Wetter, Klima und Reisezeit in Kanada

Kanada leidet unter teilweise klirrend kalten Wintern, daher ist eine Reise in den Wintermonaten wirklich nur zu empfehlen, falls Sie ein hartgesottener Skifahrer oder Snowboarder sind und entweder die kanadischen Skigebiete oder beim Heli Skiing unberührte Pulverhänge erobern möchten.

Es kann so kalt werden, dass selbst viele öffentliche Parkplätze über eigene Steckdosen verfügen. Hier können die Autos angeschlossen und deren Motoren warmgehalten werden, da sie in der Kälte sonst einfrieren würden.

Außerhalb des langen Winters sind die Temperaturen zumindest in den südlichen Breitengraden des Landes jedoch durchgängig angenehm und im Sommer kann es sogar richtig warm werden. Aufgrund der riesigen Ausdehnung Kanadas gibt es aber natürlich Unterschiede sowohl was das Klima als auch was die regionalen Durchschnittstemperaturen betrifft.

Während die kurzen Sommer im Landesinneren regelrecht heiß werden können, herrschen hier ebenso wie in weiten Teilen des Nordens und des Nordwestens extrem kalte Winter. Der Norden und Nordwesten sind von arktischen bis subarktischen Klimabedingungen bestimmt. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen hier sowohl im Winter als auch im Sommer deutlich unter denen in den südlichen Regionen oder in den großen Städten des Landes. Eine Rekordkälte wurde im Winter 2004/2005 mit minus 58 Grad Celsius im Yukon-Gebiet gemessen. Die großen Prärien in den Provinzen Alberta, Manitoba und Saskatchewan weisen wohl die größten Temperaturunterschiede auf. Die Sommer können hier nicht nur sehr heiß, sondern auch sehr trocken werden und es gibt so gut wie keine Zwischenjahreszeiten. Es geht also von extremer Kälte im Winter direkt in die Sommerhitze über.

An der Westküste, also auch in der bei Touristen sehr beliebten Stadt Vancouver sowie auf der vorgelagerten Vancouver Island herrscht maritimes Klima, das sich durch zahlreiche Niederschläge während des ganzen Jahres auszeichnet. Auch wenn die Aussicht auf überdurchschnittlich viel Regen so manchen abschrecken mag: Die Sonnentage sind hier umso schöner und welche Stadt kann schon wie Vancouver für sich verbuchen, dass sowohl Skifahren als auch ein Bad im Meer innerhalb eines Tages möglich sind. Vancouver und Umgebung haben derart viele Naturschönheiten zu bieten, dass das Wetter oft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ein Besuch dieser Metropole im äußersten Westen des Landes bietet sich das ganze Jahr über an, vor allem, wenn Sie, wie bereits erwähnt, begeisterter Skifahrer sind. Die Winter sind hier milder als anderswo in Kanada, es fällt aber trotzdem ausreichend Schnee.

Die Provinzen Quebec und Ontario im Osten Kanadas haben die am deutlichsten ausgeprägten Jahreszeiten mit kalten Wintern, angenehm milden Monaten im Frühjahr und im Herbst und sehr warmen bis heißen Sommern. Im Herbst verwandelt sich der Osten außerdem in ein buntes Blättermeer. Eine Reise hierher in den Monaten September und Oktober während des sogenannten Indian Summer ist ein besonderes Erlebnis. Die bunte Farbenpracht erleben Sie am besten auf ausgedehnten Wanderungen oder Kanufahrten auf einem der vielen Wasserwege, beispielsweise im Algonquin National Park.

Der Süden Kanadas ist generell immer sehr stark von Tiefdruckgebieten betroffen, die von den Großen Seen und vom St.-Lorenz-Strom Richtung Atlantik ziehen.

Die beste Reisezeit für Kanada hängt in erster Linie natürlich davon ab, was Sie vorhaben. Falls Sie eine Reise quer durch Kanada planen, bei der Sie Land und Leute kennenlernen und eventuell die eine oder andere Wanderung unternehmen möchten, dann bieten sich die Monate Mai bis Oktober an. Sie profitieren dann nicht nur von warmen Temperaturen, sondern auch von längerem Tageslicht und vor allem, falls Sie sich auch weiter Richtung Norden vorwagen, werden die Tage zunehmend länger. Mit etwas Glück können Sie hoch im Norden die Aurora Borealis, besser bekannt als Nordlichter, bewundern.

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