Teufelsnase - eindrucksvolle Felsformation

Die Teufelsnase ist eine markante Felsformation im Hochland der ecuadorianischen Anden, die im Rahmen einer spektakulären Zugfahrt von Alausi nach Sibambe passiert wird.

Teufelsnase
Teufelsnase - Berge der Anden

Rund 100 Meter über der Schlucht des Flusses Rio Chanchán erhebt sich mit der Teufelsnase eine eindrucksvolle Felsformation im Hochland der Anden. Der Bereich ist das markanteste Teilstück der Bahnstrecke von Alausi, das auf einer Höhe von 2.360 Metern über dem Meeresspiegel liegt, bis nach Sibambe auf einer Höhe von 1.806 Metern. Die Bahnstrecke wurde zwischen 1899 und 1908 erbaut und galt damals als technische Meisterleistung. Zum Überwinden der steilen Felsregionen wurden die Gleise beinahe übereinander verlegt. Zwei Spitzkehren verbinden die oben und unten liegenden Teilstücke miteinander. Im Zick-Zack-Kurs geht es an senkrecht herabstürzenden Felswänden durch die ecuadorianischen Anden. Einst gehörte die Fahrt auf dem Dach der Eisenbahnwaggons zu den spektakulärsten Erlebnissen in einem Ecuador-Urlaub. Im Jahr 2004 wurde das Spektakel aus Sicherheitsgründen zunächst verboten. Später wurden die Fahrten nach einer Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen wieder erlaubt. Ein tödlicher Unfall im Jahr 2007 führte zum endgültigen Verbot der Dachfahrten entlang der Teufelsnase.

Ausgangspunkt der Bahnfahrt ist die Ortschaft Alausi im Hochland der Anden. Der Zug schlängelt sich durch eine enge Gasse aus der unscheinbaren Stadt und passiert dabei kleine Geschäfte, Wohnhäuser und Restaurants. Nachdem die Stadtgrenzen hinter den Zuginsassen liegen, öffnet sich ein grünes Tal, in dem Bauern der Feldarbeit nachgehen und Kakteen aus dem trockenen Boden aufragen. Kleine Holzhütten dienen der Bevölkerung als Wohnsitz und der Duft nach Eukalyptus liegt in der Luft. Während der Fahrt zur Teufelsnase wird die Geschichte der Eisenbahnstrecke auf Englisch und Spanisch erzählt. Mit dem Bau der Trasse sollte im 19. Jahrhundert eine direkte Verbindung von der ecuadorianischen Hauptstadt Quito zur Pazifikküste geschaffen werden. Das unwegsame Gelände stellte die Ingenieure vor eine große Herausforderung und nach jahrelangen Bauarbeiten konnte die Strecke im Jahr 1908 ihrer Bestimmung übergeben werden.

Als kompliziertestes Teilstück erwies sich die kurze Strecke zwischen Alausi und Sibambe mit der Region der Teufelsnase. Große Teile wurden aus dem Berg gesprengt und zahlreiche Arbeiter verloren beim Bau der Trasse ihr Leben. Die tragischen Unglücke brachten dem markanten Teilstück die Bezeichnung Teufelsnase ein. Mit maximal 12 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit zuckelt der Zug auf das Hochplateau. Am höchsten Punkt lässt sich tief unten im Tal die Endstation erkennen und die Eisenbahn nimmt den dramatischen Abstieg auf den Schienen in Angriff. Im Zick-Zack-Kurs geht es über mehrere Spitzkehren hinab ins Tal. Immer wieder muss der Zug nahezu vollständig abgebremst werden, um nach einem Richtungswechsel auf tiefer liegenden Gleisen in die entgegengesetzte Richtung weiterzufahren. Direkt neben den Waggons gähnt der mehrere Hundert Meter tiefe Abgrund. An das fahrerische Können des Zugführers und an die Bremsen werden auf diesem Teilstück höchste Anforderungen gestellt.

Purer Nervenkitzel war bis zum Jahr 2007 die Fahrt auf dem Dach des Zuges. Die Aussichten auf die spektakulären Felsformationen an der Teufelnase waren überwältigend und der Blick in die Tiefe trieb den Passagieren den Angstschweiß auf die Stirn. Nach dem tagischen Unglück im Jahr 2007, bei dem zwei japanische Touristen von einem Kabel erfasst wurden und ums Leben kamen, wurden die Dachfahrten komplett verboten. Am Zielpunkt in Sibambe verlassen die Insassen den Zug und haben Gelegenheit, die Teufelsnase zu fotografieren. Kleine Restaurants laden zu einem Zwischenstopp mit Imbiss ein und ein kleines Museum unterrichtet über die Geschichte des Eisenbahnbaus an der Teufelsnase. Nach einem kurzen Stopp am Bahnhof von Sibambe, bei dem die Bremsen des Zuges genauestens geprüft werden, macht sich die Eisenbahn auf den Rückweg. Jetzt windet sich der Zug in Schlängellinien den steilen Berg hinauf seinem Ziel in Alausi entgegen. Die Bahnstrecke wurde in der Vergangenheit häufiger durch Wetterphänomene blockiert. Schwere Regenfälle können dramatische Erdrutsche auslösen und für eine Unterbrechung des Zugverkehrs sorgen.

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