Die Südstaaten und ihre Geschichte

Die Geschichte der Südstaaten, gern auch Dixieland genannt, ist durch die lange Kolonialzeit sowie durch die Sklaverei geprägt. Die "Sklavenstaaten", die heute Teil der Südstaaten sind, bildeten ab 1861 die Konföderierten Staaten von Amerika und unterlagen im Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 den Nordstaaten. Doch die Geschichte der Südstaaten beginnt schon viel früher. Bereits um 800 n. Chr. entwickelten sich die ersten Gesellschaften in diesem Teil der USA, wobei vor allem die Mississippi-Kultur besonders bemerkenswert war.

Geschichte USA Süden
Geschichte USA Süden - Jefferson Memorial

Die hier ansässigen Indianer betrieben Ackerbau und gründeten erste Ortschaften. Die größte Stadt im 12. Jahrhundert war Cahokia mit circa 20.000 Einwohnern. Der Niedergang der Kulturen begann im 13. Jahrhundert. Die Städte wurden verlassen und die Bevölkerungsanzahl ging zurück.

Erste spanische Expeditionen landeten im frühen 16. Jahrhundert in dieser Gegend und drangen zunehmend auch ins Landesinnere vor. Obwohl es umstritten und auch nicht endgültig historisch bewiesen ist, scheint der Niedergang der Mississippi-Kultur schon fortgeschritten gewesen zu sein als die Spanier landeten. Durch ihre Waffengewalt und die eingeschleppten Krankheiten versetzten die Europäer dieser Kultur offenbar aber einen letzten empfindlichen Stoß.

Walter Raleigh gründete im Jahr 1585 die erste englische Siedlung in den heutigen Südstaaten auf Roanoke Island, diese war jedoch nicht von langer Dauer. Den Engländern gelang es erst 1607, mit Jamestown in Virginia eine erste dauerhafte Siedlung zu gründen. Der Süden wurde, wie auch Neuengland, in den ersten Jahren von englischen Protestanten besiedelt. Erst später ließen sich auch Angehörige anderer Religionen hier nieder.

Der Süden mit seinen fruchtbaren Böden wurde vom Beginn der weißen Besiedlung an für die Landwirtschaft genutzt. Auf großen Plantagen wurde vor allem Baumwolle angebaut. Um die viele Arbeit verrichten zu können, wurden bald Sklaven aus Afrika hierhergebracht, die unter teils unmenschlichen Bedingungen und ohne Bezahlung auf den Feldern schufteten. Diese Sklaven stellen nicht nur die Ahnen der heutigen afro-amerikanischen Bevölkerung dar, sondern haben auch die Lebensweise und Kultur im Süden entsprechend geprägt. Obwohl die Sklaven damals keinerlei Rechte besaßen, ist ihr Einfluss bis heute vor allem in der Musik und in der Küche der Südstaaten erkennbar.

Von der Bevölkerungszahl der einzelnen Staaten war und ist es bis heute abhängig, wie viele Wahlmänner beziehungsweise Abgeordnete entsandt werden, um den US-Präsidenten sowie das Repräsentantenhaus zu wählen. Dies löste die Streitfrage aus, ob die Sklaven bei der Berechnung der Einwohner mitgezählt werden sollten oder nicht. Im Jahr 1787 einigte man sich schließlich auf den Kompromiss, dass die Stimmen von fünf Sklaven so viel zählten wie die eines freien Menschen. Mit der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 verlor diese Regelung ihre Bedeutung, auch wenn die nun freien Sklaven weiterhin kein Wahlrecht beziehungsweise keine offizielle Stimme hatten. Das endgültige Wahlrecht erhielt die afro-amerikanische Bevölkerung in den USA erst 1957.

In den 1790er-Jahren setzte sich die Baumwolle als Agrargut durch und trug erheblich dazu bei, dass die englische Textilindustrie boomte. So wurden von der früheren Wildnis mehrere Millionen Hektar Land erschlossen, was schließlich auch zu einer intensiven Modernisierung von Landwirtschaft und Handel führte und so profitierte der Süden ab dem mittleren 19. Jahrhundert von den intensiven Handelsbeziehungen zu den Nordstaaten. Mississippi, und hier ganz besonders die Gegend um Vicksburg, war dabei das Zentrum der Baumwollindustrie.

Die Sklaverei stellt ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Südens dar. Sklaven wurden entweder über den Atlantischen Ozean in das Land gebracht oder aber als Sklaven in den Staaten geboren. Im Jahr 1808 wurde die "Einfuhr" von Sklaven verboten. Die Plantagenwirtschaft der Südstaaten erlebte ihren Niedergang, nachdem die Südstaaten 1865 im Sezessionskrieg den Nordstaaten unterlagen. Diese Entwicklung führte in der Folge dazu, dass der Süden bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich weit hinter dem amerikanischen Norden zurückblieb und bis heute zählen einige Gegenden im Süden zu den ärmsten der USA.

Auch kulturell ist dieser Landesteil isoliert zu betrachten. Er gilt als die Wiege verschiedener Musikrichtungen wie Jazz, Boogie sowie Dixie. Auch so bekannte Größen wie Elvis Presley und Louis Armstrong wurden in den Südstaaten geboren und die Hauptstadt von Louisiana, New Orleans, ist bis heute sowohl kulturelles als auch musikalisches Zentrum der Südstaaten. Dem konnte auch die große Zerstörung durch den verheerenden Wirbelsturm "Katrina" im Jahr 2005 nichts anhaben.

Aufgrund der Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass die amerikanische Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King an der Spitze von den Südstaaten ausging.

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