Larimar-Mine

Die Larimar-Mine befindet sich auf einer Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel in der Sierra de Bahoruco und ist das weltweit bedeutendste Abbaugebiet des hellblauen Halbedelsteins.

Der hellblaue Halbedelstein Larimar gilt als ein nationales Symbol der Dominikanischen Republik. Die seltenen Vorkommen des Halbedelsteines beschränken sich auf die ergiebige Larimar-Mine im Gebirgszug Sierra de Bahoruco in der Dominikanischen Republik und auf eine kleine Lagerstätte in Italien. Larimar besitzt eine hellblaue bis türkisfarbene Färbung und hat große Bedeutung für die Schmuckverarbeitung. Verwechslungen oder Fälschungen sind aufgrund der charakteristischen Zeichnung und Färbung kaum möglich, was den Wert des Halbedelsteines unterstreicht. Der Larimar wird nach dem Schliff in Edelmetall gefasst und findet bei der Herstellung von Ringen, Ketten und Ohrringen Verwendung. In der Dominikanischen Republik führt jeder Souvenirladen neben Rum, Zigarren und Bernstein Schmuckstücke mit Larimar im Programm. Bei einem Besuch der Larimar-Mine erleben Sie aus eigener Anschauung, unter welchen primitiven Bedingungen die hellblauen Steine dem Felsgestein entrissen werden.

Bis zu 300 Meter tief reichen die Stollen der Larimar-Mine im Bereich der Sierra de Bahoruco in den Berg. Sie besitzen einen Durchmesser von 1,20-1,50 Meter und führen unter zahlreichen Windungen immer tiefer in das Innere. Vom Hauptstollen zweigen zahlreiche Nebenstollen ab, die senkrecht oder waagerecht in die Dunkelheit führen. Die Frischluftzufuhr erfolgt über einen breiten Schlauch. Die Bedingungen unter Tage sind primitiv. Jugendliche und junge Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren schlagen am Ende des Stollens mit Hammer und Meißel Felsbrocken aus dem Gestein. Flackernde Glühbirnen und eine LED-Leuchte am Helm der Arbeiter sind die einzigen Lichtquellen in der Finsternis. Die Felsbrocken werden in bereitstehende Eimer geschaufelt und von anderen Grubenarbeitern für den Abtransport an die Oberfläche vorbereitet. Über eine Seilwinde gelangen die gefüllten Eimer ans Tageslicht. Oben werden die Gesteinsbrocken von Jugendlichen mit dem Hammer zerkleinert und auf Larimar-Einschlüsse untersucht.

Die Geschichte vom Auffinden der Larimar-Steine reicht zurück bis in das Jahr 1916. Damals berichtete Pater Miguel Domingo Fuertes Loren aus der Pfarrei in Barahona in einem Schreiben an den Erzbischof vom Vorhandensein kleiner blauer Steine an den Stränden von Bahoruco. Der Grund liegt in zahlreichen kleinen Gebirgsbächen, die den Halbedelstein aus dem Gestein wuschen und in den Fluss Bahoruco spülten. Der Fluss transportierte die Steine direkt in die Karibik, wo sie die Brandung wieder an den Strand warf. Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckten ein Amerikaner und ein dominikanischer Fischer die blauen Steine im Bahoruco. Sie folgen dem Flusslauf stromaufwärts und fanden an einigen Berghängen größere Mengen Larimar. Bei der Namensgebung standen die Tochter des Finders und die türkisblaue Färbung der Karibik Pate. "Lari" bezieht sich auf den Vornamen "Larissa" und "mar" steht für den Fundort am Meer.

Mit dem Abbau der Halbedelsteine in der Larimar-Mine wurde im Jahr 1975 begonnen. Esoteriker bezeichneten die Steine wegen der hellblauen Färbung als "Atlantisstein" und schrieben ihm übersinnliche Fähigkeiten zu. In der Mine können Sie die ungeschliffenen Steine direkt vor Ort kaufen. Die Preise unterscheiden sich deutlich von geschliffenen Exemplaren, die für die Schmuckverarbeitung verwendet werden. Mittelgroße Gesteinsbrocken mit einer Larimar-Ader sind in der Mine für umgerechnet 10-20 Euro zu bekommen. Geschliffene Steine mit einem Gesamtgewicht von 100 Gramm sind auf dem Weltmarkt rund 200 Euro wert. Der Verkauf der Halbedelsteine wird heute von der Abbau-Genossenschaft organisiert und verläuft in den Kanälen der freien Vermarktung. Ungeschliffener Larimar unterliegt in der Dominikanischen Republik dem Ausfuhrverbot. Das erworbene Rohmaterial aus der Mine können Sie in einer Werkstatt in der Ortschaft Bahoruco schleifen und fassen lassen. Die Handwerker fertigen auf Wunsch innerhalb weniger Stunden wunderschöne Schmuckstücke aus dem Halbedelstein. Der Abbau in der Larimar-Mine erfolgt bis heute nach dem Zufallsprinzip. Im Schnitt ist jede fünfte Grabung im Berg vergebens.

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