Syrakus - Welterbe mit Vergangenheit

Syrakus ist eine Hafenstadt mit rund 122.000 Einwohnern an der Ostküste Siziliens. In der Antike war die Stadt jahrhundertelang das kulturelle Zentrum und die mächtigste Metropole auf der Mittelmeerinsel.

Syrakus
Syrakus - Welterbe mit Vergangenheit

Syrakus wurde im Jahr 2005 gemeinsam mit der Nekropolis von Pantalica von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Stadtgebiet erstreckt sich im Mündungsgebiet des Flusses Anapo. Der historische Altstadtkern befindet sich auf der Insel Ortygia im Mittelmeer, die durch eine schmale Meerenge vom Festland getrennt ist. Zwei Naturhäfen liegen zu beiden Seiten der etwa 40 Hektar großen Insel. Mit dem Festland Siziliens ist die Altstadt über die Brücke Ponte Nuovo verbunden. Im Seehafen Porto Grande fand im Jahr 413 v. Chr. eine bedeutende Seeschlacht zwischen Syrakus und der griechischen Metropole Athen statt.

Lange bevor die ersten griechischen Siedler nach Sizilien kamen, war das heutige Stadtgebiet von Syrakus von den Sikelern besiedelt. Auf die alte Volksgruppe ist die Nekropole von Pantalica zurückzuführen, die mehr als 5.000 Felsengräber aus dem 13.-8. Jahrhundert v. Chr. umfasst. Die Gründung von Syrakus datiert auf das Jahr 734 v. Chr. und erfolgte durch griechische Seefahrer. Im Jahr 212 v. Chr. wurde die Stadt von den Römern eingenommen. Bis zum Einfall der Araber im Jahr 831 blieb Syrakus die bedeutendste Stadt auf Sizilien. In den folgenden Jahrhunderten gehörte die Stadt zum byzantinischen, normannischen, aragonischen und österreichischen Herrschaftsbereich bis Sizilien im Jahr 1861 endgültig zum Königreich Italien gehörte.

Die Stadtgründung auf einer vorgelagerten Insel wurde nur durch eine Süßwasserquelle möglich, die Syrakus bereits in der Antike mit Trinkwasser versorgte. Die Quelle ist in Steine eingefasst und liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt. Sie wird von einem Wasserlauf gespeist, der unterhalb des Meeresgrundes verläuft. Zahlreiche Bauwerke in der historischen Altstadt von Syrakus erzählen von der wechselvollen Geschichte der Stadt. Zu den ältesten Bauwerken zählt der Apollontempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Er ist der älteste griechische Tempelkomplex außerhalb Griechenlands. Aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammen die Grundmauern des Doms Santa Maria delle Colonne. Einst erhob sich an dieser Stelle ein Tempel der Athene, deren Säulen noch an der Außenfassade erkennbar sind. Die verzierte Barockfassade erhielt der Dom nach Umbaumaßnahmen im 18. Jahrhundert.

Die Spuren der antiken Besiedlung von Syrakus sind heute im archäologischen Park im antiken Stadtteil Neapolis zu bewundern. Mit dem Teatro Greco befindet sich in diesem Areal ein griechisches Theater mit Sitzreihen aus Fels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Das Rund bot einst Platz für bis zu 15.000 Menschen. Nach aufwendigen Renovierungsmaßnahmen finden in der antiken Kulisse in den Sommermonaten Freilichtkonzerte und Theateraufführungen statt. Das römische Amphitheater in Syrakus stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Sehenswert sind die gewaltigen antiken Steinbrüche, in denen Griechen und Römer das Gestein zum Aufbau der Stadt gewannen.

Auf dem höchsten Punkt der antiken Metropole befindet sich mit dem Castello Eurialo eine Festungsanlage, die Dionysis I. im 4. Jahrhundert v. Chr. anlegen ließ. Geheimgänge führten unterirdisch in verschiedene Stadtteile. Bis zu 3.000 Soldaten fanden hinter den wehrhaften Mauern Platz und den Römern gelang die Einnahme im Jahr 212 v. Chr. nur durch Verrat. Alten Überlieferungen zufolge ließ der griechische Gelehrte Archimedes riesige Brennspiegel auf dem Gemäuer installieren, die die Segel der feindlichen Schiffe in Brand setzten.

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