Periode eine Blütezeit. Zum Ende des 11. Jahrhunderts eroberten die Normannen die Mittelmeerinsel und wurden erst im Jahr 1194 von den Staufern unter Friedrich II. abgelöst. Ihnen folgten Aragonier und Habsburger, bevor Sizilien im 19. Jahrhundert dem Königreich Italien angegliedert wurde.

Schwere Verwüstungen musste Palermo im Zweiten Weltkrieg verkraften. Große Teile des Stadtgebietes wurden zerstört und die Menschen zogen in der Folge in die Neubausiedlungen am Stadtrand. Nach dem Krieg wurde die Stadt eine Hochburg der Mafia, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Stadt kontrollierte. Erst zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts begann unter Bürgermeister Leoluca Orlando ein erbitterter Kampf gegen die mafiösen Strukturen in Palermo.

Trotz weitreichender Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat Palermo einige architektonische Highlights aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte zu bieten. Am zentralen Altstadtplatz Quattro Canti erheben sich imposante Barockpaläste mit aufwendig verzierten Fassaden. In der Nähe befindet sich die Piazza Pretoria mit dem prunkvollen Brunnen Fontana Pretoria aus dem 16. Jahrhundert.

Der bedeutendste Sakralbau in Palermo ist der Dom. Mit seiner Errichtung wurde im Jahr 1184 begonnen und im Lauf der Jahrhunderte wurde der Kirchenbau mehrfach erweitert. Im Dom wurden die Stauferkönige Friedrich II. und Heinrich VI. bestattet. Neben dem gotischen Gotteshaus mit der barocken Kirchenkuppel stehen im Stadtzentrum von Palermo mehrere Kirchengebäude im arabisch-normannischen Baustil. Gotische Kirchenbauten sind die Santo Spirito aus dem 12. Jahrhundert, die Kirche Sant’Agostino und das Gotteshaus San Francesco d’Assisi. Aus dem 16. Jahrhundert stammt die Kirche San Giuseppe dei Teatini mit ihrer prunkvollen Barockfassade.

Sitz der Vizekönige von Sizilien war einst der normannische Palast Palazzo die Normanni, an den sich mit der Porta Nuova ein ehemaliges Stadttor anschließt. Die mittelalterlichen Palastbauten in Palermo besitzen mehrheitlich ein fensterloses Untergeschoss mit einem Aufbau. Das Obergeschoss ist häufig in Säulenarkaden unterteilt. Im Palazzo Pretoria ist heute das Rathaus der Hafenstadt untergebracht. Das Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach ausgebaut und erweitert. Ein prachtvolles Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert ist das neoklassizistische Opernhaus Teatero Massimo. Es ist das größte Opernhaus Italiens und bietet in seinem Innenraum Platz für bis zu 3.200 Personen.

Zu den bedeutendsten Museen in Palermo gehört das Archäologische Regionalmuseum, in dem eine umfangreiche Sammlung antiker Fundstücke gezeigt wird. Die ältesten Artefakte kommen aus phönizischer Zeit, während Exponate jüngeren Datums aus der griechisch-römischen Antike stammen. Kunstwerke vom Mittelalter bis in die Gegenwart werden in der Regionalgalerie gezeigt und jahrhundertealte Sakralkunst können Sie im Diözesanmuseum bewundern.

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