Cuenca - Stadt des Panamahutes

Cuenca ist die Hauptstadt der Provinz Azuay und die drittgrößte Stadt Ecuadors. Sie liegt in den Anden auf 2.600 Meter Höhe südlich der Stadt Quito.

Cuenca
Cuenca - Stadt des Panamahutes

Cuenca, die frühere Inka-Stadt, hat rund 300.000 Einwohner. Anfang des 15. Jahrhunderts lieferten sich die Inkas und Canaris Indianer erbitterte Kämpfe in der Region. 1533 wurde sie von den Spaniern erobert und 1557 neu gegründet. 1820 erhielt die Stadt Cuenca ihre Unabhängigkeit. Die Stadt wird durch den Fluss Tomebamba in zwei Hälften geteilt. Auf der nördlichen Seite des Flusses liegt die durch die Kolonialzeit geprägte Altstadt mit Spuren aus den verschiedenen Zeitepochen. Auf der südlichen Seite befindet sich das derzeitige Zentrum mit modernen und zeitgenössischen Bauwerken. Heute ist Cuenca eines der meistbesuchten Reiseziele in Ecuador, nicht zuletzt wegen der berühmten Panamahut-Herstellung. Die Stadt bietet ein abwechslungsreiches Angebot an Sehenswürdigkeiten. In der 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannte Altstadt sind noch heute die alten Spuren der Kolonialzeit mit ihren einzigartigen Kirchen und Kolonialhäusern erkennbar. Typisch für die kolonialen Häuser sind die beeindruckenden und reich verzierten Fassaden mit Eisenbalkonen und ihren leuchtend roten Dächern. In der Stadt findet man 52 Kirchen, die im 16. und 17. Jahrhundert erbaut wurden.

Die Wahrzeichen der Stadt bilden die Neue Kathedrale und die Alte Kathedrale, die sich direkt gegenüberstehen. Mit dem Bau der Neuen Kathedrale wurde 1885 begonnen und die Baumaßnahmen zogen sich fast ein Jahrhundert hin. Das Monument spiegelt verschiedene Architekturstile wieder. Dominanter Baustil ist der neuromanische Stil. Drei beträchtliche mit blauen und weißen Kacheln bedeckte Kuppeln überragen die gesamte Altstadt. Die imposante Fassade ist mit Alabaster und Marmor verziert und das Innere der Kathedrale ist mit rosafarbenem italienischem Marmor ausgelegt. Für Kunstliebhaber hält die Stadt mehrere Museen bereit, die unter anderem über die Geschichte der Inka-Kultur erzählen. Kunstwerke aus allen Epochen der Zeit finden Bewunderung bei Besuchern, die sich für Archäologie und Ethnologie begeistern. Ein ganz besonderes Highlight ist der Besuch des Panamahut-Museums Museo del Sambrero. Hier wird die typische traditionelle Herstellung der Panamahüte den Besuchern auf beeindruckende Weise näher gebracht. Ein Bummel über den Kunsthandwerkermarkt zeigt die ungeheure Fülle einzigartiger Souvenirs, die in der Gegend hergestellt werden. Beliebt sind bei den Touristen vor allem der Panamahut, Goldschmuck, Lederjacken und landestypische Keramik. Tradition und Bräuche sind hier eng mit einem modernen Lebensstil verbunden.

Ein Anziehungspunkt für Touristen in der näheren Umgebung ist die Stadt Otavalo. Die Stadt ist von drei Vulkanen umringt und ein beliebtes Ausflugsziel. Besondere Anziehungskraft übt der farbenprächtige Indianermarkt auf die Besucher aus. Hier leben die Ureinwohner Ecuadors, die Otavalo Indianer. In ihrer traditionellen Tracht bieten sie vor allem selbst hergestellte Webarbeiten mit atemberaubender Farbintensität an. Sehr beliebt ist die Laguna de San Pablo. Der fünf Kilometer lange Wanderweg führt die Besucher an dem kleinen Weberdorf Pechuge und einem spektakulären Wasserfall vorbei. Für einen Ausflug in die Geschichte bietet sich der Besuch der Inkaruinen von Ingapirca an. Die Inkaruinen sind die bedeutendsten und größten Hinterlassenschaften der Inkas in Ecuador. Ingapirca bedeutet ursprünglich "Steinmauer der Inka". Der noch erhaltene Ruinenkomplex aus Dioritblöcken zeigt neben zwei weiteren Gebäuden einen ovalen Sonnentempel, in dem der Sonnenkult von den Inkas zelebriert werden konnte.

Für Naturliebhaber und Wanderer ist der 30 Kilometer entfernte Nationalpark Parque Nacional Cajas das optimale Ausflugsziel. Die eindrucksvolle Panoramalandschaft ist von der letzten Eiszeit geprägt. In einer Höhe zwischen 3.000 und 4.000 Meter befinden sich 31 atemberaubende Lagunen. Mit seiner einzigartigen Fauna und Flora bietet der Nationalpark vielen seltenen Vogelarten einen Zufluchtsort. In der Bergregion ist der Andenkondor beheimatet, von dem nur noch 80 Exemplare in Ecuador existieren. Die beeindruckenden Wälder aus Polylepisbäumen hinterlassen bei den Besuchern eine eindrucksvolle Wirkung. Wer den kulinarischen Genüssen frönen möchte, kann sich auf Gaumenfreuden der besonderen Art freuen. Die vielen kleinen Restaurants bieten ihren Gästen Gerichte der ecuadorianischen Küche und internationale Spezialitäten an.

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