Weißes Haus / Washington D.C. - Amtssitz

Im Weißen Haus hat der Präsident der Vereinigten Staaten seinen Amtssitz. Gleichzeitig ist das Gebäude die offizielle Residenz des Staatsoberhauptes für die Dauer seiner Regierungszeit.

USA Osten Weißes Haus
Das Weiße Haus in Washington

Das Weiße Haus in Washington D.C. erhielt seinen Namen offiziell im Jahr 1901 durch Theodore Roosevelt. Grund für die Namensgebung war die weiße Außenfassade des Gebäudes. Das weiße Haus befindet sich in der Pennsylvania Avenue und trägt die Haunummer 1600. Bei dem von der Straße sichtbaren Bereich handelt es sich um den villenartigen Vorbau des Bauwerks, der Teil eines ganzen Gebäudekomplexes ist. Im Weißen Haus ist neben dem Amtssitz des Präsidenten das Büro des Vizepräsidenten untergebracht. Neben dem Hauptgebäude gehören ein Ost- und ein Westflügel zum Komplex. In der ersten Etage befinden sich repräsentativ eingerichtete Staatsräume. Der East Room ist der größte Saal im Gebäude. Hier finden Staatsempfänge, Konzerte und Pressekonferenzen statt. Im zweiten Stockwerk befinden sich die Privaträume der Präsidentenfamilie mit den Büros des Staatsoberhauptes.

Das Weiße Haus war das erste Gebäude der neuen Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Washington wurde vom Stadtplaner Pierre L’Enfant entworfen. Die Grundsteinlegung für das Gebäude erfolgte am 13. Oktober 1792. Britische Truppen brannten das Weiße Haus im Jahr 1814 nieder. 1819 erfolgte der Wiederaufbau und knapp 100 Jahre später wurde in der Amtszeit von Präsident Theodore Roosevelt der Westflügel hinzugefügt. Mit dem sogenannten Oval Office entstand das Arbeitszimmer dess Präsidenten im Jahr 1909. Durch mangelnde Wartung entstanden in den folgenden Jahrzehnten Schäden an der Bausubstanz, die erst in der Amtszeit von Harry S. Truman zwischen 1949 und 1952 behoben wurden. Bis auf den ersten US-Präsidenten George Washington diente das Gebäude jedem seiner Nachfolger als Wohnsitz. Zahlreiche Einrichtungen wurden bis in die Gegenwart hinzugefügt. Zum Komplex der Weißen Hauses gehören unter anderem ein Swimmingpool, ein Kinosaal, eine Kegelbahn und ein Tennisplatz.

Der Ostsaal ist durch die große Präsenz in den Medien der bekannteste Raum im Weißen Haus. In diesem Raum werden Pressekonferenzen und repräsentative Empfänge abgehalten. Ihn schmückt eine Kopie des Lansdowne Portraits mit dem Konterfei von George Washington. In diesem Raum wurden bereits einige Hochzeiten von Kindern ehemaliger US-Präsidenten abgehalten. Sämtliche Präsidenten, die während ihrer Amtszeit verstarben, wurden im East Room aufgebahrt. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Weiße Haus sind seiner Bedeutung entsprechend hoch. Es besteht ein Überflugverbot für Flugzeuge aller Art. Die Flugverbotszone erstreckt sich vom Weißen Haus über das Capitol bis zum Lincoln Memorial. Zur Durchsetzung des Flugverbotes werden ständig Abfangjäger in Bereitschaft gehalten. Zusätzlich unterhält die Nationalgarde ein Arsenal an Luftabwehrraketen. Ein unterirdischer Luftschutzbunker befindet sich unter dem Ostflügel. Zum ersten Mal in der Geschichte des Weißen Hauses wurde der Bunker von führenden Regierungsvertretern nach den Anschlägen vom 11. September 2001 genutzt. Überwachungskameras und Sensoren kontrollieren jeden Winkel im Außenbereich des Gebäudes.

Das Weiße Haus ist von mehreren Gärten und Grünanlagen umgeben. Im Norden und Süden befinden sich jeweils ausgedehnte Rasenflächen. Der White House Rose Garden ist ein blühender Garten, der sich vor dem Oval Office und dem Westflügel erstreckt. An der Südseite des Gebäudes liegt der Jacqueline Kennedy Garden, dessen landschaftliche Gestaltung maßgeblich durch die Witwe des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy bestimmt wurde. In alter Tradition wird alljährlich zur Weihnachtszeit der National Christmas Tree festlich vor dem Weißen Haus geschmückt. Die Arbeiten erfolgen unter der Leitung der Präsidentengattin und das Einschalten der Beleuchtung des Weihnachtsbaumes wird im amerikanischen Fernsehen übertragen. Die große nationale Bedeutung des Weißen Hauses findet ihren Ausdruck auf der 20-Dollar-Banknote, deren Rückseite ein Bild des Gebäudes ziert. Die Stadtplaner Washingtons fügten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Anordnung der Regierungsgebäude Sichtachsen ein. Bis zum Bau des Finanzministeriums bestand zwischen dem Weißen Haus und dem Capitol als Sitz des US-Kongresses eine direkte Sichtverbindung.

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