Kykkos-Kloster - bedeutend und einflussreich

Das Kykkos-Kloster liegt auf einer Höhe von 1.100 Metern im Troodos-Gebirge und gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Klöstern Zyperns.

Kykkos Kloster
Kykkos Kloster

Die Gründung des Kykkos-Klosters im Troodos-Gebirge erfolgte im 11. Jahrhundert durch den als Eremit lebenden Mönch Isaias. Die Geschichte berichtet von einer Begegnung des Einsiedlers mit dem damaligen zyprischen Gouverneur Manuel Voutoumetes, der während eines Jagdausfluges in den Bergen vom Weg abkam. Als der Mönch sich weigerte, dem Gouverneur bei der Suche nach dem richtigen Weg behilflich zu sein, erhielt er einen Fußtritt. Kurz darauf erkrankte der Herrscher und brachte dieses Ereignis mit seinem Verhalten gegenüber dem Einsiedler in Verbindung. Er leistete Abbitte und Isaias heilte den Gouverneur, nachdem ihm im Traum die Heilige Jungfrau Maria erschienen war. Als Dank erhielt er eine Marienikone aus Konstantinopel, die der Evangelist Lukas persönlich gemalt haben soll. Das mit Gold und Silber beschlagene Heiligenbild war ein Geschenk des byzantinischen Kaisers Nikephoros III. anlässlich der Gründung des Kykkos-Klosters im Jahr 1080.

Die Ikone befindet sich noch heute im Besitz des Kykkos-Klosters, selbst wenn das Antlitz der Gottesmutter Maria nicht besichtigt werden kann. Das Holzbrett mit den wertvollen Gold- und Silberbeschlägen ist stets verhüllt und der Schleier wird auch zu außergewöhnlichen Anlässen nicht gelüftet. Seit Jahrhunderten werden der Marienikone heilige Kräfte zugesprochen. Sie soll trockene Landstriche mit Regen versorgt und fruchtbare Böden geschaffen haben. Das Kykkos-Kloster besitzt heute gewaltigen Einfluss auf der Mittelmeerinsel Zypern und ist Eigentümer ausgedehnter Ländereien, die landwirtschaftlich genutzt werden. Die Verwaltung des Vermögens erfolgt von Nikosia aus. Das Kloster engagiert sich auch im sozialen Bereich bei der Förderung von Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Museen. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Anlage im Troodos-Gebirge immer wieder von Bränden und Erdbeben heimgesucht, die einen Großteil der historischen Bausubstanz vernichteten. Die meisten Gebäude auf dem Klostergelände stammen aus diesem Grund aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden die farbenprächtigen Deckenfresken und Mosaike in den Klostergängen und in den Innenräumen. Die Wandmalereien und Mosaike zeigen Szenen aus der Geschichte des Kykkos-Klosters. Bemerkenswert ist die Skulptur eines schwarzen Armes, die der Überlieferung zufolge an die Tat eines Schwarzen erinnert. Er soll sich an einer Öllampe im Kloster eine Zigarette angezündet haben, worauf sich sein Arm augenblicklich in Bronze verwandelt haben soll. Die Besichtigung des Kykkos-Klosters ist kostenlos, allerdings wird streng auf die Kleiderordnung beim Betreten der Anlage geachtet. Männliche Besucher müssen lange Hosen tragen und für Frauen sind mindestens knielange Röcke vorgeschrieben. Wer nicht in der entsprechenden Kleidung erscheint, erhält am Eingang ein Ordensgewand. Im Rahmen einer Besichtigungstour wandeln Sie in den Kreuzgängen mit den farbenfrohen Fresken, überqueren den Klosterhof und besuchen die Marienkirche mit dem prunkvollen Altar.

Auf dem Klostergelände gibt es ein Restaurant und mehrere Imbissstände. Darüber hinaus gehört ein Museum zum Kykkos-Kloster, in dem zahlreiche religiöse Relikte und Artefakte der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es wurde im Jahr 1997 eröffnet und empfängt Sie mit prächtigen Marmorfußböden und reich verzierten Decken aus Nussbaumholz. In den Ausstellungsräumen werden mittelalterliche Handschriften, byzantinische Fresken und Keramikgefäße und kirchliche Artefakte wie Kelche, Holzkreuze und Messgewänder aus verschiedenen Jahrhunderten gezeigt. Zu den wertvollsten Exponaten gehört eine vier Meter lange Pergamentrolle aus dem 12. Jahrhundert, die beidseitig beschriftet ist. In der Umgebung des Kykkos-Klosters erwarten Sie weitere Sehenswürdigkeiten. Knapp 20 Kilometer von der Anlage entfernt erstreckt sich mit dem Tal der Zeder ein Naturparadies, das Sie über eine kurvenreiche, unbefestigte Straße erreichen. Durch die unberührte Naturlandschaft führen Wanderwege, auf denen Sie die Stille der Bergwelt genießen. Rund zwei Kilometer vom Kykkos-Kloster entfernt befindet sich das Grab des Erzbischofs Makarios III., der einst Novize im Kloster war und später Staatschef auf der Mittelmeerinsel Zypern wurde.

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