Jerez de la Frontera – Ursprungsort des Sherrys

Jerez de la Frontera ist eine spanische Großstadt in Andalusien, die als Geburtsort des Sherrys gilt und Heimat der Königlich-Andalusischen Hofreitschule ist.

Jerez de la Frontera
Jerez de la Frontera - Ursprungsort des Sherrys

Jerez de la Frontera ist eine Metropole in der spanischen Provinz Cádiz und liegt in der Nähe der Costa de la Luz. Rund 212.000 Einwohner leben in der Großstadt im Südwesten Spaniens. Der Namenszusatz de la Frontera weist den Ort als Frontstadt aus und bezieht sich auf die lange andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Mauren und Christen in der Region. Jerez de la Frontera ist die Heimat des weltbekannten Sherrys. Vor mehr als 3.000 Jahren ließen sich die Phönizier in der Region nieder und begannen mit dem Weinanbau. Die Mauren führten die Tradition fort und die klimatisch begünstigten Täler entwickelten sich zu einem bedeutenden Zentrum der Weinherstellung. Damals wurde unter anderem ein süßer Likör hergestellt, der unter der Bezeichnung Sherish bekannt und exportiert wurde.

Die Nähe der Stadt zur Küste hatte immer wieder Piratenüberfälle zur Folge, was die Handelstätigkeiten beeinträchtigte. Im 17. Jahrhundert ließen sich Engländer in der Region von Jerez de la Frontera nieder und begannen das Geschäft mit dem Sherry auszubauen. Damals entstanden große Weinkellereien, die noch heute im Stadtgebiet besichtigt werden können. Um dem Wein eine perfekte Reife zu garantieren, mussten äußere Bedingungen wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur genau eingehalten werden. Diese Voraussetzungen wurden mit dem Bau von charakteristischen Gebäuden geschaffen, die über dicke Mauern, dunkle Innenräume und ständige Luftzirkulation verfügten. Die Bauwerke zeichneten sich durch ihre charakteristische Architektur aus. In Abhängigkeit von der Reifezeit wurden verschiedene Sherry-Sorten produziert. Allein 36 als Bodegas bezeichnete Weingüter widmeten sich der Herstellung des Likörs. Die bedeutendsten Kellereien können Sie im Rahmen einer Führung besichtigen. Zu ihnen gehören die Bodegas Sandemann, Pedro Domecq und Tio Pepe.

Die lange Tradition der Pferdezucht und Reitkunst in Andalusien entstand zur Zeit der maurischen Vorherrschaft. Die Araber führten die Pferderasse der Berber auf der Iberischen Halbinsel ein. Ab dem 15. Jahrhundert fand eine Vermischung mit einheimischen Rassen und eine Veredelung statt. Das Erbe der Mauren führten die Kartäusermönche in Jerez fort und wurden vom spanischen Königshaus mit der Schenkung von 4.000 Hektar Land belohnt. Die als Andalusier bezeichneten Pferde werden heute zu den arabischen Rassen gezählt. Die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez de la Frontera befindet sich im Norden der Stadt und ist in einem Palast aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Bekannt ist die Reitschule für ihre Dressurschauen "Cómo Bailan los Caballos Andaluces", was so viel wie "Der Tanz der andalusischen Pferde" bedeutet. Die Vorstellungen werden mit den edelsten Tieren der Pferderasse inszeniert. Im Rahmen eines Besuches der Dressurschau können die Ställe und das Museum der Reitkunst auf dem Gelände besichtigt werden.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören zahlreiche Kirchen und Kathedralen. Die Kathedrale von Jerez wurde im 18. Jahrhundert auf den Grundmauern einer Moschee errichtet. Der Glockenturm kann erklommen werden und bietet von seiner Spitze einen fantastischen Ausblick auf das Stadtgebiet. In der Architektur finden sich Elemente der Gotik, des Barocks und des Neoklassizismus. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche Iglesia de San Miguel erbaut. Auffälligste Merkmale des Gotteshauses sind der blau gekachelte Turm und die aufwendig verzierte Südfassade. Das Kartäuserkloster La Cartuja liegt rund fünf Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Jerez de la Frontera und kann besichtigt werden. Der sogenannte Alcazar ist eine Festung, die im 11. Jahrhundert zur Zeit der Mauren errichtet wurde. Hinter den Mauern befindet sich eine Palastanlage, die im Stil der Renaissance umgestaltet wurde, arabische Bäder und eine gotische Kapelle. In der Fußgängerzone zwischen Alt- und Neustadt liegt das lebhafte Stadtzentrum von Jerez de la Frontera. In diesem Bereich befinden sich zahlreiche Geschäfte, Boutiquen, Cafés und Restaurants.

TOP