Aphroditefelsen - magische Ausstrahlung

Der Aphroditefelsen im Südwesten Zyperns markiert die Stelle, an der die griechische Liebesgöttin der Gischt des Mittelmeeres entstiegen sein soll.

Im Südwesten Zyperns rund um die Hafenstadt Paphos ist der Kult um die griechische Liebesgöttin Aphrodite allgegenwärtig. Mit dem Bad der Aphrodite und dem Aphroditefelsen befinden sich in dieser Region zwei Landschaftsformationen, die eng mit der griechischen Mythologie verbunden sind und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten auf der Mittelmeerinsel gehören. Die Überlieferung besagt, dass am Strand Petra tou Romiou Beach unmittelbar am Aphroditefelsen die Liebesgöttin der schäumenden Gischt des Meeres entstiegen sein soll. Pilger aus allen Teilen der Welt strömten bis zur Christianisierung Zyperns im 3. Jahrhundert n. Chr. an diesen mystischen Ort und noch heute übt die magische Ausstrahlung der Gesteinsformation an der Küste eine große Anziehungskraft auf verliebte Paare aus. Ein Abstecher zum Aphroditefelsen gehört heute zum Pflichtprogramm während eines Zypern Urlaubs und an dem mit Steinen durchsetzten Sandstrand tauchen Sie tief in die Welt der griechischen Mythologie ein.

Der Aphroditefelsen ist zu jeder Jahreszeit ein viel besuchter Ort und vor allem junge Menschen fühlen sich von der mystischen Ausstrahlung der Gesteinsformationen magisch angezogen. Die Einheimischen sagen, dass der Felsen dreimal umrundet werden muss, um gemeinsam mit dem Partner das Glück der ewigen Liebe zu finden. Neben jungen zypriotischen Paaren vertrauen viele Urlauber auf die Vorhersage und begeben sich in hellen Vollmondnächten auf den Weg, um den Aphroditefelsen zu umkreisen. Zu dieser Zeit kann es durchaus eng am Strand werden, denn zahlreiche Verliebte vertrauen auf die verheißungsvolle Vorhersage und finden sich zu nächtlicher Stunde am Aphroditefelsen ein. Nach der Umrundung ist es Brauch, ein Schleifchen als Zeichen der Anwesenheit zu hinterlassen. Aus diesem Grund wehen unzählige weiße, rote, blaue und gelbe Textilschleifen in den Büschen am Ufer im Wind.

Mehrere antike Quellen berichten in unterschiedlichen Abhandlungen von der Geburt Aphrodites auf der Insel Zypern. Zu den allgemein akzeptierten Versionen gehört die Hesiods Theogonie aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert. Darin wird über die Entstehung des griechischen Göttergeschlechts berichtet. Demnach verfolgte die als Mutter Erde bezeichnete Gaia einen Plan, sich von ihrem Gatten Uranus zu trennen, der viele der gemeinsamen Kinder in die dunkle Unterwelt Tartaros verbannte. Gaia brachte schließlich heimlich die Titanen zur Welt und verbarg sie vor ihrem Gatten. Gemeinsam mit ihrem Sohn Kronos ersann sie eine List, in deren Verlauf der Sohn den Vater kastrierte und das abgetrennte Glied in das Meer warf. Das Wasser tobte und schäumte und aus der Gischt wuchs Aphrodite hervor. Die schäumende Flut trug sie an die zyprische Küste, wo Aphrodite in der Nähe von Páfos an Land ging und als neue Herrscherin verehrt wurde. Ihre Bestimmung war es, Liebe zu stiften und weder Menschen noch Götter konnten sich ihrer Anmut und Sinnlichkeit entziehen.

Die griechische Göttin der begehrlichen Liebe wird seit dem 12. Jahrhundert v. Chr. in der Region um Paphos verehrt. Ihr zu Ehren wurde ein Heiligtum errichteten. Der Aphrodite-Tempel in der Ortschaft Koúklia wurde zum Ziel zahlreicher Pilger aus allen Teilen des Mittelmeerraumes. Von ihm sind heute nur noch die Grundmauern erhalten. Die meisten Anbauten an der antiken Tempelanlage stammen aus römischer Zeit und wurden von verschiedenen Kaisern errichtet. Zu besichtigen sind die Überreste von Säulenhallen und Bodenmosaike aus der römischen Antike. Die größten Schäden wurden dem Bauwerk im Mittelalter zugefügt, als der Palast hauptsächlich als Steinbruch diente. Im archäologischen Museum, das im Kastell Chateau de Covocle untergebracht ist, können Sie geborgene Relikte aus dem Aphrodite-Tempel besichtigen. Unter anderen wird in den Ausstellungsräumen der schwarze Kultstein der Aphrodite gezeigt und zahlreiche römische Münzen, die das Heiligtum zum Motiv haben.

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