Taormina - mehr als Palazzi und Kirchen

Taormina ist eine Kleinstadt an der Ostküste Siziliens, die sich aufgrund der zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten und der Lage in einer malerischen mediterranen Landschaft zu einem touristischen Zentrum Siziliens entwickelt hat.

Taormina
Taormina - mehr als Palazzi und Kirchen

Taormina liegt eingebettet in eine grüne Hügellandschaft an der Küste des Ionischen Meeres. Die rund 11.000 Einwohner zählende Küstenstadt liegt rund 40 Kilometer nordöstlich des Ätna auf halber Strecke zwischen Messina und Catania. Der Hauptort befindet sich auf einem 200 Meter hohen Plateau über dem Meer. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet bis in die Küstenregion. Den Höhenunterschied zwischen dem küstennahen Ortsteil Mazzaro und dem historischen Stadtzentrum überbrückt eine Seilbahn. Badestrände liegen in zwei kleinen Buchten an der Küste. Über eine lang gestreckte Sandbank mit dem Strand verbunden ist die idyllische Insel Isola Bella. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel und steht seit 1998 unter Naturschutz.

Die Gründung von Taormina erfolgt um das Jahr 1300 v. Chr. durch die Sileker, die intensive Handelsbeziehungen zur nahe gelegenen griechischen Siedlung Naxos unterhielten. Nach dem Fall des Römischen Reiches gehörte die Stadt lange zum byzantinischen Teil der Mittelmeerinsel, bevor sie im Jahr 902 von den Sarazenen erobert wurde. Die Araber zerstörten große Teile der antiken Bausubstanz. Das heutige Stadtbild wird maßgeblich von mittelalterlichen Bauwerken dominiert, die von den Arabern errichtet wurden.

Erhielten blieb das antike Theater, das nach der antiken Arena in Syrakus das zweitgrößte Amphitheater auf Sizilien ist. Im 2. Jahrhundert v. Chr. bauten die Römer das griechische Theater in Taormina zu einer Wettkampfarena aus, in der Tier- und Gladiatorenkämpfe abgehalten wurden. Das Amphitheater liegt an einem Hang und bot in der Antike Platz für bis zu 5.400 Zuschauer. Unmittelbar neben dem Theaterbau befindet sich mit dem Antiquarium ein archäologisches Museum, in dem zahlreiche Fundstücke aus griechischer und römischer Zeit ausgestellt werden. Ein weiteres Theater aus der römischen Kaiserzeit ist das Odeon, deren Überreste im Jahr 1892 zufällig bei Bauarbeiten im Stadtzentrum entdeckt wurden.

Neben den antiken Monumenten prägen zahlreiche Kirchen und Paläste das Stadtbild von Taormina. Im Stadtzentrum erhebt sich die Festungskathedrale, die im 15. Jahrhundert auf den Grundmauern eines älteren Vorgängerbaus errichtet wurde. Sehenswert ist der Barockbrunnen vor der Kathedrale mit seinen zwei übereinanderliegenden Wasserbecken. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die Kirchen San Guiseppe und Santa Caterina. Letztere beherbergt neben der Krypta ein Beinhaus. Prächtige Adelspaläste im Stadtzentrum von Taormina sind der Palazzo Corvaja, der an seiner Fassade arabische, byzantinische und normannische Bauelemente vereint und der Palazzo Duchi di Santo Stefano. Er war einst Sitz einer spanischen Adelsfamilie.

Überreste aus der Antike sind zwei Stadttore im Zentrum, die einst Teil eines wehrhaften Befestigungsringes um Taormina waren. Dazwischen erstreckt sich die lebhafte Fußgängerzone Corso Umberto, die zu einem Einkaufsbummel einlädt. In der Mitte zwischen beiden Stadttoren befindet sich die Piazza IX. Aprile. An dem zentralen Platz steht mit dem Torre dell’Orologio ein mittelalterlicher Turm aus dem 12. Jahrhundert, der heute ein Wahrzeichen von Taormina ist. Unterhalb des Corso Umberto liegt der drei Hektar große Stadtpark, der im englischen Stil angelegt wurde und von einem Netz an Spazierwegen durchzogen wird. Außerhalb des Stadtgebietes ist die kleine Ortschaft Castelmola ein beliebtes Ausflugsziel. Sie liegt auf dem Gipfel des Monte Tauro und bietet einen fantastischen Blick auf den Vulkangipfel des Ätna und auf Taormina.

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