Cuicocha - der "Meerschweinchensee"

Der Cuicocha ist ein Kratersee am Fuße des Vulkans Cotacachi in den Anden Ecuadors. Mit einem Durchmesser von drei Kilometern gehört er zu den größten und spektakulärsten Kraterseen des südamerikanischen Landes.

Cuicocha
Cuicocha - der "Meerschweinchensee"

Der Cuicocha entstand vor mehr als 3.100 Jahren durch eine vulkanische Explosion, einer so genannten phreatischen Eruption, die ihre Umgebung unter einer 20 Zentimeter dicken Ascheschicht begrub. Der Name Cuicacho bedeutet Meerschweinchensee. Den Namen verdankt die Lagune der Form ihrer größten Insel im Kratersee. Seit seinem letzten Ausbruch vor 3.100 Jahren ruht der Vulkan, ist aber mit den Eruptionen der umliegenden Vulkane für eine fruchtbare Vegetation verantwortlich. Aus dem Cuicocha See ragen vier Lavakuppeln, die zwei bewaldete Inseln bilden. Das Betreten der Inseln ist für Menschen verboten. Der Kraterrand ist sehr steil und lässt keine Vegetation zu. Der alkalische See besitzt eine Tiefe von 200 Metern. Die üppige Vegetation auf den Inseln bietet einer breit gefächerten Tierwelt einen geschützten Lebensraum. Im dichten Schilf lebt der Silberne Lappentaucher, eine Vogelart, die überall in den Anden vorkommt, von denen aber nur 44 Exemplare am Cuicocha zu finden sind.

Die Lagune Cuicocha zählt zu den schönsten Lagunen in Ecuador. In der Nähe der Stadt Otavalo gelegen, bildet sie einen Besuchermagneten, der auch der Stadt zugute kommt. Der Kratersee liegt in 3.000 Meter Höhe und kann im Rahmen einer vier- bis fünfstündigen Wanderung umrundet werden. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann bei einer halbstündigen Fahrt mit dem Boot die Umgebung des Sees genießen. Die unvergleichliche Schönheit der Landschaft wird durch ihre reiche Flora und Fauna unterstrichen. Mehr als 400 Pflanzenarten wachsen und gedeihen auf dem Lavaboden des Gebietes um den Cuicocha-See. Zehn verschiedene Arten von Orchideen sind zu bewundern, die hier ihre optimalen Bodenverhältnisse gefunden haben. Baumarten wie rote Zedern oder Heil- und Pflanzenarten wie Bambus, Rosenholz und Myrte gedeihen auf den fruchtbaren Böden.

Zu den Hauptvertretern der einheimischen Fauna am Cuicocha gehören Meerschweinchen, die wenig Futter brauchen und sich den klimatischen Verhältnissen bestens angepasst haben. Den seltenen Andenfuchs findet man hier ebenso wie Gürteltiere oder Wildkaninchen. Viele Vögel wie Eulen, Kolibris, Enten und der Andenkondor haben hier ihren Lebensraum gefunden. Auf geführten Wanderungen werden den Besuchern viele Informationen über die Flora und Fauna der Gegend vermittelt. Gerne genießen die Touristen eine Fahrt mit dem Kajak oder dem Ausflugsboot über den See. Jeden Sommer, am zweiten Tag nach der Sonnenwende, nutzen die Schamanen den See als Bad für ihre rituelle Reinigung. Ein Besuch der Stadt Otavalo ist für kulturinteressierte Besucher lohnenswert, denn hier befinden sich nicht nur eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Denkmälern, sondern auch der größte Handwerkermarkt der Andenregion.

Der Plaza de Poncho ist der größte Handwerksmarkt seiner Klasse. Die Farbenprächtigkeit und Vielfalt an Webarbeiten versetzen die Besucher in Staunen. Der Markt ist vor allem für seine Webarbeiten aus gesponnener Schafswolle, bunten Ponchos und den berühmten Panamahüten bekannt. Ein großes Angebot an landestypischer Keramik und Holzschnitzereien wird von den Händlern angeboten. Nicht weit entfernt befindet sich das kleine Weberdörfchen Peguche, dessen Besuch durch seine vielen Webereien ein unvergessliches Erlebnis wird. In Peguche finden die Besucher auch den 20 Meter hohen Wasserfall der zu den beliebtesten Ausflugszielen rund um Otavalo gehört. Für den Abenteuerurlauber bieten viele Reiseagenturen in Otavalo Downhill-Mountainbiketouren, Kletterabenteuer, Raftingausflüge und Bergsteigertouren an. Die Outdoor-Aktivitäten finden allerdings immer nur ab einer bestimmten oder begrenzten Teilnehmerzahl statt, sodass es sich empfiehlt, vor Ort die Termine in Erfahrung zu bringen. Wer sich für das Leben der Einheimischen interessiert, dem werden Übernachtungen bei einfachen Familien geboten, um mehr über das Leben in der Region zu erfahren. Im Rahmen dieser Aufenthalte können die Hausgäste aktiv bei der Verrichtung der alltäglichen Arbeiten behilflich sein. Für viele Touristen sind diese Tätigkeiten eine gute Gelegenheit, den Alltag der ecuadorianischen Bevölkerung hautnah mitzuerleben.

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