Charleston - architektonisches Juwel

Die Hafenstadt Charleston liegt im US-Bundesstaat South Carolina und besitzt ein charakteristisches Südstaatenflair.

Charleston
Charleston - architektonisches Juwel

Charleston war bis zum amerikanischen Bürgerkrieg eine bedeutende Handelsstadt an der amerikanischen Atlantikküste und eine typische Südstaatenmetropole. Die Gründung erfolgte im Jahr 1670 und bald entwickelte sich die Hafenstadt zum Zentrum des Sklavenhandels. Nach dem Krieg versank die einstige Metropole in der Bedeutungslosigkeit. Im Jahr 1886 zerstörte ein Erdbeben große Teile des Stadtgebietes. Der anschließende Wiederaufbau zog sich über Jahre dahin. Zum wirtschaftlichen Aufschwung kam es in Charleston erst im Zweiten Weltkrieg, als die US-Marine mit der militärischen Nutzung des Hafens begann und große Werftanlagen errichtet wurden. Die Hafenstadt ist ein architektonisches Juwel, denn die wirtschaftliche Schwäche nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges führte aus finanzieller Not zur Erhaltung der alten Bausubstanz. Das Geld für die Errichtung von Wolkenkratzern fehlte in Charleston, was der Stadt noch heute ein koloniales Erscheinungsbild verleiht.

Mehr als 800 historische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert verleihen der rund 120.000 Einwohner zählenden Charleston einen mondänen Charme. Die Metropole gehört zu den elegantesten Städten in den USA. Keine Wolkenkratzer, keine Schornsteine und keine Getreidesilos überragen die historische Altstadt. Stattdessen präsentiert sich die Stadt bereits bei der Anreise über die Ashley Brücke als architektonisches Kleinod. Dutzende Kirchtürme prägen die Silhouette von Charleston und brachten ihr den Beinamen "Holy City" ein. In der Innenstadt lebt der Geist vergangener Epochen heute weiter. Gepflegte Gebäude, historische Kirchen und alte Gebäude säumen die Straßen der Altstadt und alte Bäume ziehen sich an den Gehwegen entlang. Charleston wird an zwei Seiten von Flüssen umspült. Der Cooper River bildet die östliche und der Ashley River die westliche Begrenzung des Stadtgebietes. Beide Flüsse vereinigen sich kurz vor der Mündung in den Atlantischen Ozean. Dort befinden sich die südlichen Ausläufer der Stadt.

Eine Besichtigung der Altstadt unternehmen Sie entweder zu Fuß oder mit der Pferdedroschke. Die gepflegten Gebäude werden bis auf wenige Ausnahmen von Privatpersonen bewohnt und können nicht besichtigt werden. Einige historische Gebäude wurden als Museum hergerichtet und bei einem Besuch erhalten sie einen Eindruck vom einstigen Reichtum der Hafenstadt. Im Visitors Center erhalten sie neben Stadtplänen und Informationsbroschüren Rabattcoupons, mit deren Hilfe Sie in den Genuss eines ermäßigten Eintritts in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Museen und Ausstellungen kommen. Gegenüber vom Visitors Center liegt das älteste Museum der USA. Das Charleston Museum wurde im Jahr 1773 gegründet und hält spannende Details zur Stadtentwicklung für Sie bereit. Darüber hinaus können Sie unzählige Ausstellungsstücke aus der Kolonialzeit bewundern. Sehenswert ist die Circular Congregational Church in der Meeting Street. Die Grundmauern der Kirche stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die heutige neoromanische Struktur erhielt das Gotteshaus im Jahr 1890. Im Old Slave Mart Museum wird die Geschichte des Sklavenhandels erzählt. Charleston war bis zum Bürgerkrieg der größte Sklavenmarkt aus amerikanischem Boden.

Mit Fort Sumter befindet sich ein geschichtsträchtiges Bauwerk in der Bucht vor Charleston. Die Anlage liegt auf einer künstlichen Insel am Eingang der Bucht und erlangte historische Bedeutung im amerikanischen Bürgerkrieg. Im Jahr 1861 kam es am Fort Sumter zur ersten militärischen Auseinandersetzung zwischen Nord- und Südstaatenarmee. Nach dem Bürgerkrieg verfiel die Verteidigungsanlage und wurde erst im Zuge des Spanisch-amerikanischen Krieges im Jahr 1898 in Teilen neu errichtet. Das Fort können Sie im Rahmen einer Bootstour von Charleston aus besichtigen. Zu den wichtigsten Ausstellungsstücken des angeschlossenen Museums gehört die original erhaltene Flagge, die die siegreichen Truppen der Nordstaaten im Jahr 1861 nach der Einnahme von Fort Sumter auf dem Areal hissten. Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art ist der Angel Oak Tree auf Johns Island. Dabei handelt es sich um eine Eiche, deren Alter auf 400-500 Jahre geschätzt wird. Der knorrige Baum besitzt weit ausladende Äste und einen Stammumfang von 8,50 m.

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