Muelle de San Carlos - wo sich Leguane sonnen

Muelle de San Carlos ist eine kleine Ortschaft westlich von Fortuna, die als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Caño Negro Nationalpark dient und mit ihren zahlreichen Leguanen eine außergewöhnliche Attraktion zu bieten hat.

Muelle de San Carlos
Muelle de San Carlos - wo sich Leguane sonnen

Das kleine Dorf Muelle de San Carlos liegt am Rio San Carlos. Die größte Attraktion der Ortschaft erwartet Sie an einer Brücke, die den Fluss überquert. Sie ist nach einer scharfen Rechtskurve zu erreichen, wenn man im Ort der Straße nach Los Chiles folgt. Von dieser Brücke aus haben Sie die Gelegenheit, unzählige Leguane zu beobachten, die sich auf Augenhöhe in den Baumwipfeln an der Brücke sonnen. Hunderte Exemplare in allen Größen und Farben liegen träge auf den Ästen und geben ein erstklassiges Fotomotiv ab. Einige Leguane wirken mit ihrem aufgestellten Rückenkamm auf den ersten Blick bedrohlich, sind aber vollkommen harmlos. Die meiste Zeit des Tages liegen die Tiere regungslos in der Sonne. Auffällig ist der offensichtlich gute Ernährungszustand der Leguane. Der Grund liegt im Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, dessen Besitzer die Tiere regelmäßig füttert. Der geschäftstüchtige Restaurantbesitzer schuf auf diese Weise eine Touristenattraktion und sorgte für regen Besucherverkehr in seinem Gastronomiebetrieb.

Muelle de San Carlos ist ein idealer Ausgangspunkt zu Ausflügen in den Nationalpark Caño Negro. Das Naturschutzgebiet liegt im Norden Costa Ricas in der Nähe der Grenze zum Nachbarland Nicaragua. Auf einer Fläche von 10.000 Hektar erstreckt sich das wichtigste Feuchtgebiet Costa Ricas, das unzähligen Zugvögeln als Zwischenstation und Rastplatz auf dem Weg zu den Brutgebieten dient. Seinen Namen verdankt der Nationalpark dem Caño Negro See, dessen Wasserfläche in der Regenzeit eine Ausdehnung über ein Gebiet von 500 Hektar Größe erreicht. Mehr als 300 Vogelarten sind in dem Naturschutzreservat beheimatet. Darunter befinden sich zahlreiche geschützte Arten. In den Sumpflandschaften leben Kaimane, Fischotter und Leguane und die tropischen Regenwälder im Nationalpark werden von Pumas, Tapiren und Affen bevölkert.

Die beste Möglichkeit zur Erkundung der artenreichen Naturlandschaft bildet ein Bootsausflug. Große Teile des Nationalparks bestehen aus wasserreichem Marschland, in dessen Zentrum der Süßwassersee liegt. Entwässert wird der See über den Rio Frio, der sich in seinem Verlauf in zahlreiche Wasserarme aufspaltet. Vom Boot aus können Sie Löffelreiher, Kormorane und verschiedene Storcharten beobachten. Darüber hinaus ist die Tierpopulation in der Uferregion gut sichtbar. Insbesondere in Trockenzeit sind die Aussichten auf Wildtierbeobachtungen besonders günstig. Zwischen Januar und April schrumpft die Wasserfläche des Sees ständig und die Waldbewohner finden sich an den Wasserlöchern ein, die als Tränke genutzt werden. Je niedriger der Wasserstand im Nationalpark Caño Negro ist, desto größere Einschränkungen sind allerdings beim Bootsverkehr zu erwarten. Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie in den Ortschaften Caño Negro, Los Chiles und Muelle de San Carlos. Generell wird eine Eintrittsgebühr für eine Besichtigung des Parks erhoben, die aufgrund der abgeschiedenen Lage jedoch nur selten kassiert wird.

Muelle de San Carlos eignet sich darüber hinaus gut als Ausgangspunkt für einen Besuch der Arenal Vulkans. Der Feuer speiende Berg gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde und ist von einem artenreichen Nationalpark umgeben. Rund 16 Kilometer von der Ortschaft Fortuna, die von Muelle de San Carlos gut zu erreichen ist, befindet sich der Haupteingang in das Naturreservat. Die Region ist über mehrere leichte Wanderwege für den Besucherverkehr erschlossen. Sie führen durch eine üppige tropische Vegetation und streifen ein vergleichsweise junges Lavafeld, das nach einem Ausbruch des Vulkans im Jahr 1992 entstanden ist. Das flüssige Gestein hat sich mit dem Erkalten zu skurrilen Säulen aufgetürmt und bizarre Formen erschaffen. Der Arenal Vulkan besitzt eine nahezu perfekte Kegelform und wächst alljährlich um mehrere Meter. Die unmittelbare Umgebung ist aus Sicherheitsgründen für den Besucherverkehr gesperrt und auch eine Besteigung ist nicht möglich. Seit 1968 spuckt der Berg in unregelmäßigen Abständen Lava und Eruptivgestein.

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