Pico Duarte

Der Pico Duarte ist mit einer Höhe von 3.098 Metern der höchste Berg im gesamten karibischen Raum. Er erhebt sich in zentraler Lage in der Dominikanischen Republik im Gebirge Cordillera Central.

Der Pico Duarte liegt im Nationalpark José Armando Bermúdez. Er bildet die höchste Erhebung im Cordillera Central Gebirgsmassiv und ist der höchste Berg in der Karibik. Sein Gipfel wurde von den indianischen Ureinwohnern als Heiligtum verehrt und um den Berg ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Eine Besteigung des 3.098 Meter hohen Berges gilt unter Wanderern und Outdoor-Aktivisten als Königsdisziplin während eines Urlaubs in der Dominikanischen Republik. Klettererfahrung ist für eine Wanderung bis zur Gipfelspitze des Pico Duarte nicht erforderlich. Allerdings sind aufgrund der tropischen Temperaturen am Fuß des Berges und im Mittelteil Kondition, Ausdauer und Willensstärke gefragt. Insgesamt führen sieben verschiedene Routen auf den Berg. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Tier- und Pflanzenwelt und führen durch jeweils unterschiedliche geologische Formationen.

Der Pico Duarte besitzt eine Doppelspitze, die von dem schwedischen Botaniker Erik Leonard Ekman im Jahr 1913 als Pelona Grand und Pelona Chica bezeichnet wurden. Pelona Grande ist nur vier Meter höher als die kleinere Schwester Pelona Chica. Die Erstbesteigung des höchsten Berges der Karibik fand im Jahr 1851 statt. Der britische Konsul Sir Robert H. Schomburgk erreichte als erster Europäer den Gipfel. Es wird vermutet, dass die indianischen Ureinwohner schon früher den höchsten Punkt des Pico Duarte erklommen hatten. Sir Robert H. Schomburgk gab dem Berg den Namen "Monte Tina". Während der Diktatur unter Rafael Leónidas Trujillo Molina wurde er in Pico Trujillo umbenannt. Die Namensänderung war dem Größenwahn des Diktators geschuldet, der zahlreiche Naturmonumente und Bauwerke nach sich benennen ließ. Im Jahr 1961 fiel der Tyrann einem Attentat zum Opfer und starb. Die Diktatur in der Dominikanischen Republik wurde durch dieses Ereignis zunächst nicht beseitigt, der höchste Berg des Landes wurde jedoch in Pico Duarte umbenannt.

Lange Zeit bestand über die genaue Höhe des Pico Duarte Unklarheit. Noch bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Höhe mit 3.175 Metern angegeben. Diese Höhenangabe basierte noch auf den Erkenntnissen von Sir Robert H. Schomburgk, der den Pico Duarte als erster Europäer bezwang. Im Jahr 2003 wurde der Berg mit moderner GPS-Technologie vermessen, die ergab, dass der höchste Punkt des Pico Duarte 77 Meter unter der angenommenen Höhe liegt. Eine Gruppe von Wanderern führte zwei Jahre später eine erneute Messung durch, die eine Höhe von 3.087 Metern ergab. Allerdings weisen SRTM-Daten von Fernerkundungssatelliten aus dem Weltraum darauf hin, dass die professionelle Messung der Geografen eine höhere Genauigkeit besitzt. Unabhängig von der tatsächlichen Höhe übt der Pico Duarte auf Abenteurer und Outdoor-Fans eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Im Winter können die Temperaturen auf seinem Gipfel unter die Null-Grad-Grenze sinken, während sich an seinem Fuß im Nationalpark José Armando Bermúdez eine tropische Vegetation erstreckt.

Eine Besteigung des Pico Duarte ist nur unter Begleitung eines ortskundigen Guides möglich. Die Nationalparkverwaltung schreibt selbst den Veranstaltern von Trekking-Touren in der Bergregion vor, einen dominikanischen Führer mitzunehmen. Die entspannteste Art der Bergbesteigung erfolgt im Rahmen einer organisierten Wanderung. Die Guides kennen sich im Gelände aus und können Hinweise zu Besonderheiten der Flora, Fauna und Geologie geben. Auf dem Weg zum Gipfel passieren Sie am Fuß des Berges eine tropische Vegetationszone mit Palmen, Farnen und Papageien bevor Sie in höheren Lagen in dichte Pinienhaine und immergrüne Nebelwälder gelangen. Rauschende Bergbäche und einsame Dörfer passieren Sie unterwegs und im Rahmen einer mehrtägigen Tour übernachten Sie in kleinen Schutzhütten oder Komfortzelten. Belohnt werden die körperlichen Anstrengungen bei der Ankunft am Gipfelkreuz in einer Höhe von 3.098 Metern. Am höchsten Punkt steht neben dem Kreuz eine Büste des Padre de Patria. Sie ist dem Freiheitskämpfer Juan Pablo Duarte gewidmet, der bei der Namensgebung für den Berg Pate stand.

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