Geschichte der USA (Westen) - ein Überblick

Die Geschichte des Westens ist eng mit der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner verbunden. Diese besiedelten den amerikanischen Kontinent schon vor über 15.000 Jahren. Auf sie gehen auch erste Siedlungen zurück, die immer größer wurden und teilweise sogar mehr als 20.000 Einwohner hatten. Als Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte, lebten etwa sieben Millionen Indianer in Amerika. Diese wurden im Zuge der Besiedelung durch die Weißen immer weiter verdrängt und so haben heute nur mehr etwa 1,5 Prozent der amerikanischen Gesamtbevölkerung indianische Wurzeln.

USA Westen Grand Canyon
Die Geschichte des Westens der USA - Grand Canyon

Im Verlauf der mehrmals aufflammenden Franzosen- und Indianerkriege zwischen 1689 und 1763 konnte das britische Königreich seine Vormachtstellung gegenüber Frankreich und seinen Kolonien behaupten. Dies lag nicht zuletzt an der größeren Einwohnerzahl und der höheren Produktionskapazität der britischen Kolonien. Da jedoch nun der politische Druck der Franzosen auf die Amerikaner unterwandert worden war, sahen die Einheimischen keine Notwendigkeit mehr, sich dem britischen Militärschutz und seinen Beschränkungen auszusetzen.

Als Konsequenz der 1763 festgelegten Königlichen Proklamation brach 1775 der amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Er stellt den Höhepunkt der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung dar, während der sich 13 nordamerikanische Kolonien untereinander bekämpften und parallel kriegerische Auseinandersetzungen mit der britischen Kolonialmacht ausfochten. Am 4. Juli 1776 wurde schließlich die Erklärung zur Unabhängigkeit verkündet und die Vereinigten Staaten von Amerika waren entstanden. Der 4. Juli wird noch heute als großer Unabhängigkeitstag überall in den Vereinigten Staaten gefeiert.

Viele Jahre später, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, hielt Amerika sich zunächst zurück und blieb neutral. Erst als die Japaner ihren überraschenden Angriff auf Pearl Harbour starteten, erklärten die USA Japan den Krieg. Wie schon zuvor im Ersten Weltkrieg waren es die USA, die für den Sieg der alliierten Kriegsmächte entscheidend waren.

In den 1960er-Jahren wurde die Nation erschüttert, ohne dass es zum Krieg kam. Erst wurde der amtierende Präsident John F. Kennedy 1963 auf offener Straße ermordet, dann folgte die Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King, der gewaltfrei für die Rechte der Schwarzen kämpfte. Im selben Jahr kam der jüngere Bruder des ermordeten Präsidenten, Robert F. Kennedy, bei einem Attentat ums Leben.

Der Ruf der USA als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" lockt Einwanderer aus der ganzen Welt ins Land und der Westen ist seit jeher das Ziel zahlreicher Immigranten aus Mexiko und Südamerika, die hier das große Glück erhoffen. Auch Einwanderer aus Asien hatten bereits vor mehr als hundert Jahren die Westküste der USA zum Ziel, was unter anderem in den Chinatowns der großen Städte ersichtlich ist. So machen heute beispielsweise in Kalifornien Asiaten 12,3 Prozent und die sogenannten "Hispanics" 35,9 Prozent der Bevölkerung aus. Spanisch ist demnach auch die zweitwichtigste Sprache nach Englisch.

Auch der Großteil der amerikanischen Ureinwohner, die rund vier Millionen der Gesamtbevölkerung der USA ausmachen, lebt im Westen in den Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Neu Mexiko. Dies hat den Grund, dass ab dem Jahr 1830 alle Stämme gezwungen wurden, ihre Wohngebiete östlich des Mississippi zu verlassen.

Neben viel Sonnenschein und einer relativ stabilen Wirtschaft ist nicht zuletzt die Filmindustrie in Los Angeles einer der Gründe, die Kalifornien bei Einwanderern beliebter als die meisten anderen Bundesstaaten macht. Auch der durch das Internet ausgelöste Boom im Technologiesektor bringt zahlreiche Menschen hierher, um bei den großen Computerfirmen in und um San Francisco zu arbeiten. Einige der weltbekanntesten Marken, wie Apple, Google oder auch Facebook, haben ihren Sitz in Kalifornien.

Las Vegas im Bundesstaat Nevada hingegen ist eher das Ziel von Glücksrittern auf der Suche nach schnellem Geld. Ironischerweise wurde die erste Siedlung auf diesem Gebiet von den Mormonen gegründet, deren Lebensstil bis heute von der Religion geprägt ist und somit in krassem Gegensatz zum Glanz und Glitter von Las Vegas steht. Die Legalisierung des Glücksspiels im Bundesstaat Nevada im Jahr 1931 legte den Grundstein für das schnelle Wachstum und den Reichtum der Stadt. Auch wenn die Glanzzeiten von Las Vegas vorbei sind, so lockt die Stadt nach wie vor jedes Jahr Millionen von Touristen.

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