Williamsburg - historische Kolonialbauten

Williamsburg ist eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Virginia, deren Zentrum nahezu komplett aus historischen Kolonialbauten besteht und das seit 1931 unter Denkmalschutz steht.

Williamsburg
Williamsburg

Das komplett restaurierte Stadtzentrum von Williamsburg gehört zu den touristischen Attraktionen im Osten der USA. Mehr als eine Million Besucher besichtigen alljährlich die historischen Kolonialbauten, die seit 1931 unter Denkmalschutz stehen. 88 Bauten aus der Kolonialzeit sind im Originalzustand erhalten und mehr als 50 Gebäude wurden nach historischen Vorlagen originalgetreu wiederaufgebaut. Landschaftsarchitekten gaben den Gärten und Parks das ursprüngliche Aussehen wieder. Die denkmalgeschützte Innenstadt wird als Colonial Williamsburg bezeichnet. Die Finanzierung der Restaurierungsarbeiten übernahm zum großen Teil John D. Rockefeller, jr. Er soll nach Angaben seiner Nachkommen in einem Zeitraum von 30 Jahren rund 60 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt haben. Zahlreiche Gebäude stehen symbolisch für die Epoche der Staatsgründung der Vereinigten Staaten, denn die Stadt spielt in der Geschichte der USA eine bedeutende Rolle.

Im 18. Jahrhundert war Williamsburg die Hauptstadt der größten und bevölkerungsreichsten Kolonie des britischen Königreiches. Bereits lange vor dem Unabhängigkeitskrieg und der Gründung der USA wurden die Ideale von Demokratie und Gerechtigkeit in der Stadt gepflegt. Williamsburg war das politische und ideologische Zentrum im Streben nach Unabhängigkeit und übernahm eine Vorreiterrolle auf dem Weg der USA zum eigenständigen Staat. Die Abgeordneten des Stadtparlamentes nahmen am 15. Mai 1776 die Virginia Resolution for Independence an und erklärten damit die Unabhängigkeit Virginias von der britischen Krone. Dem Beispiel folgend entwarf Thomas Jefferson wenig später die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, die am 4. Juli 1776 in Philadelphia verlesen wurde. Im Zuge des Strebens nach politischer Unabhängigkeit wurde damals in Williamsburg das Grundgesetz von Virginia verabschiedet, das als Vorlage für spätere Gesetzentwürfe der jungen USA diente. Im Jahr 1776 wurde Williamsburg Hauptstadt des neuen, unabhängigen Commonwealth of Virginia.

Der geschichtsträchtige Boden der Stadt hat eine Vielzahl historischer Gebäude zu bieten, die größtenteils für die Besucher zugänglich sind. Der Gouverneurspalast ist ein eindrucksvolles Beispiel für die gelungene Rekonstruktion eines historischen Bauwerks aus der Kolonialzeit. Das Gebäude wurde zwischen 1705 und 1720 erbaut und wurde im Jahr 1781 durch einen Brand zerstört. Am Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der ehemalige Sitz des Gouverneurs nach Originalbauplänen neu errichtet. Zu den erhaltenen Gebäuden zählt das Kapitolsgebäude, in dem 1776 die Unabhängigkeit Virginias erklärt wurde und das College of William and Mary, das im Jahr 1699 eröffnet wurde. Die fehlenden kolonialen Strukturen in Williamsburg wurden in den 30er Jahren nahezu komplett ersetzt und rekonstruiert. Das gesamte Stadtzentrum und das Innere der Gebäude ist heute ein sogenanntes Living-History-Museum, in dem sämtliche Details von den Einrichtungsgegenständen bis zur Wandbekleidung im Stil der damaligen Zeit präsentiert werden. Darüber hinaus vermitteln zahlreiche Museen und Ausstellungen einen realistisches Bild vom Leben im 18. Jahrhundert.

Eine umfangreiche Sammlung britischer und amerikanischer Antiquitäten wird im DeWitt Wallace Decorative Arts Museum präsentiert. Dort können Sie Möbel, Gemälde, Schusswaffen und Gebrauchsgegenstände vom 17. bis zum 19. Jahrhundert besichtigen. Daneben befindet sich das Abby Aldrich Rockefeller Folk Art Museum. Die Einrichtung ist ein Zentrum zur Erhaltung und Erforschung amerikanischer Kunst. Das Restaurant Christiana Campbell Tavern existierte bereits im 18. Jahrhundert und zählte unter anderem den ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington, zu seinen Gästen. Seine Frau Martha wurde in Williamsburg geboren. Zu den historischen Attraktionen der Stadt gehört mit der Williamsburg Winery die größte Weinkellerei des Bundesstaates Virginia. Zu den grünen Oasen im Stadtgebiet zählen die Busch Gardens und der Bonanical Garden. Die Bruton Parish Church in Williamsburg ist die älteste Kirche der Vereinigten Staaten, in der ohne Unterbrechung seit dem frühen 17. Jahrhundert Gottesdienste abgehalten wurden.

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