Shenandoah Nationalpark - Nähe zur Hauptstadt

Der Shenandoah Nationalpark liegt zwei Autostunden von der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. entfernt im US-Bundesstaat Virginia.

Shenandoah Nationalpark in Herbstfarben
Shenandoah Nationalpark in Herbstfarben - der "Indian Summer"

Der Shenandoah Nationalpark umfasst einen etwa 100 Kilometer langen bewaldeten Gebirgsrücken in den Blue Ridge Mountains. Der Nationalpark wurde im Jahr 1935 eingerichtet und besteht zum größten Teil aus Mischwald. Die höchsten Berge ragen bis auf 1.200 Meter über dem Meeresspiegel auf. Durch den Park führt mit dem Skyline Drive eine 170 Kilometer lange Panoramastraße, die von zahlreichen Aussichtspunkten gesäumt wird. Im Westen erheben sich die Gebirgszüge der südlichen Appalachen, während sich im Osten die Hügellandschaft des Piedmont erstreckt. Durch die Gebirgsregion schlängelt sich der Shenandoah River. An den Aussichtspunkten nehmen bequeme Wanderwege ihren Anfang, die durch idyllische Täler und an rauschenden Wasserfällen vorbeiführen. Die beste Zeit für einen Ausflug in den Nationalpark sind der Frühling und der Herbst. Im Frühjahr erwacht die Natur zum Leben und unzählige Blütenpflanzen verwandeln die Landschaft in eine leuchtende Oase im Grünen. Im Herbst zaubert der Indian Summer faszinierende Farbenspiele in die Gebirgsregion und das Laub der Bäume erstrahlt in roten, gelben und orangefarbenen Tönen.

Bis zur Ankunft der ersten weißen Siedler lebten kleine Gruppen von Sioux-Indianern im Park. Archäologische Untersuchungen auf den durch Rodung entstandenen Waldlichtungen förderten steinerne Pfeilspitzen zutage. Die indianischen Ureinwohner bevölkerten vor allem die fruchtbaren Täler entlang der Flussläufe. Im Jahr 1725 ließen sich die ersten Siedler im westlich des Parks gelegenen Shenandoah Valley nieder. Wenig später wurden die Höhenzüge in den Blue Ridge Mountains besiedelt. In der Folge wurden wild lebende Tierarten wie Wölfe, Bisons und Hirsche nahezu ausgerottet. Wälder wurden großflächig gerodet, um Ackerland zu gewinnen. Mit der Erschließung entlegener Gebiete durch den Eisenbahnbau verlor die Region als Siedlungsgebiet an Bedeutung. Mit der Einrichtung eines Nationalparks begann in den 30er Jahren die Wiederaufforstung. Die Tierwelt konnte sich seither sukzessive erholen und präsentiert sich heute in großer Artenvielfalt.

Zu den großen Säugetierarten im Shenandoah Nationalpark gehören Schwarzbären und Weißwedelhirsche. Die Bestände haben sich seit dem Ergreifen von Schutzmaßnahmen deutlich erholt. Neben den Großsäugern leben kleinere Tierarten wie Waschbären, Luchse, Stinktiere, Opossums und Biber im Park. Die Beobachtung der Tiere gestaltet sich durch den dichten Baumbestand allerdings schwierig. Es existieren nur wenige Plätze, an denen die Waldbewohner gesichtet werden. Zu den über 200 Vogelarten im Shenandoah Nationalpark gehören Spechte, Truthahngeier, Rotschwanzbussarde und wilde Truthähne. Durch seine charakteristischen, kurz hintereinander ausgestoßenen, Rufe verrät sich in der Abenddämmerung der schnepfenähnliche American Woodcock. Mehr als 95 Prozent der Fläche des Nationalparks sind bewaldet. In den Tälern dominieren große Bestände an Eichen, Birken, Weymouthskiefern und Ahornbäumen. Balsamtannen und Rotfichten gedeihen in den höheren Lagen. Der Waldboden ist großflächig von Farnen, Moosen und Pilzen bedeckt. Zahlreiche Pflanzenarten wurden von europäischen Siedlern eingeführt und haben sich in den Wäldern vermehrt.

Im Shenandoah Nationalpark erwarten Sie zahlreiche Outdoor-Aktivitäten. Das weitverzweigte Netz an Wanderwegen besitzt eine Gesamtlänge von rund 600 Kilometern. Zahlreich Naturlehrpfade und Themenwanderwege durchziehen die Region. Von privaten Anbietern werden an verschiedenen Punkten des Nationalparks Ausritte in die Wildnis angeboten. Von April bis Oktober können Sie in den Bergbächen, Flüssen und Seen auf die Jagd nach Forellen gehen. Zum Angeln benötigen Sie eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung. Geführte Wanderungen finden von Frühling bis Herbst statt. Darüber hinaus halten Nationalparkranger auf den Campingplätzen regelmäßig Vorträge zur Natur und Geologie des Parks. Die mehr als 60 Aussichtspunkte reihen sich entlang des Skyline Drives aneinander. Große Campingplätze befinden sich in den Regionen Big Meadow, Matthews Arm und Loft Mountain. Kleine Restaurants, Imbissgeschäfte und Bars finden Sie am Straßenrand des Skyline Drives. Einige Hotels mit Restaurantbetrieb befinden sich in der Nähe der Campingplätze. Etwa sieben Kilometer südlich des Nordeingangs liegt das Dickey Ridge-Besucherzentrum, in dem Sie sich mit zusätzlichen Informationen über den Shenandoah Nationalpark versorgen können.

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