Geschichte der Dominikanischen Republik

Die Geschichte der Dominikanischen Republik ist eng verknüpft mit der Geschichte der Insel Hispaniola, auf der sich das Land befindet. Archäologen fanden Zeugnisse von menschlichem Leben auf der Insel, die sich auf etwa 3000 v. Chr. datieren lassen. Wissenschaftler sind jedoch der Meinung, dass schon rund 2.000 Jahre früher Menschen hier siedelten und Handelsbeziehungen mit Trinidad, Kuba und anderen Inseln bestanden.

Um das Jahr 0 herum rissen die Ureinwohner Hispaniolas, die Taino, die Herrschaft der Insel an sich und gründeten 120 Jahre später die Stadt Puerto Rico. Die Taino beherrschten Hispaniola sowie einige Nachbarinseln bis ins Jahr 850 n. Chr. Sie trieben Handel und bauten Kartoffeln, Ananas, Tabak und Kürbisse an. Um ihren Bedarf an Kleidung zu decken, legten sie auch Baumwollfelder an. In dieser Zeit entstand außerdem eine akkurate Töpferkunst, die unter dem Namen Boca-Chica-Keramik bekannt ist, und deren Zeugnisse sich auf den Inseln oftmals noch heute finden lassen. Selbst auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan wurden Überreste der Boca-Chica-Keramik gefunden, was einen Handel mit den Mayas vermuten lässt.

Das Jahr 1492 dürfte wohl aus Geschichtsbüchern bekannt sein. Es ist das Jahr, in dem Christoph Columbus auf Hispaniola landete und Amerika "entdeckte", was den Grundstein für die spätere Kolonialisierung des gesamten amerikanischen Kontinents legte. Columbus ließ eine Festung errichten, taufte die Insel auf den Namen La Española – die Spanierin, ließ 40 Männer zurück und segelte wieder heim, um zu Hause mitzuteilen, dass er die Neue Welt entdeckt hätte. Ein Jahr später kehrte er mit seinen beiden Brüdern zurück. Leider musste er feststellen, dass alle 40 Männer getötet worden waren und dass die Festung, der er den Namen La Navidad gegeben hatte, völlig dem Erdboden gleichgemacht worden war.

Es dauerte nicht lange, bis Columbus feststellte, dass es auf der Insel Gold gab. Er gründete die Kolonie La Isabela und ließ die Taino für sich, beziehungsweise für die spanische Krone, nach Gold schürfen. Sein Bruder, Bartolomé Colón, gründete eine eigene kleine Stadt, das heutige Santo Domingo.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder Kämpfe und Unruhen zwischen den spanischen Siedlern und den indianischen Ureinwohnern, die sich von der Feudalherrschaft der Eroberer unterdrückt fühlten.

Aufgrund der politischen Eskapaden auf der Insel setzte das Mutterland Spanien einen Hochkommissar ein, der sich zukünftig um die Neue Welt kümmern sollte. Rund acht Jahre nachdem Columbus die Insel entdeckt hatte, wurde er durch den Hochkommissar festgenommen und zurück nach Spanien verschifft.

Im Laufe der kommenden Jahre wurden die Taino versklavt und vegetierten unter erbärmlichen Bedingungen dahin. Wahrscheinlich von den Spaniern eingeschleppte Krankheiten und durch Armut entstehende Seuchen rafften über 90 Prozent der Ureinwohner dahin. Um ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten, führten die Spanier nun Sklaven aus Afrika ein. Immer wieder kam es in dieser Zeit zu Unruhen und Sklavenaufständen. Außerdem wurden die Spanier von Piratenüberfällen geplagt und etwa 80 Jahre nach der Entdeckung durch Christoph Kolumbus eroberte der Pirat Francis Drake Santo Domingo.

Die Engländer versuchten erfolglos, die Herrschaft über Hispaniola zu erlangen. Nachdem sie scheiterten, nahmen sie stattdessen Jamaica ein. In den folgenden Jahren übernahmen die Franzosen die Herrschaft über Hispaniola und führten durch den Anbau von Zuckerrohr sowie durch den Export des daraus gewonnenen Zuckers eine wirtschaftliche Blütezeit herbei. Dies lockte zahlreiche Europäer an und so bestand der Hauptteil der damaligen Bevölkerung, analog zu den jeweiligen Kolonialherren, aus Franzosen oder Spaniern.

Die Insel blieb im Erbfolgekrieg unter französischer Herrschaft, um 1770 spaltete sie sich jedoch in zwei Teile. Während der Westen unter französischer Herrschaft blieb, regierten die Spanier den östlichen Teil. Die Entwicklung der beiden Teile verlief dabei äußerst unterschiedlich, was bis heute erkennbar ist.

Im Jahr 1844 trennte sich Santo Domingo endgültig von Haiti und auch von der spanischen Herrschaft. 1861 fiel die Stadt jedoch abermals unter spanische Herrschaft und in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Unruhen. Sowohl Spanien als auch Frankreich und später auch Amerika versuchten wiederholt, die Dominikanische Republik einzunehmen, was ihnen jedoch misslang.

Auch wenn im Laufe der Zeit ein Diktator das Land fast in den Ruin führte, so konnte es sich doch bis heute seine Unabhängigkeit bewahren. In der Dominikanischen Republik herrscht keine ganz so drückende Armut wie im benachbarten Haiti, was vor allem auf den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig zurückzuführen ist.

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