Glacier National Park - eine Berg- und Gletscherwelt

Der Glacier National Park befindet sich im Süden der kanadischen Provinz British Columbia und beeindruckt mit mehr als 400 Gletschern.

Steile Felswände, enge Schluchten und unzählige Gletscher machen den Glacier National Park in der Provinz British Columbia zu einer viel besuchten Touristenattraktion Kanadas. Die Fläche des Parks umfasst ein Gebiet von knapp 1.350 Quadratkilometern und erstreckt sich von den Selkirk Mountains bis zu den Purcell Mountains. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche befindet sich oberhalb der Baumgrenze. Mehr als zehn Prozent des Glacier National Parks sind von Gletschern bedeckt. Bis zu 17 Meter Neuschnee fallen alljährlich in den Bergregionen des Parks. Damit gehörten die winterlichen Niederschlagsmengen zu den ergiebigsten der Erde. Im Sommer stauen sich die Wolken des Pazifischen Ozeans an den Gebirgszügen und regnen mit gewaltigen Niederschlagsmengen ab. Durch die starken Schneefälle wachsen die Gletscher im Glacier National Park alljährlich an.

Die Auffaltung der Bergketten begann vor rund 170 Millionen Jahren. Bei diesen geologischen Prozessen entstanden entlang der Bruchlinien tiefe Täler und gewaltige Höhlen. Die Nakimu Höhle gehört zu den größten Höhlensystemen Kanadas. Rund sechs Kilometer an unterirdischen Gängen und Hallen sind erforscht. Die Höhle befindet sich in einer Kalksteinschicht und entstand durch das Regen- und Schmelzwasser des Cougar Brook. Die Bergketten der Selkirk Mountains und Purcell Mountains werden durch den Beaver River voneinander getrennt. Die erste Besiedlung des heutigen Nationalparks durch europäische Einwanderer erfolgte im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Zuvor war die Region von indianischen Ureinwohnern bewohnt, die vom ungeheuren Wildreichtum der Bergwelt profitierten. Im Jahr 1910 wurde der Nationalpark eingerichtet. Bedingt durch das raue Klima in den Höhenlagen, existiert nur in den Tälern eine geschlossene Vegetationsdecke. In den tiefer gelegenen Bereichen des Nationalparks wächst der einzige Regenwald der gemäßigten Klimazone. Neben Riesen-Lebensbäumen und Weymouthkiefern gedeihen in dem Wald Gebirgstannen, Engelmann-Fichten und zahlreiche Farnarten. Einige Bäume sind mehr als 1.000 Jahre alt.

Die artenreiche Tierwelt des Glacier National Parks umfasst zahlreiche große Säugetier- und Vogelarten. Grizzlybären, Schwarzbären und Vielfraße zählen zu den imposantesten Vertretern der Säugetiere. Darüber hinaus leben am Beaver River Bisamratten und Biber sowie eine kleine Gruppe Elche. In den höher gelegenen Bereichen können Sie Schneeziegen, Murmeltiere und kleine Pikas beobachten. Knapp 200 Vogelarten bevölkern nahezu sämtliche Lebensbereiche des Parks. Weißkopfseeadler, Steinadler und Schneehühner sind im Glacier National Park heimisch. Die beste Zeit zur Beobachtung der Grizzlybären liegt in den Monaten Mai und Juni. Dann sind die Riesen aus dem Winterschlaf erwacht und begeben sich hungrig auf Nahrungssuche. Bei Übernachtungen auf Campingplätzen im Park ist die Verpflegung in speziellen Aufbewahrungsröhren in eigens aufgestellten Lagerzelten zu deponieren, um die Vorräte vor dem Zugriff durch die Bären zu schützen.

Am Roger Pass befindet sich das Besucherzentrum des Glacier National Parks. Die Einrichtung ist die zentrale Anlaufstelle für Besucher, die zu Ausflügen in die Berg- und Gletscherwelt aufbrechen wollen. Wenn Sie mit dem Wohnmobil im Park unterwegs sind, haben Sie die Wahl zwischen drei Campingplätzen als Übernachtungsmöglichkeit. Auf insgesamt zehn markierten Wanderwegen erkunden Sie die faszinierenden Landschaften des Parks. Anhänger des Klettersports finden anspruchsvolle Routen, die durch felsige Schluchten und über vereiste Berghänge führen. Sie haben die Möglichkeit, sich einer geführten Wanderung oder Klettertour anzuschließen. Die zahlreichen Wasserwege und glasklaren Seen können Sie im Rahmen einer Bootstour erkunden. An der Lake McDonald Lodge am Ufer des gleichnamigen Sees werden Boote stundenweise vermietet. An der Westgrenze des Glacier National Parks bahnt sich mit dem Flathead River ein reißender Wildwasserfluss seinen Weg durch die Canyons. Auf dem Gewässer werden Rafting-Touren mit Schlauchbooten angeboten. Der Fischreichtum der Flüsse und Seen lockt in den Sommermonaten zahlreiche Sportangler an. Bei der Parkverwaltung erhalten Sie eine Lizenz, mit der Sie in den Genuss kommen, Ihr Glück beim Fischen zu probieren.

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