Christus Statue - religiöses Monument in Rio

Die Christus Statue in Rio de Janeiro erhebt sich auf dem Berg Corcovado im Südteil der Stadt und gehört zu den Wahrzeichen der brasilianischen Millionenmetropole am Atlantischen Ozean.

Christus Statue
Christus Statue

Die Christus Statue in Rio de Janeiro ist ein religiöses Denkmal auf dem Gipfel des Corcovado-Berges. Die Statue besitzt eine Höhe von 30 Metern und erhebt sich auf einem 9,50 Meter hohen Sockel, in dem eine Kapelle mit einem Fassungsvermögen von 150 Personen untergebracht ist. Charakteristisches Merkmal des Denkmals sind die weit ausgebreiteten Arme der Statue, die eine Spannweite von 28 Metern besitzen. Die Figur blickt in Richtung Zuckerhut. Der markante Granitfelsen erhebt sich auf der Halbinsel Urca in der Botafago-Bucht und gilt ebenfalls als Wahrzeichen der Millionenmetropole Rio de Janeiro. Die Christus Statue besitzt ein Gesamtgewicht von 1.145 Tonnen und während der Regenzeit bleibt das Monument häufig hinter dichten Nebelschleiern verborgen. Die Errichtung der Statue war ursprünglich zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit Brasiliens im Jahr 1922 geplant, erfolgte aber durch diverse Verzögerungen erst knapp 10 Jahre später.

Die Idee zur Errichtung eines religiösen Monumentes auf den Berg Corcovado stammt aus dem Jahr 1859 und geht auf den Geistlichen Pedro Maria Boss zurück. Nach dem Ausrufen der Republik und der damit verbundenen Trennung von Staat und Kirche wurde der Gedanke zunächst verworfen. Erst mit der Inbetriebnahme der Seilbahn, die auf den Zuckerhut führt im Jahr 1912 wurde die Idee wiederbelebt. Im Jahr 1922 erfolgte die Grundsteinlegung für das religiöse Monument. Erste Entwürfe des Architekten Heitor da Silva Costa sahen eine Christus Statue vor, die ein Kreuz in der linken Hand und eine Weltkugel in der rechten Hand tragen sollte. Diese Pläne wurden später zugunsten des heutigen Designs verworfen. Die Finanzierung des monumentalen Denkmals sollte über Spendengelder erfolgen. Geldmangel verzögerte den Bau mehrfach und erst mit finanzieller Hilfe durch den Vatikan, die Erzdiözese Rio und Frankreich konnte das Projekt umgesetzt werden.

Die Montagearbeiten an der Christus Statue begannen im Jahr 1926 und erstreckten sich über einen Zeitraum von fünf Jahren. Ursprünglich war eine Metallkonstruktion nach dem Vorbild der New Yorker Freiheitsstatue vorgesehen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen und die Architekten entschieden sich für eine Konstruktion aus Stahlbeton, die mit einem wetterfesten Überzug aus einem Specksteinmosaik überzogen werden sollte. Dazu wurden Millionen zentimetergroße Specksteinstücke auf Stoff geklebt und anschließend über die Statue gezogen. Hunderte Frauen aus Rio de Janeiro arbeiteten jahrelang freiwillig an der Verkleidung mit. Am 12. Oktober 1931 erfolgte in Anwesenheit des Kardinals von Rio de Janeiro und des brasilianischen Präsidenten Getúlio Vargas die feierliche Einweihung der Christus Statue. Von Anbeginn war eine Beleuchtung des religiösen Denkmals integriert, die im Jahr 1932 erweitert wurde. Fünf Jahre später wurde die Christus Statue unter Denkmalschutz gestellt und im Jahr 1942 wurde eine Zufahrtsstraße auf den Corcovado-Berg gebaut.

Aus Anlass eines Papstbesuches in Rio de Janeiro im Jahr 1980 wurde die Statue einer Generalüberholung unterzogen und in der Folge entstanden Aufzüge und Rolltreppen, die den Zugang zum Denkmal erleichtern sollten. Im Jahr 2006 wurde die Cristus Statue anlässlich des 75. Jahrestages ihrer Erbauung zum katholischen Wallfahrtsort geweiht. Ein Jahr später kam es zu einer weltweiten Abstimmung im Internet mit dem Ergebnis, dass die Christus Statue zu einem der Sieben Weltwunder der Neuzeit gewählt wurde. Diese Abstimmung trug jedoch keinen offiziellen Charakter und die UNESCO distanzierte sich vom Wahlergebnis. Das Monument erreichen Sie schnell und bequem mit der Corcovado-Bahn, die bereits im Jahr 1884 eingeweiht wurde. Die Talstation befindet sich im Stadtteil Cosme Velho. Die knapp vier Kilometer lange Strecke auf den Corcovado-Berg führt durch den Tijuca Nationalpark und überwindet auf einigen Abschnitten eine dreißigprozentige Steigung. Die Vegetation im Nationalpark wird von tropischem Regenwald geprägt.

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