Zona Colonial Santo Domingo

Die Zona Colonial ist die historische Altstadt von Santo Domingo, die im Jahr 1990 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Zona Colonial Santo Domingo - Fortalezza de Ozama
Zona Colonial Santo Domingo - Fortalezza de Ozama

Santo Domingo ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik und liegt an der Mündung des Flusses Ozama an der Südküste des karibischen Inselstaates. Offiziell wurde die erste europäische Siedlung auf dem amerikanischen Kontinent von Bartolomeo Kolumbus, einem Bruder des Amerika-Entdeckers, im Jahr 1498 gegründet. Das Stadtbild wurde in damaligen Stil der Renaissance mit rechtwinkligen Straßen und einem zentralen Platz in der Mitte gestaltet. Dieser Grundriss prägte in den folgenden Jahrhunderten die Neugründungen von Städten durch die Europäer auf dem amerikanischen Kontinent. Die Zona Colonial umfasst rund 500 Kolonialbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert im Stadtzentrum von Santo Domingo und wurde im Jahr 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Im Zentrum befindet sich der Plaza de Colòn, dessen Mittelpunkt eine steinerne Statue von Christoph Kolumbus ziert.

Mit der Kathedrale Santa Maria la Menor erhebt sich an diesem Platz die älteste Kathedrale des amerikanischen Kontinents. Das Gotteshaus wurde im Jahr 1540 eingeweiht und sechs Jahre später von Papst Paul III. zur ersten erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt ernannt. Die Kathedrale besitzt keine Glockentürme und wird aus diesem Grund als unvollendet angesehen. Im späten 19. Jahrhundert wurde bei Restaurierungsarbeiten eine Urne mit der Aufschrift Christoph Kolumbus in der Kirche entdeckt. Die mutmaßlichen sterblichen Überreste des Seefahrers werden seit 1992 im Leuchtturm Faro a Colón aufbewahrt. Ein Bummel durch die Gassen der Zona Colonial gleicht einer Zeitreise durch verschiedene Jahrhunderte. Zahlreiche Gebäude aus der Gründungszeit der Stadt haben die Zeit überdauert und erzählen Geschichten aus der Anfangszeit der kolonialen Eroberung der Karibikinsel zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Die Zona Colonial können Sie auf eigene Faust erkunden oder sich einer Stadtführung unter Leitung eines ortskundigen Guides anschließen.

Am Plaza de Colòn nimmt mit der Calle El Conde eine belebte Fußgängerzone ihren Anfang, die von reizvollen Kolonialbauten gesäumt wird. Zahlreiche Kunstgalerien, Souvenirgeschäfte und Restaurants drängen sich in der lebhaften Straße aneinander. In der Nähe des zentralen Platzes erhebt sich der Palast Palacio Borgellá aus dem 19. Jahrhundert. Er war einst der Regierungssitz des Präsidenten der Dominikanischen Republik. Zu den reizvollsten Gebieten der Zona Colonial gehört die Straße Las Damas. Sie wird von historischen Kolonialzeitgebäuden gesäumt und verdankt ihren Namen den vornehmen Damen der spanischen Oberschicht, die einst in der Straße flanierten. Am Ende der Straße erhebt sich die Festung Ozama, die zum Schutz vor Piratenübergriffen im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Von der alten Verteidigungsanlage haben Sie einen herrlichen Blick über den Hafen und die Flussmündung. Zu den besterhaltenen Bauwerken aus der Kolonialzeit in diesem Stadtgebiet gehören der Turm Torre del Homenaje und die Gebäude Casa las Bastidas und Casa de Francia.

Zu den bedeutendsten Gebäuden in der Zona Colonial gehört der Palast Alcázar de Colòn, den der Sohn von Christoph Kolumbus, Diego, errichten ließ. Er erhebt sich an einem Ende der Straße Las Damas. In einigen historischen Gebäuden der Innenstadt sind heute Hotels und Pensionen untergebracht. Das Hostal Nicolás de Ovando diente lange Jahre als Gouverneurssitz und beherbergt heute ein exklusives Hotel. In der Straße wohnte im 16. Jahrhundert unter anderem der spanische Eroberer Hernán Cortes, der hier seinen Eroberungsfeldzug in Mexiko plante. Im Haus mit der Nummer 42 erinnert eine Gedenktafel an den berühmten Bewohner. Heute ist in dem Gebäude die französische Botschaft untergebracht. Zu den populärsten Denkmälern in Santo Domingo gehört der monumentale Leuchtturm Faro a Colòn, in dem seit 1992 die mutmaßlichen Gebeine von Christoph Kolumbus aufbewahrt werden. Das Bauwerk besitzt eine Länge von 250 Metern in Ost-West-Ausrichtung und eine maximale Breite von 65 Metern in Nord-Süd-Ausrichtung und wurde in der Form eines Kreuzes erbaut.

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