Altos de Chavón

Altos de Chavón ist ein Künstlerdorf im Südosten der Dominikanischen Republik, das im Stil einer mediterranen Ortschaft in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet wurde.

Altos de Chavón
Altos de Chavón

Das Dorf liegt auf einer Anhöhe über dem Fluss Rio Chavón in der Provinz La Romana. Es gehört zu den populärsten Sehenswürdigkeiten in der Dominikanischen Republik und lockt mit seinem idyllischen Ambiente, den guten Restaurants und Künstlerateliers alljährlich zahlreiche Besucher an. Die Idee zum Bau des Dorfes stammt vom ehemaligen Präsidenten der amerikanischen Zuckerrohrkompanie Gulf & Western. Er ließ Altos de Chavón im Stil eines Dorfes aus dem 16. Jahrhundert errichten. Die Architektur erinnert an eine mediterrane Ortschaft, wie sie zu Beginn der Neuzeit ausgesehen haben könnte. Gedacht war das Dorf als ein Geburtstagsgeschenk für seine Tochter. Die Umsetzung der Idee übernahm der Paramount-Mitarbeiter Roberto Copa. Im Jahr 1976 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten an der historischen Kulisse. Als Baumaterial dienten Steine, die von Sprengungen im gebirgigen Gelände stammten. Die Sprengungen wurden zum Bau einer Straße und der Errichtung einer Brücke über den Rio Chavón erforderlich.

Das Dorf Altos de Chavón empfängt Sie mit einer malerischen Idylle. Kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster durchziehen die Ortschaft und in den Steinhäusern laden Restaurants zu Genuss kulinarischer Köstlichkeiten ein. Ein Bummel durch den Ort führt an romantischen Brunnen und kleinen Plätzen vorbei und zahlreiche Boutiquen, Galerien und Geschäfte drängen sich in den Gassen aneinander. Die erhöhte Position des Dorfes gibt eine spektakuläre Aussicht auf den Fluss und die Küste des Karibischen Meeres frei. Der Flusslauf unterhalb von Altos de Chavón bildete bereits die Hintergrundkulisse für actiongeladene Kinofilme wie "Rambo" und "Apocalypse Now". Die Filmszenen lassen nicht erahnen, dass es sich bei dem Flussdelta um einen idyllischen Ruhepol inmitten einer üppigen tropischen Vegetation handelt.

Das kulturelle Zentrum des Dorfes ist ein Amphitheater, das nach antikem römischen Vorbild errichtet wurde und bis zu 5.000 Zuschauern Platz bietet. Die Freilichtarena wurde im Jahr 1982 mit einem Konzert des amerikanischen Entertainers Frank Sinatra eingeweiht und bis heute treten regelmäßig internationale Künstler in dem Theater auf. Stars wie Julio Iglesias, Juan Luis Guerra und Andrea Bocelli gaben vor der malerischen Kulisse bereits Konzerte.

In Altos de Chavón befindet sich darüber hinaus ein archäologisches Museum, in dem Funde und Artefakte aus verschiedenen prä-kolumbianischen Kulturen präsentiert werden. Nebenzahlreichen Gebäuden im mediterranen Stil des 16. Jahrhunderts befindet sich in Altos de Chavón die Kirche Iglesia San Estanislao. Das Gotteshaus wird häufig als Kulisse für eine feierliche Eheschließung vor einer nostalgischen Kulisse genutzt.

Zahlreiche Kunstgegenstände, die von einheimischen Künstlern angefertigt wurden, werden in den Geschäften der Ortschaft zum Kauf angeboten. Im Dorf ist eine Zeichenschule ansässig, die eng mit der Parsons School of Design in New York zusammenarbeitet. Die malerische Umgebung liefert die geistige Inspiration und dient als Vorlage für viele Gemälde, Skizzen und Zeichnungen der jungen Künstler.

Altos de Chavón befindet sich rund 100 Kilometer von der Inselhauptstadt Santo Domingo entfernt. Die nächstgelegene Ortschaft ist Casa de Campo, von der Sie etwa 15 Minuten mit dem Auto bis in das Künstlerdorf brauchen. San Pedro liegt rund eine Autostunde von Altos de Chavón entfernt. Neben den zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Kunstgalerien gibt es in dem Dorf eine Diskothek mit dem Namen "Genesis". Dort können partybegeisterte Besucher zu den Klängen moderner Popmusik oder zu karibischen Rhythmen das Tanzbein schwingen. Das Dorf wird häufig im Rahmen von Ausflugsfahrten angesteuert, die auf dem Unterlauf des Rio Chavón angeboten werden. Die Ausflugsschiffe erinnern in ihrer Bauweise an die Schaufelraddampfschiffe, die vor einem Jahrhundert den Mississippi befuhren. Allerdings sind die Dampfer in der Dominikanischen Republik wesentlich kleiner und besitzen ein geringeres Fassungsvermögen als die großen Verwandten in den USA.

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