Cajas - Panorama von bezaubernder Schönheit

Der im Hochland Ecuadors liegende Nationalpark Cajas befindet sich etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt Cuenca. Auf einer beeindruckenden Gesamtfläche von 28.500 Hektar sind viele seltene Vogelarten beheimatet.

Cajas
Cajas - Panorama von bezaubernder Schönheit

Der Nationalpark Cajas liegt auf einer Höhe zwischen 3.100 und 4.450 Metern über dem Meeresspiegel und wird jährlich von etwa 35.000 Besuchern erkundet. 1977 wurde Cajas zum Nationalpark ernannt und seither von der Gemeinde Cuenca und dem ETAPA Unternehmen verwaltet. In der tundraähnlichen Landschaft befinden sich 270 Seen und Lagunen. Den Park erreicht man über zwei Zugänge. Die erste Route führt über die Cuenca – Molleturo-Najanral –Guayaquil Straße, die in Laguna Tereadoro ihren Anfang nimmt. Sie ist die meistgewählte Route. Die zweite, weniger stark frequentierte Strecke, beginnt auf einer niedrigeren Höhe in San Joaquin-Salados Angas. Ursprünglich bedeutet der Name Cajas "Tor zu den schneebedeckten Bergen". Durch seinen fast ausschließlich vulkanischen Boden besitzt der Park eine sehr hohe Wasserspeicherkapazität und garantiert eine kontinuierliche Versorgung mit hervorragender Wasserqualität. Die einzigartige Landschaft bietet den Besuchern ein herrliches Panorama von bezaubernder Schönheit aus Hügeln und Tälern. Die vielen kleinen und größeren Seen und Lagunen laden zum Verweilen ein und verleihen der zerklüfteten Landschaft in ein faszinierendes Aussehen.

Der größte See im Nationalpark ist der Luspa. Er hat eine Größe von 78 Hektar und ist an seiner tiefsten Stelle 68 Meter tief. Der Ursprung des Sees ist auf die Eiszeit zurückzuführen, die auch die Landschaft des Cajas nachhaltig geprägt hat. Der Park wird durch eine alte Inkastaße, die seit ihren Ursprüngen in der Inkazeit weitestgehend erhalten ist, durchzogen. Sie war die einstige Verbindungsstraße zwischen der Stadt Cuenca und dem Paredones, einem früheren Kontrollpunkt für den Handel. Im Nationalpark fand man Hinweise auf 96 Inka-Dörfer der Kanaris, die in der Region angesiedelt waren. An insgesamt acht archäologischen Stätten konnte eine Besiedlung vor und während der Inkazeit nachgewiesen werden.

Hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen in der Hochlandschaft tragen zu einem Ökosystem bei, in der die Vegetation einen guten Nährboden findet. Das alpine Tundra-Ökosystem bietet einer Vielfalt an Pflanzen den Lebensraum, den sie für ihr Wachstum brauchen. Aus den vielen verschiedenen seltenen Pflanzenarten sticht das Strohgras ganz besonders heraus. In einer Höhe von 3.000 Metern findet man 28 verschiedene Gattungen von Sträuchern und Baumarten den Polylepis. Sie wachsen vor allem in den mittleren bis hohen Bergregionen der tropischen Anden. Sie gehören zu den Rosengewächsen, von denen manche Bäume eine Höhe von 15 bis 20 Metern erreichen. Ihre Stämme weisen einen Umfang von zwei Metern auf und haben eine dicke geschichtete Rinde, deren Oberfläche sehr rau ist. Im unteren Teil des Parks stößt man auf Nebelwälder. Der immergrüne feuchte Wald ist dicht mit Moosen bewachsen und eine charakteristische Landschaftsform den Schluchten und an den Seen. Die verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Temperaturen und Klimaverhältnissen sorgen für eine unverwechselbare natürliche Flora.

Der Cajas Nationalpark beheimatet eine Großzahl an seltenen Vogelarten. Unter anderem lebt der vom Aussterben bedrohte Andenkondor in den bergigen Regionen. In Ecuador gibt es von dieser Spezies nur noch 80 Exemplare. Des Weiteren findet man hier den Riesenkolibri und einige weitere seltene Kolibriarten. 157 Vogelarten haben im Nationalpark ihren Lebensraum gefunden. Nicht nur seltene Vogelarten sind im Cajas zu sehen, sondern auch 24 verschiedene Säugetierarten, wie das Opossum, Fledermäuse, Pumas und Nasenbären. Darüber hinaus leben 17 verschiedene Amphibienarten in dem geschützten Naturparadies. Für Wanderer und Naturliebhaber bietet dieses einzigartige Gebiet einen unvergleichlichen Einblick in die Natur. Auf langen Wanderwegen lassen sich die einzelnen Seen und Lagunen umrunden und besichtigen. Wer das Campen liebt, kann im Nationalpark an einem schönen Fleckchen Erde sein Zelt aufstellen und unter dem Sternenzelt die Nacht verbringen.

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