Byzantinisches Museum - umfangreiche Sammlung

Das Byzantinische Museum in der zyprischen Hauptstadt Nikosia enthält die umfangreichste Sammlung byzantinischer Kunstgegenstände, Ikonen, Kleidungsstücke und religiöser Artefakte auf der Mittelmeerinsel.

Byzantinisches Museum
Byzantinisches Museum - umfangreiche Sammlung

Das Byzantinische Museum Zyperns befindet sich im Kulturzentrum der Stiftung Erzbischof Makarios III. in der Hauptstadt Nikosia. Es beherbergt zahlreiche byzantinische Kunstgegenstände aus verschiedenen Jahrhunderten, die Ihnen einen Einblick in 1500-jährige Kunstgeschichte der Mittelmeerinsel geben. Die drei großen Ausstellungsräume befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes. Das Byzantinische Museum wurde im Jahr 1982 eröffnet und beherbergt eine Sammlung wertvoller Ikonen, Wandmalereien, Kirchengewänder und Keramikgefäße vom 6. bis zum 19. Jahrhundert. Dem Museum angeschlossen ist eine Werkstatt, in der Handschriften und Ikonen professionell restauriert werden, bevor Sie in den Ausstellungsräumen einen festen Platz erhalten. Die Exponate stammen aus allen Teilen der Mittelmeerinsel. Die byzantinische Vergangenheit Zyperns wird auf diese Weise anschaulich dokumentiert. Vor der Führung werden Audio-Guides an die Besucher ausgegeben, die Informationen zu den Ausstellungsstücken in verschiedenen Sprachen wiedergeben.

Kernstück des Byzantinischen Museums in Nikosia ist eine Sammlung von mehr als 200 Ikonen aus verschiedenen Abschnitten der Zeitgeschichte. Große Teile dieser Sammlung befinden sich im ersten Raum des Museums. Zu den ältesten Ikonen gehört die Panagia Vlachernitissa. Das kleine Heiligenbild stammt aus dem 9. Jahrhundert, als Zypern häufig von arabischen Überfällen heimgesucht wurde. Aus spätbyzantinischer Zeit stammen die großflächigen Ikonen mit den Titeln "Panagia auf dem Thron mit karmelitischen Mönchen" und "Heiliger Nikolaus mit Spendern", die im 13. Jahrhundert entstanden sind. Aus der Kirche des Erzengels Michael im türkisch besetzten Teil Zyperns stammt eine zweiteilige Ikone, die 16 Szenen aus dem Leben Jesus Christus und der Heiligen Mutter Gottes zeigt. Das Kunstwerk gehört zu den wenigen religiösen Schätzen, die aus dem Nordteil der Mittelmeerinsel gerettet wurden. Aus dem 14. Jahrhundert stammen Teile der Wandmalereien aus der Kirche des Heiligen Nikolaus in Kakopetria. Sie wurden von der Apsis und den Bögen abgelöst, als man bei Restaurierungsarbeiten noch ältere Wandmalereien darunter entdeckte, die aus dem 11. Jahrhundert stammten.

Im zweiten Saal des Byzantinischen Museums wird eine Sammlung von Altartüren präsentiert, die zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert angefertigt wurden. An den Türen lässt sich hervorragend die Entwicklung der Holzschnitzkunst von der Venezianerzeit bis zur Herrschaft der britischen Kolonialmacht erkennen. Dazwischen lag eine jahrhundertelange Periode, in der die Osmanen die Vorherrschaft auf Zypern ausübten. Während die Altartüren aus der Venezianerzeit mit Pflanzenmustern und Blumenranken verziert sind, zeigen die osmanischen Türen deutliche Merkmale des türkischen Barocks. In diesem Ausstellungsraum befinden sich darüber hinaus mit den Bruchstücken eines Mosaiks aus dem 6. Jahrhundert die ältesten Ausstellungsstücke des Byzantinischen Museums. Sie zierten ursprünglich die Apsis der Kirche Panagia Kanakarias und stammen aus der frühbyzantinischen Zeit. Nach dem türkischen Einfall auf der Mittelmeerinsel im Jahr 1974 wurden die Bruchstücke abgelöst, außer Landes gebracht und anschließend illegal verkauft. Erst in den 90er Jahren wurden Teile des Mosaiks in das Byzantinische Museum zurückgeführt.

Anlässlich der 2000-Jahr-Feier der zyprischen Kirche wurde im Byzantinischen Museum im Jahr 1995 eine Dauerausstellung eröffnet, die verschiedene religiöse Artefakte, Kunstgegenstände und Gewänder zeigt. Zu den Ausstellungsstücken gehören Bischofsroben, erzbischhöfliche Kopfbedeckungen, geschnitzte Kreuze aus verschiedenen Jahrhunderten, kirchliche Becher und Gefäße sowie kostbare kirchliche Schriften mit gold- und silberverzierten Einbänden. Zu den Prunkstücken gehören die Überreste eines Metallkreuzes aus der Kirche des Heiligen Georgios in Gourri. Das Kreuz wurde Schätzungen zufolge im 10. oder 11. Jahrhundert gefertigt und am Kreuzungspunkt der beiden Balken befindet sich ein reliefartiges Rundbild, das Gott darstellt. Einen Beleg für die hohe Kunstfertigkeit venezianischer Goldschmiede liefert ein kleiner Messbecher, der aus der Kirche des Heiligen Savvas in Nikosia stammt. Die Inschrift verrät, dass der Kelch im Jahr 1501 für ein zyprisch-orthodoxes Kloster in der Hauptstadt Nikosia angefertigt wurde.

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