Troodos - Gebirgszug als grüne Oase

Das Troodos-Gebirge ist eine Bergregion im Südwesten Zyperns, die bis auf eine Höhe von knapp 2.000 Metern ansteigt und deren höchste Erhebung der 1.952 Meter hohe Berg Olympos ist.

Troodos
Troodos - Gebirge als grüne Oase

Tiefe Schluchten und bewaldete Täler durchziehen das Troodos-Gebirge im Südwesten Zyperns. Während weite Teile der Insel von kargen Landschaftsformationen geprägt sind, gleicht der Gebirgszug einer grünen Oase. Die einzigartige Berglandschaft ist vulkanischen Ursprungs und erhob sich vor rund 90 Millionen Jahren aus einem flachen Ozean. Im Troodos-Gebirge fallen alljährlich vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen von bis zu 1.000 mm. Sie bilden die Grundlage für das Gedeihen einer üppigen Vegetation an den Hängen und in den Tälern der Berge. Sämtliche Flüsse der Mittelmeerinsel entspringen in dem Gebirgsmassiv und zahlreiche kleine Bachläufe schlängeln sich durch die dichten Wälder. Die Bergregion nimmt nur wenige Kilometer von den Küsten ihren Anfang und selbst im Hochsommer ist die Luft in der alpinen Höhenlage meistens frisch und lädt zum Wandern ein.

Mit dem Berg Olympos befindet sich die höchste Erhebung Zyperns im Troodos-Gebirge. Er besitzt eine Höhe von 1.952 Metern und ist von abwechslungsreichen Wanderwegen umgeben. Beliebt sind Ausflüge auf dem Artemis-Trail, der den Gipfel auf einer Länge von sieben Kilometern einmal komplett umrundet. Der Verlauf ist am Wegrand markiert und der Wanderweg besitzt nur einen leichten Schwierigkeitsgrad. Etwas kürzer ist die sogenannte Kaledonia-Route, die im Bergdorf Kryos Potamos ihren Anfang nimmt. Der Wanderweg führt an den reizvollen Kaledonia-Wasserfällen vorbei, die in Kaskaden über eine steile Felskante in die Tiefe stürzen. Für eine Wanderung auf der Kaledonia-Route müssen Sie rund 1,5 Stunden einplanen. Anhand von Infotafeln wird auf dem Wanderweg Atalante die Geologie und Natur des Troodos-Gebirges erklärt. Die neun Kilometer lange Strecke führt von Troodos in die Ortschaft Chrommine und Sie erhalten zahlreiche Informationen zur Flora und Fauna der Bergregion.

In den alpinen Hochlagen des Troodos-Gebirges empfängt Sie eine unberührte Naturlandschaft, die kaum von Menschenhand verändert wurde. Hin und wieder passieren Sie alte Bergdörfer, deren Attraktion die einzigartigen Scheunendachkirchen sind. Dabei handelt es sich um zyprisch-orthodoxe Gotteshäuser, deren Innenräume mit farbenprächtigen byzantinischen Fresken ausgestattet sind. Die meisten Wandmalereien stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert und zeigen Szenen aus dem Leben verschiedener christlicher Heiliger. Aus größerer Entfernung erinnern die Kirchen wegen ihrer tief herabgezogenen Dächer an Scheunen. Die UNESCO hat zehn der markantesten Bauwerke in ihre Welterbeliste aufgenommen. Promodos ist das höchst liegende Bergdorf auf Zypern und Standort eines Wintersportzentrums. Es befindet sich auf einer Höhe von 1.380 Metern über dem Meeresspiegel und dient im Winter als Ausgangspunkt zum Skifahren am Olympos. Die Spitze des höchsten Berges ist in der kalten Jahreszeit schneebedeckt und drei kurze Abfahrten machen auf der sonnenverwöhnten Mittelmeerinsel sogar Wintersport möglich.

Neben den eindrucksvollen Scheunendachkirchen gehören die zahlreichen zyprisch-orthodoxen Klosteranlagen zu den kulturellen Attraktionen im Troodos-Gebirge. Das bekannteste Kloster ist das Kloster Kykkos, das sich rund zehn Kilometer vom kleinen Bergdorf Pedoulas entfernt befindet. Die Marienikone stammt angeblich vom Evangelisten Lukas persönlich und wird auf der ganzen Insel als Heiligtum verehrt. Von der ursprünglichen Klosteranlage ist heute kaum noch etwas übrig, weil Erdbeben und Brände im Verlauf der Jahrhunderte die historische Bausubstanz weitestgehend vernichteten. Die Mehrzahl der Gebäude entstand am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Erst in den 1990er Jahren wurden die Klostergänge mit Fresken verziert. Farbenfroh leuchtend präsentiert sich der Altarbereich in der Klosterkirche. Neben dem Kykkos-Kloster gehören das Kloster Chrysorrouiatissia und das Trooditissa-Kloster zu den bedeutendsten religiösen Anlagen im Troodos-Gebirge. Viele endemische Pflanzenarten sind in der Bergregion heimisch. Dazu gehören die Aleppo-Kiefern und die Erlenblättrigen Eichen. Während in den urwüchsigen Tälern Platanen, Pinien und Steineichen gedeihen, ziehen sich in den dichter besiedelten Regionen Weingärten und Obsthaine an den Hängen entlang.

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