Córdoba – UNESCO-Weltkulturerbe in Andalusien

Córdoba ist die Hauptstadt der gleichnamigen spanischen Provinz. Die historische Altstadt gehört zu den populärsten Touristenzielen des Landes und wurde im Jahr 1984 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Cordoba
Cordoba - Weltkulturerbe in Andalusien

Córdoba liegt am Fluss Guadalquivir und blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Einst existierte auf dem heutigen Stadtgebiet eine iberische Siedlung, die im Jahr 169 v. Chr. von den Römern eingenommen wurde. In der Folge entwickelte sich die Stadt zu einer bedeutenden Handelsmetropole und wurde bereits im 4. Jahrhundert Bischofssitz. Im Jahr 711 eroberten die Mauren die andalusische Stadt. Im Jahr 756 stieg Córdoba zur Hauptstadt des Emitares von Córdoba auf. 200 Jahre später lebten rund 500.000 Menschen in der Stadt, die damit zu einer der größten Ansiedlungen der damals bekannten Welt wurde. Ab dem 11. Jahrhundert gehörte die Stadt wechselnden Herrschaftsbereichen an, bis sie im Jahr 1236 von christlichen Truppen für Kastilien zurückerobert wurde. Im Rahmen des spanischen Unabhängigkeitskrieges wurde Córdoba im Jahr 1808 von französischen Truppen geplündert und weitestgehend zerstört.

Zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt gehört mit der Mezquita-Cathedral eine ehemalige Moschee, die mit ihren gewaltigen Ausmaßen zu den eindrucksvollsten Gebäuden der Welt gehört. Der Baubeginn für das Monumentalbauwerk war im Jahr 785 und erfolgte auf Anordnung von Abd al-Rahman I., dem ersten Emir von Córdoba. Zwischen 833 und 852 und im Jahr 987 fanden umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen statt. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts bedeckte die Moschee eine Grundfläche von rund 23.000 Quadratmetern bei einer Länge von 175 Metern. Nach der Rückeroberung Córdobas durch die Christen erfolgte der Umbau zur Kirche und in das Zentrum der einstigen Moschee wurde in einer mehr als 200-jährigen Bauzeit eine christliche Kathedrale gebaut. Knapp 860 Marmorsäulen tragen übereinander liegende Bögen und im Inneren der Mezquita sind neben einem byzantinischen Mosaik architektonische Elemente des ägyptischen, griechischen und westgotischen Baustils zu bewundern. Baumerkmale der Renaissance und des Barocks finden sich in den Kuppelgewölben und im Chor.

Römischen Ursprungs ist die sogenannte Alte Brücke über den Rio Guadalquivir. Sie wurde im Jahr 45 v. Chr. erbaut und im 10. Jahrhundert von den Mauren grundlegend erneuert. Nach dem Ende der maurischen Vorherrschaft auf der Iberischen Halbinsel erfolgten mehrfach Renovierungsmaßnahmen zur Erhaltung der alten Bausubstanz. Am Ende der antiken Flussüberquerung erhebt sich mit dem Torre de la Calahorra ein mittelalterlicher Wachturm, in dem heute ein Museum untergebracht ist. Die Ausstellungen befassen sich inhaltlich mit der friedlichen Koexistenz verschiedener Religionen in Córdoba während der maurischen Zeit. Die Schlossanlage Alcazar de los Reyes Cristianos wurde im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern eines arabischen Vorgängerbaus errichtet. Das Gebäude ist von einer weitläufigen Gartenanlage umgeben, die in zwei Ebenen unterteilt ist. Im Inneren des Schlosses können römische Sarkophage aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. und antike Mosaiken bestaunt werden.

Zu den bedeutendsten Palastanlagen Córdobas gehört der Palacio de Viana aus dem 16. Jahrhundert. Der Palast beherbergt ein Museum, eine umfangreiche Bibliothek und zahlreiche Ausstellungsräume mit historischen Einrichtungsgegenständen, Wandteppichen und Waffen. Zahlreiche Plätze in der Altstadt zeugen mit ihrer historischen Bausubstanz noch heute vom einstigen Reichtum der spanischen Metropole. Der Plaza del Potro wurde nach einem Brunnen aus dem Jahr 1577 benannt, der sich im Zentrum befindet. Das alte Gasthaus am Platz stammt aus dem 15. Jahrhundert und empfängt die Besucher mit einem romantischen Innenhof. Zu den steinernen Zeugen der römischen Epoche gehören die Ruinen eines Tempels aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Zu den wenigen vollständig erhaltenen Synagogen in Spanien gehört die Sinagoga de Córdoba im ehemaligen jüdischen Viertel der Altstadt. Das sakrale Bauwerk wurde im 14. Jahrhundert errichtet und verfügt über kunstvolle Stuckverzierungen über dem Eingangsportal. Sehenswert ist das von engen Gassen durchzogene Altstadtviertel Juderia, in dem früher Araber und Juden gemeinsam lebten.

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