Sevilla – die Hauptstadt Andalusiens

Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens und im historischen Stadtzentrum erheben sich zahlreiche Bauwerke aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Sevilla
Sevilla - Hauptstadt Andalusien

Sevilla ist mit einer Einwohnerzahl von knapp 700.000 die viertgrößte Stadt Spaniens und gehört zu den populärsten touristischen Zielen auf der Iberischen Halbinsel. Das Stadtgebiet erstreckt sich zu beiden Seiten entlang des Flusses Guadalquivir. Das mediterrane Klima und der Wasserreichtum lassen eine üppige subtropische Vegetation in der Stadt gedeihen. Die Straßen werden von Dattelpalmen gesäumt und in den Parks und Grünanlagen wachsen Magnolien, Olivenbäume und Bitterorangen. Das Stadtbild wird von zahlreichen historischen Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten geprägt. Einst war die Handelsmetropole von einer wehrhaften Stadtmauer mit insgesamt 66 Türmen umschlossen. Die Überreste der Befestigung sind heute noch an einigen Stellen sichtbar. Das Klima ist mediterran und unterliegt ozeanischen Einflüssen. Im Sommer übersteigen die Höchstwerte regelmäßig die 35-Grad-Marke, was Sevilla zu einer der heißesten Städte Europas macht.

Sevilla blickt auf eine lange Vergangenheit als bedeutendes Handelszentrum zurück, die bereits vor der Ankunft der Römer in der Antike begann. Der römische Imperator Julius Caesar erhob Sevilla im Jahr 45 v. Chr. in den Rang einer römischen Stadt. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches in der Spätantike wurde die Stadt unter der Herrschaft der Westgoten im 5. Jahrhundert Bischofssitz. Bis zur Eroberung durch die Mauren im Jahr 712 war die Stadt unter dem Namen Hispalis bekannt. Erst unter arabischer Herrschaft entstand die Bezeichnung Sevilla für das Handelszentrum auf der Iberischen Halbinsel. Einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Stadt mit der Errichtung eines Scheinkalifates im 10. Jahrhundert. Im Jahr 1248 eroberten die spanischen Christen die Stadt, was zur Abwanderung Hunderttausender Mauren führte. Zu Beginn der Neuzeit erlangte Sevilla im 16. und 17. Jahrhundert wichtige Bedeutung als ein Hauptumschlagsplatz des spanischen Seehandels mit der neuen Welt. Mit der zunehmenden Verlandung des Flusses Guadalquivir nahm die Bedeutung als Handels- und Warenumschlagsplatz im 18. Jahrhundert ab.

Die nahezu vollständig erhaltene Innenstadt von Sevilla ist ein architektonisches Kleinod, das Baudenkmäler aus verschiedenen Jahrhunderten vereint. Zu den eindrucksvollsten Gebäuden gehört die Kathedrale, die in einer mehr als 100-jährigen Bauzeit zwischen 1401 und 1519 errichtet wurde. Sie wurde auf den Grundmauern einer maurischen Moschee erbaut und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das sakrale Bauwerk besitzt fünf Kirchenschiffe und die Innenräume sind mit kunstvollen Fresken und Glasmalereien ausgestattet. In der Kathedrale befindet sich das Grabmal für den Entdecker Christoph Kolumbus. Neben dem Gotteshaus erhebt sich mit der Giralda ein 97 Meter hoher Glockenturm, der mit seiner Höhe maßgeblich die Silhouette der Innenstadt bestimmt. Ein Baudenkmal aus dem Mittelalter ist der Königspalast von Sevilla. Die Grundmauern des als Alcázar bezeichneten Gebäudes stammen aus maurischer Zeit. Weite Teile des heutigen Palastes wurden bis zum Jahr 1364 für Peter I. errichtet. Später wurden einzelne Gebäudeteile hinzugefügt und die Anlage schrittweise vergrößert.

Östlich vom Königspalast liegt das ehemalige Judenviertel der Stadt. Im Zuge des aufkommenden Antisemitismus im 14. Jahrhundert wurden die jüdischen Einwohner aus dem Barrio de Santa Cruz vertrieben und die Synagogen wurden in christliche Gotteshäuser umgewandelt. Heute ist das Stadtviertel aufwendig restauriert und gehört mit seinen zahlreichen kleinen Cafés und Bars zu den beliebtesten Treffpunkten in der Stadt. Ein Bauwerk aus dem Jahr 1220 ist der Torre del Oro am Flussufer des Guadalquivir. Der einstige Wachturm besaß früher ein goldenes Dach und beherbergt heute ein Museum, in dem die Geschichte des Bauwerks erzählt wird. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Sevilla gehört darüber hinaus der Stadtpalast Casa de Pilatos. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich heute im Besitz der Familie Medinaceli. Im Rahmen einer Führung besichtigen Sie die Hauskapelle, die gepflegten Gärten im Außenbereich und die prunkvollen Räume im Inneren des Gebäudes. Die Architektur vereint Elemente aus der italienischen Renaissance und des arabischen Mudejar-Stils.

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