Otavalo - ein Touristenmagnet

Die von drei Vulkanen umgebene Stadt Otavalo liegt in einer Höhe von 2.500 Metern über dem Meeresspiegel in der ecuadorianischen Provinz Imbabura. In der Höhenstadt leben rund 50.000 Einwohner.

Otavalo
Otavalo - ein Touristenmagnet

Die Stadt Otavalo ist vor allem durch ihren farbenprächtigen Markt bekannt geworden. Die meisten Bewohner der Stadt sind die sogenannten Indigenas, eine Bevölkerungsgruppe, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurde. Die Stadt liegt rund 110 Kilometer nördlich der Stadt Quito und ist von dieser etwa zwei Busstunden entfernt. Die drei umliegenden Vulkane Imbabura (4621m), Cotacahi (4935m) und Fuya Fuya (4263m) bieten ein wunderschönes Panorama, in das die Stadt eingebettet ist. Die Stadt Otavalo ist ein Beispiel für eine typische südamerikanische Andenstadt. Ein starker Touristenmagnet ist der berühmte Market Plaza de Poncho von Otavalo. Hier findet man im reichen Überfluss handwerklich geschickte Arbeiten der Einwohner, die zum größten Teil ihren Lebensunterhalt aus den Verkäufen bestreiten. Auf dem größten Markt seiner Art erwartet die Besucher eine reiche Auswahl an Waren, die es auf anderen Märkten nicht zu sehen gibt. Die Einwohner präsentieren mit Stolz ihre handgefertigten Kunstartikel wie Webarbeiten und Keramik. Der Markt unterteilt sich in zwei Teile, den touristischen und den traditionellen Marktteil. Der traditionelle Teil bietet vor allem Nahrungsmittel und Tiere, der touristische Teil bietet eine Vielzahl farbenprächtiger Handarbeiten, wie Ponchos, Decken, Taschen und die berühmten Panamahüte. Die selbst hergestellten Ponchos werden aus gesponnener Schafswolle gefertigt. Schon von Weitem wird der Besucher durch das bunte Treiben des Marktes in einen Bann gezogen. Es wartet ein unvergleichliches Flair, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Früher stellten die Indigenas nur das her, was sie verkaufen konnten, um davon leben zu können. Heute ist das Warenangebot hauptsächlich auf die Wünsche der Touristen ausgerichtet. Wegen der Popularität und des Erfolges dieses Marktes kommen viele Handwerker aus ganz Ecuador hierher, um ihre Waren zu verkaufen. Berühmt für ihre Textilherstellung sind die nahe gelegenen Dörfer Peguche, San Rose de la Bolsa und Iluman. Ein Besuch bei Miquel Andrango Master of the Loom vermittelt den Besuchern einen Einblick in das Leben eines Webers. Er sitzt auf einer gewebten Reetmatte auf dem Boden vor seinem Webstuhl und ist ein Meister der Webkunst. Das Weben erfordert höchste Konzentration und ist eine sehr anstrengende Arbeit. Jedes Jahr im September feiert die Stadt die Fiesta del Yamor, eine Art Erntedankfest zur zweiten Sonnenwende. Die Feierlichkeit ist ein altes Ritual der Inka, bei dem der Sonnengott geehrt wird.

Die Landschaft rund um die Stadt ist geprägt durch zahlreiche Seen, die sich teilweise in Kratern befinden. Von den Bergen, die die Stadt umgeben, bietet sich ein atemberaubender Ausblick. In direkter Nähe der Stadt Otavalo befinden sich die Wasserfälle von Peguche. In früheren Jahren wurde dieser Ort von Schamanen genutzt, um ihre Reinigungsrituale zu vollziehen. Der gut begehbare Weg zu den 20 Meter hohen Wasserfällen führt die Besucher durch die Einzigartigkeit einer nahezu unberührten Natur mit urwaldähnlichem Charakter. Im Dorf Peguche erwartet die Besucher eine interessante Reise durch viele ortsansässige Webereien. Spektakulär ist die einstündige Wanderung zum Lechero, einem von der indigen Bevölkerung verehrten Baum auf einer Anhebung östlich von Otavalo. Hier öffnet sich ein einzigartiger Ausblick über das Stadtgebiet. Ein besonderes Highlight ist der Besuch im Parque del Condor. Hier findet man seltene Greif- und Raubvögel. Die Besucher werden über die Wichtigkeit dieser Vögel und die Bedrohung ihrer Art informiert und können sich die Vögel in den einzelnen Volieren ansehen. Zweimal täglich findet eine Flugvorstellung statt. Die größte Attraktion des Parks ist der Andenkondor, der hier in seiner vollen Pracht zu bewundern ist. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der San Pablo See, an dessen Ufern Totora Schilf wächst, das von den Einheimischen zu Matten verarbeitet wird.

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