Ronda – erhaben über der Schlucht

Ronda ist eine spanische Stadt in Andalusien, deren historische Altstadt sich wie ein Adlerhorst hoch über einer 100 Meter tiefen Schlucht an den Felsen klammert.

Ronda
Ronda - erhaben über der Schlucht

Ronda liegt in der spanischen Provinz Málaga und gehört geografisch zu Andalusien. Die Provinzhauptstadt Málaga liegt rund 130 Kilometer von Ronda entfernt und die Mittelmeerküste der Costa del Sol befindet sich etwa 50 Kilometer südlich der Stadt. Ronda ist wegen der grandiosen Lage hoch über der Schlucht El Tajo bekannt, die der Fluss Rio Guadalevin in Jahrtausenden in den Fels geschnitten hat. Stolz und erhaben liegt die rund 36.000 Einwohner zählende Stadt auf einem Hochplateau unmittelbar an der senkrecht herabstürzenden Schlucht. Sie wird umgeben von mächtigen Gebirgszügen, in denen die Naturparks Sierra de Grazalema und Sierra de las Nieves liegen. Die Schlucht trennt die maurisch geprägte Altstadt und die als El Mercadillo bezeichneten jüngeren Stadtviertel voneinander.

Mit der Arabischen Brücke, der Alten Brücke und der sogenannten Neuen Brücke aus dem 18. Jahrhundert überspannen drei eindrucksvolle Brücken den tiefen Canyon und verbinden beide Stadtteile miteinander. Prähistorische Funde in der Region lassen den Schluss zu, dass es sich bei der Stadt Ronda um eines der ältesten Siedlungsgebiete in Spanien handelt. Die Entstehung der Wandmalereien in der Höhle Cueva de la Pileta rund 20 Kilometer vom Stadtgebiet wird auf den Zeitraum zwischen 18.000 und 15.000 Jahren v. Chr. datiert. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert befanden sich in der Bergregion iberische und keltische Siedlungen, die Handelsbeziehungen mit den Griechen und Phöniziern unterhielten. Ihnen folgten die Römer, die einen Tempel zu Ehren von Julius Caesar errichteten. Im Jahr 713 fiel Ronda unter maurische Herrschaft. Die arabischen Eroberer errichteten eine Befestigungsanlage auf den Grundmauern eines römischen Verteidigungsbauwerkes. Die Herrschaft der Mauren auf der Iberischen Halbinsel dauerte bis zum 15. Jahrhundert. Danach eroberten katholische Truppen das spanische Festland zurück und Ronda wurde spanisch. In der Folge wurden zahlreiche Moscheen und Gebäude arabischer Bauart abgerissen und ersetzt.

Ronda spielte eine bedeutende Rolle in der Entstehung des Stierkampfes als Massenveranstaltung. Die Stierkampfarena Plaza de Toros wurde im späten 18. Jahrhundert eröffnet und gehört damit zu den ältesten Veranstaltungsorten dieser Art in Spanien. Bis zu 5.000 Zuschauer finden in dem Oval Platz, dessen alte Bausubstanz weitestgehend erhalten ist. An der Plaza de Espana erhebt sich das alte Rathaus von Ronda. Zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Stadt gehören die drei Brücken, die die Schlucht El Tajo überspannen. Die arabische Brücke Puente Arabe stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und besitzt eine Höhe von 30 Metern. Von dieser Schluchtüberquerung reicht der Blick bis zu der als Puente Viejo bezeichneten Alten Brücke, die aus maurischer Zeit stammt. Das Altstadtzentrum betreten die Besucher durch das Tor Puerta Felipe V. aus dem Jahr 1742. Die Straße windet sich steil den Berg hinauf und die maurischen Strukturen des Stadtgebietes sind an einigen Stellen noch erkennbar.

Zu den wenigen Bauwerken in Ronda aus maurischer Zeit, die von den Zerstörungen nach dem Abzug der Araber verschont geblieben sind, gehören neben der Alten Brücke die Arabischen Bäder, der Palacio de Mondragón und das einstige Minarett Alminar de San Sebastián, das zum Kirchturm umgebaut wurde. Auf den Grundmauern einer Moschee wurde die bedeutendste Kirche der Stadt mit dem Namen Santa Maria Mayor errichtet. An der schmalsten Stelle der Schlucht befindet sich mit der Puente Nuevo die sogenannte Neue Brücke. Das eindrucksvolle Bauwerk besitzt eine Höhe von 98 Metern und Baubeginn war im Jahr 1751. Am Puerta de los Molinos zweigt ein Weg ab, der in die Schlucht hinab führt. Der Abstieg über einen steilen Pfad dauert rund 15 Minuten und der Blick von unten auf die imposanten Brückenkonstruktionen und die Stadt auf dem Felsen ist überwältigend.

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