Alhambra – islamische Baukunst

Die Alhambra ist eine Burganlage mit maurischen Stileinflüssen, die sich auf einem Hügel oberhalb von Granada erhebt und seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Alhambra
Alhambra - islamische Baukunst

Die mächtige Befestigungsanlage Alhambra befindet sich auf dem Sabikah-Hügel oberhalb der spanischen Stadt Granada. Der Name ist arabischen Ursprungs und bedeutet so viel wie "Rote Burg". Zurückzuführen ist die Bezeichnung auf die rötliche Färbung der Mauern. Die Alhambra gilt bis heute als eindrucksvollstes Beispiel maurischer Baukunst und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas. Unzählige islamistische Stilelemente prägen die Architektur des Bauwerkes, das aus mehreren Palästen, Innenhöfen, Türmen und Verteidigungsmauern besteht. Die Burg gleicht in ihrem Aufbau einer mittelalterlichen Ansiedlung mit einer befestigten Oberstadt und einer Zitadelle im Zentrum. In der Oberstadt waren der Adel und das höher gestellte Bürgertum beheimatet. Daneben existierten die Ansitze der Kaufleute und Handwerker sowie die Waffenschmiede in diesem Bereich.

Die ältesten Teile der Alhambra stammen aus dem 9. Jahrhundert und wurden zur Zeit der maurischen Vorherrschaft auf der Iberischen Halbinsel errichtet. In mehreren Kriegen gegen das Kalifat von Cordoba erwies sich die Burg als wehrhafte Verteidigungsanlage. Der erste Nasridenkönig Mohammed ibn Al-Ahmar, später bekannt unter dem Namen Mohammed I., verlegte im Jahr 1238 seinen Sitz nach Granada und erklärte die Alhambra zum Herrschaftssitz. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bestand das Emirat von Granada und während der Regierungszeit der Nasriden fanden zahlreiche Erweiterungsmaßnahmen an der Burg statt. Es entstanden der Wachturm, ein öffentliches Bad, das durch eine neu angelegte Wasserversorgung gespeist wurde und eine Moschee. Unter Jusuf I. und Mhammed V. wurden der Comares-Palast, das Tor der Gerechtigkeit und der Löwenhof mit den umliegenden Gebäuden erbaut. Nach der Eroberung Granadas durch die Truppen der katholischen Könige erfolgten weitere Baumaßnahmen auf dem Areal der Alhambra. Den Bau des riesigen Renaissance-Palastes ließ der spanische König Karl V. im 16. Jahrhundert in Auftrag geben. Er sollte später als Regierungssitz dienen, wurde aber wegen der tief greifenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen nach der Entdeckung Amerikas nie fertiggestellt.

Ihren hohen Bekanntheitsgrad bezieht die Alhambra vor allem aus den zahlreichen Stilelementen islamischer Baukunst. Kernstück der Anlage sind die prachtvollen Nasridenpaläste, die den arabischen Herrschern einst als Regierungssitz dienten. Arabische Stuckarbeiten und islamistische Fresken und Mosaike verzieren die Innenräume der Palastanlagen. Der Löwenhof bildet den Mittelpunkt des einstigen Machtzentrums. Ein Springbrunnen, der von 12 steinernen Löwen getragen wird, erhebt sich im Zentrum. Sämtliche Säulen und Wände sind mit Verzierungen und Malereien bedeckt. Die schwungvollen Bögen in den Inneräumen dienten mehrheitlich der Verschönerung und besaßen keine stützende Funktion. Als weitere Dekorationselemente wurden eindrucksvolle Stalaktitgewölbe in die Alhambra eingefügt. Sie bestehen aus wabenförmig übereinander gelagerten Zellen und können im Abencerrajes-Saal und im Zwei-Schwestern-Saal bewundert werden.

Zu den bedeutendsten Bauwerken der Neuzeit auf dem Gelände der Alhambra gehört der Renaissance-Palast, den König Karl V. errichten ließ. Das unvollendete Bauwerk wurde im Jahr 1527 in Auftrag gegeben und dem Palast mussten Teile der arabischen Nasridenpaläste weichen. Das Gebäude beherbergt heute das Museum der Alhambra und das Museum der schönen Künste. Die achteckige Kapelle an der nordöstlichen Seite des Palastes erinnert in ihrem Aufbau an den Aachener Dom, in dem König Karl V. Im Jahr 1520 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gekrönt wurde. Neben den Mauern der Festung erhebt sich der als Generalife bezeichnete Sommerpalast. Er ist umgeben von einer weitläufigen Gartenanlage mit einem dichten Baumbestand, die über einen zypressengesäumten Spazierweg erreicht werden kann. Der Landschaftsgarten wurde im maurischen Stil angelegt und gilt bis heute als eine der besterhaltenen Anlagen dieser Art auf dem europäischen Kontinent. Besonders sehenswert sind die Wasserspiele im sogenannten Hof des Wasserkanals, der aus einem langen Wasserbecken besteht, das von Blumenbeeten und Grünflächen eingerahmt wird.

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