Ingapirca - bedeutende Inkaruine

Ingapirca ist eine Stadt in der Provinz Canar. Sie ist die bedeutendste Inkaruine Ecuadors und wird auch als Hatun Kanar bezeichnet.

Ingapirca
Ingapirca - bedeutende Inkaruine

Die Inka-Ruinen liegen auf einem Hügel in 3.200 Meter Höhe inmitten der Anden. Die beeindruckende Landschaft wird durch ein einzigartiges Bergpanorama unterstrichen. Ingapirca bedeutet im ursprünglichen Sinn "Inca Steinmauer". Lange vor den Inkas lebten in diesem Gebiet die Kanari, die damals ihren noch heute sichtbaren Mondtempel errichteten. Ende des 15. Jahrhunderts lieferten sich die Inkas einen erbitterten Kampf mit den ansässigen Kanari und besiegten sie. Nach dem gewonnenen Krieg schlossen sich die Inka und Kanari zu einer Gemeinschaft zusammen und bauten ihren eigenen Tempel, der der Sonne zugerichtet war und die bestehende Tempelanlage ergänzte. Die Inkas waren wahre Baukünstler und errichteten neben einem großartigen Mauerwerk ein komplexes unterirdisches Bewässerungsnetzwerk. Es handelt sich bei Ingapirca nicht um eine Festung, sondern um Kultstätten, die von beiden Volksgruppen immer weiter ausgebaut wurden. Man versuchte, die Bedeutung des Komplexes zu entschlüsseln und entdeckte, dass sich hier ein Sonnentempel, ein Observatorium, Grabstätten und rituelle Bäder befunden haben.

Das monumentale Bauwerk war damals von strategischer Bedeutung, da die Anlage einen großzügigen Blick über die weitläufige Landschaft bot. Bevor es jedoch fertiggestellt war, wurde es von den Spaniern erobert und geplündert. Die Spanier nutzten einen Großteil der Steine, um ihre spanischen Kirchen in Cuenca zu errichten. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts begann die ecuadorianische Regierung mit der Restauration der Ruinen und gab sie 1966 für die Öffentlichkeit frei. Heute wird die bedeutende Inka Fundstätte jährlich von vielen Besuchern bewundert. Besonders gut erhalten ist der halbrunde Tempel der Sonne, der gleichzeitig das Herzstück der Anlage bildet. Das beeindruckende Bauwerk ist von höchster Baukunst, da man auf Mörtel bei der Errichtung komplett verzichtet hat. Die Steine wurden passgenau gemeißelt und mit Werkzeug behandelt bis sie perfekt zusammenpassten. Über in den Stein gemeißelte Stufen gelangt man zu einer trapezförmigen Tür, die zur Plattform führt. Von hier aus genießt man einen faszinierenden Ausblick über die einzigartige Landschaft.

Rechts neben der Anlage befinden sich weitere Ruinen. Unter anderem erhebt sich hier ein V-förmiger Felsen, der der Geschichte nach für Menschen- und Tieropfer Verwendung fand. Neben dem Felsen befindet sich ein großer Stein mit 28 Löchern. Man vermutet, dass dieses Gebilde als Mondkalender diente. Heute findet man außerhalb der Anlage ein kleines Museum, in dem eine Sammlung von Fundstücken der Inka und Kanari zu bewundern ist. Die Sammlung beinhaltet vor allem Skulpturen, Werkzeuge, Keramik und traditionelle Kleidung der früher ansässigen Inka und Kanari. Ein auf dem Gelände gefundenes Skelett gehört ebenso zur Ausstellung. Traditionelle Handarbeiten und Andenken können in einem kleinen Laden neben dem Museum käuflich erworben werden. Es empfiehlt sich, an einer Führung durch die Ruinen teilzunehmen, um viele Informationen über die bedeutsame Inka-Stätte zu bekommen. Die Führungen werden meist in englischer Sprache durchgeführt.

In der nahe gelegenen Stadt Cuenca erwartet die Besucher eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Auf der Plaza Abdon Calderon befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, zwei gegenüberstehende Kathedralen. Mit ihren hellblauen Kuppeln wirken sie majestätisch und ragen weit über die Dächer der Altstadt hinaus. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Parque Abdon Calderon, der sich im Herzen der Stadt Cuenca befindet. Der Park ist für Naturliebhaber der richtige Ort, um die vielfältige Vegetation mit Palmen, Pfefferbäumen, Erlen und Myrten zu bestaunen. Zahlreiche Museen runden das Kulturangebot der beeindruckenden Stadt ab. Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch des Museo del Sambrero, des Panamahut Museums. Hier wird den Besuchern auf einzigartige Weise die Herstellung des berühmten Panamahutes nähergebracht. Wer möchte, kann unter fachmännischer Anleitung seinen eigenen Panamahut herstellen und als Souvenir den Daheimgebliebenen mitbringen.

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